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  • 26. September 2005, noch kein Kommentar

Der Herbst naht – und mit ihm die passenden Klänge. Englands Superstar David Gray bietet "Life In Slow Motion".

Von Jan Gebauer

Nein, in den Sommer will David Grays neues Opus "Life In Slow Motion" so gar nicht passen – da trifft es sich gut, dass passend zur Veröffentlichung langsam die herbstlichen Wolken in Deutschland einziehen. In seiner Heimat England hat Gray mit der CD auf Anhieb Platz eins der Charts belegt – dort zählt er zu den führenden Singer/Songwritern, die millionenfach Platten verkaufen. Hierzulande ist er nach wie vor ein Geheimtipp und mit James Blunt (queer.de berichtete) steht auch noch ernsthafte Konkurrenz ins Hause. Gray hat die netten Elektronika-Untertöne seiner vorherigen Alben zu den Akten gelegt, um jeder Menge Streichern, Gitarren und Pianos Raum zu bieten – die Folk-Ästhetik der Vergangenheit ist dagegen noch präsent. Ansonsten geht es um den ganz großen – aber nie überladenen – Sound und um ganz große Gefühle. An ersterem werkelte Produzent Marius De Vries, der mit Superstars wie Madonna und U2 ebenso arbeitete wie mit exzentrischen Künstlern wie dem schwulen Singer/Songwriter Rufus Wainwright.

Grays Musik ist diesmal sehr ruhig und "langsam" ausgefallen – ganz passend zum Cover, das mit einer kargen Schneelandschaft aufwartet. Seine bittersüßen Texte und manchmal schwermütigen Melodien verbreiten den Duft von Melancholie und Sehnsucht. Ein Schelm, der da auch die ein oder andere Kitsch-Note ausmacht. Grays leicht raspelige Stimme gibt den Liedern etwas Authentisches, manchmal sogar Schmerzliches. Damit erinnert er in Stimmung und Ausdruck an k. d. Langs letztjähriges Piano-dominiertes Album "Hymns of the 49th Parallel", das ebenfalls eine Schnee-Landschaft auf dem Cover bietet. Gerade bei dem Endstück "Disappearing World" auf Grays CD wird dieser Eindruck deutlich. Und bei einem Song wie "From Here You Can Almost See The Sea", mit seinen sparsamen Akustik-Gitarren-Klängen, weiß man schon beim Titel woran man ist. Mit "Hospital Food" zieht Gray aber ausnahmsweise auch mal das Tempo an und erinnert bei den ersten Takten sogar an die schwedischen Evergreen-Popper von ABBA. Im Refrain lässt er sich wunderbar gehen und seine Stimme auf der feinfühligen Melodie dahingleiten.

Fazit: Mit Rotwein auf die Couch, Taschentücher in die Hand, an Verflossene denken und den wunderschönen Klängen auf "Life In Slow Motion" lauschen. Einer DER Soundtracks für den diesjährigen Herbst.

Anspieltipps: "Hospital Food", "Alibi", "The One I Love", "From Here You Can Almost See The Sea"

26. September 2005