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  • 27. September 2005, noch kein Kommentar

Bangkoks Kult-Künstler und Homoaktivist Michael Shaowanasai tritt bei den Asien-Pazifik-Wochen in der Hauptstadt auf.

Von Micha Schulze

Sie ist die thailändische Antwort auf James Bond, Emma Peel und Johnny English: Iron Pussy, die transsexuelle Spitzenagentin im Dienst seiner Majestät König Bhumipol. Im wahren Leben ein unauffälliger schwuler Kassierer in einem der unzähligen 7-Eleven-Shops in Bangkok, läuft Iron Pussy in Stöckeln, Perücke, Kleid und Make-Up zur Hochform auf, wenn es darum geht, gegen das Böse und für Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zu kämpfen.

"The Adventures of Iron Pussy" mit Co-Regisseur Michael Shaowanasai in der Hauptrolle, gilt in Thailand als Kultfilm, in Deutschland lief das trashige Agenten-Parodie-Musical bislang nur auf der Berlinale im vergangenen Jahr. Zur Eröffnung der Ausstellung "Räume und Schatten - zeitgenössische Kunst aus Südostasien" im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin kehrt Iron Pussy jedoch in die Hauptstadt zurück: Michael Shaowanasai moderiert am 29. September die Eröffnungsveranstaltung im Haus der Kulturen der Welt (HKW).

Keine leichte Aufgabe für den schillernden Künstler, der sich in Thailand auch als Homoaktivist engagiert und für seine frechen Showauftritte in der Bangkoker Schwulendisco "Freeman" berüchtigt ist. So muss Shaowanasai bei der Eröffnungsveranstaltung auch ernstere Themen anreißen, etwa den indonesischen Schriftsteller Goenawan Mohamad vorstellen, der durch sein Werk wie durch seinen politische Widerstand zur Zeit des Suharto-Regimes international Ansehen genießt.

Zum Abschluss des Abends kommt jedoch ein weiteres Sternchen der Bangkoker Szene auf die Bühne des HKW: die Underground/Electroclash-Band "Futon" mit ihrem schwulen Leadsänger Gene. Seine schrillen Outfits und bunten Kostüme erinnern an Rock-Helden wie David Bowie oder Marc Bolan und machen ihm zum Liebling der Klatschseiten der englischsprachigen Tageszeitungen in Thailand.

Gene ist es auch, der der 2003 gegründeten Band den polysexuellen Stempel aufgedrückt hat. Im (älteren) Song" Gay Boy" singt er etwa: "Ich will nicht hetero sein - Fußball bringt mich zum Onanieren!" "Token Hetero" ist einer der besten Songs des neuen Albums "Love Bites", das die Band auch bei einem zweiten Auftritt am 1. Oktober im HKW vorstellen wird.

27. September 2005