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  • 25. September 2005, noch kein Kommentar

Nach Pop- und Hollywood-Extravaganzen besinnt sich Faith Hill wieder auf ihre Wurzeln und macht Country. Die aktuelle CD heißt "Fireflies".

Von Jan Gebauer

Faith Hill (38) hatte sich eigentlich schon aus dem Country-Fach verabschiedet, klang doch ihr letztes Album "Cry" (2002) so fett produziert wie die Mainstream-Produktionen von Celine Dion oder Mariah Carey. Da wurde nichts dem Zufall überlassen, die Country-Fraktion rümpfte enttäuscht die Nase und auch in den Charts rutschte die Sängerin allmählich aus den oberen Regionen, obwohl sie in den Alben-Hitlisten weiter auf Platz eins rangierte. Mit der CD "Fireflies" hat sich Hill nun auf den Anfang ihrer Karriere besonnen, als sie in den 90er Jahren neben Shania Twain auch dank ihres großartigen Aussehens zu einer der Königinnen des Country-Pops aufstieg. So singt sie dann auch in der Single "Mississippi Girl", dass man ein Mädchen mit ihrer Herkunft (geboren in Jackson, Mississippi) nicht so einfach ändern kann und das ihre Ambitionen als Schauspielerin ("Die Frauen von Stepford") nur das Verfolgen eines Traumes sein. Das möchte man ihr nur allzu gerne glauben, obwohl es natürlich bezeichnend ist, dass fast zeitgleich auch LeAnn Rimes wieder Country-Pop trällert und Dance-Sounds à la "Can’t Fight The Moonlight" hinter sich lässt, weil er zuletzt nicht mehr so ertragreich war. In den USA klatschten sich beide Ladys gerade in den Top-10 der Country-Single-Charts ab – der Erfolg gibt ihnen somit Recht. Und Hills Album platzierte sich passend dazu von null auf Platz eins sowohl in den Pop- als auch in den Country-Charts.

Natürlich ist "Fireflies" ("Glühwürmchen") keine sparsam arrangierte Kollektion von Bluegrass- oder wirklich traditionellen Country-Songs, auch wenn Fideln, Dobros und Mandolinen um die Wette kämpfen. Im Kern ist "Fireflies" immer noch ein Pop-Werk, dass zugegeben recht verspielt mit Country-Elementen jongliert und dadurch mehr Seele erhält als zum Beispiel die schöne, aber doch recht bombastische Hit-Schnulze "There’ll You Be" (2001) aus dem Film "Pearl’s Harbour", die bis heute Hills größter internationaler Hit ist. Wenn sie auf "Fireflies" eine Ballade anpackt, wie bei "Wish For You" tut sie das angenehm entspannt wie zu besten "It-Matters-To-Me"-Zeiten – 1995 ein Nummer-eins-Hit für die Frau von Superstar-Kollege Tim McGraw.

Auch ihr Gatte gibt sich nach seinem 2002er Fernbleiben wieder die Ehre, hatte er in der Vergangenheit doch zwei Alben seiner Frau mit seinem Organ veredelt. "Like We Never Loved At All" ist zwar kein richtiges Duett geworden, seine einprägsame Stimme bleibt aber dennoch hängen. Am traditionellsten klingt "Dearly Beloved", dass nicht von ungefähr musikalisch an "Redneck Woman" von Shooting-Star Gretchen Wilson erinnert. Der Bonus-Track "Paris" macht dann unmissverständlich deutlich, dass Faith Hill noch nicht ganz mit den tränenreichen Pop-Balladen abgeschlossen hat. Mit Armaden von Streichern würde der Song sicher auch gut zu Barbra Streisand passen, von Celine Dion mal ganz zu schweigen. Dafür weiß dann Frau Hill aber auch, im Gegensatz zu ihrer kanadischen Kollegin, wann es besser ist leise Töne wirken zu lassen.

Fazit: Für den deutschen Markt wird die leichtfüßige, kommerzielle Mischung aus Pop, Country und zärtlichen Balladen etwas zu amerikanisch sein, aber dennoch muss man das Comeback als gelungen bezeichnen. Eine tolle Stimme bleibt eben eine tolle Stimme!

Anspieltipps: "Mississippi Girl", "Like We Never Loved At All", "Dearly Beloved", "The Lucky One", "Fireflies"

25. September 2005