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  • 21. September 2005, noch kein Kommentar

Sie hasst den Vergleich, dennoch klingt Alison Goldfrapp wie ein böse Variante von Kylie Minogue oder Madonna. "Supernature" ist ihr drittes Album.

Von Jan Gebauer

"Kylie? Mit diesem Kitschpüppchen habe ich nichts gemeinsam," sagte Alison Goldfrapp zur britischen Presse, als mal wieder ein Vergleich mit der australischen Pop-Queen kam. Nein, den Vergleich mag sie gar nicht. "Das Einzige, das wir gemeinsam, haben ist unser Geschlecht. Ich schreibe all meine Songs selber. Und sie ist viel kleiner als ich", ergänzte Goldfrapp schnippisch. Dabei verfasst doch auch Frau Minogue seit geraumer Zeit einen Großteil ihrer Songs selbst. Wie dem auch sei – gewisse musikalische Parallelen sind da. Jedoch nie so fröhlich, Mainstream-poppig oder chartkompatibel wie bei Australiens schönstem Pop-Export. Man könnte eher von einer bösen Stiefschwester ausgehen – die schon auf dem Cover ihre schwarzen Krallen ausfährt, um es der Minogue mal so richtig zu zeigen. Alison Goldfrapp leiht dem gleichnamigen Duo nun schon seit drei Alben ihren Nachnamen. Ihr Partner heißt Will Gregory und der hält sich weitgehend im Hintergrund. So bekommt man ihn im Booklet vom aktuellen Album "Supernature" nur mit dicker Roy-Orbison-Gedächtnisbrille zu sehen.

Goldfrapps musikalischer Mix führt über Elektro-Landschaften hin zu hypnotischen Sound-Spielereien ("Let It Take You") und starken 80er-Jahre-Anleihen ("Fly Me Away"). Den Auftakt macht aber die genial-eingängige Single "Ooh La La", die mit Händeklatschen und harschen Synthies die Dance-Charts eroberte. "Lovely 2 C U" fiepst an allen Ecken und Enden und zum energetischen Beat gesellt sich dann ein wahrer Mörder-Refrain. Während "Ride A White Horse" einen deutlichen, düsteren Kylie-Akzent setzt, gibt es drei ruhigere Stücke, die zum Chillen einladen: "You Never Know", "Let It Take You" und "Time Out From The World", allesamt entspannt und verträumt – ohne dass die Songs zu reiner Background-Musik oder Easy-Listening verkommen.

Bei "Slide In" sind wir dann bei einem minimalistischem Science-Fiction- und Stimmen-Kosmos angekommen, der futuristisch aus den Boxen gekrochen kommt. Bei "Koko" kommen einem zunächst süßliche Streicher entgegen, während es dann im düsteren Elektro-Gewand weitergeht. Dazu die hohe fast elfenhafte Stimme von Goldfrapp, die einen interessanten, zerbrechlichen Kontrast zum schroffen Sound bietet. Bei "Satin Chic" (alleine der Titel ist schon klasse) verführt uns die Engländerin zu einem poppigen Trip in die 80er Jahre – New Wave lässt grüßen. Dem stehen das sphärische "Time Out From The World" und das geradlinige "Number 1" in nichts nach.

Fazit: Ein sehr gelungenes drittes Album von Alison Goldfrapp und Partner Will Gregory – die gemeinsam alle Songs geschrieben haben. Ob tanzbar, poppig oder verspielt – das Duo hat die diversen Spielarten innovativer Pop- und Elektro-Musik perfekt drauf.

Anspieltipps: "Lovely 2 C U", "Oh La La", "Fly Me Away", "Time Out From The World"

22. September 2005