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  • 28. September 2005, noch kein Kommentar

Der König ist tot – es lebe der König. Auf "Genius & Friends" huldigen wieder zahlreiche Stars dem "Vater des Rhythm & Blues".

Von Jan Gebauer

Wenn großem Stars sterben – sind die Plattenfirmen schnell mit unzähligen Alben am Start: Ob Compilations mit den größten Hits, Sammlungen von bisher unveröffentlichten Songs oder zusammengesetzte Duette mit anderen Show-Größen – der Rubel rollt. Traurigerweise war es im Fall von Ray Charles mal wieder so, dass sich seine Platten nach seinem Ableben so gut wie schon seit 40 Jahren nicht mehr verkauften. "Genius Loves Company" war 2004 ein absoluter Bestseller – in diesem Jahr soll es das Album "Genius & Friends" gleichtun. Zahlreiche klangvolle Namen wie Diana Ross, Patti Labelle, Gladys Knight, Mary J. Blige, Alicia Keys oder George Michael wurden ins Studio gebeten, um Charles posthum ihre Gunst zu erweisen. Laut der Plattenfirma Rhino/Atlantic war es Charles' Wunsch, diese Duett-Aufnahmen fertig zu stellen – seine eigenen Gesangspassagen wurden bereits 1997 und 1998 aufgenommen.

Die Sammlung ist in erster Linie für Fans gedacht. Die Songs sind weitgehend nett und gelungen, haben aber kaum die Klasse von Charles-Evergreens wie "Hit The Road Jack", "Georgia On My Mind" oder "I Can't Stop Loving You". Sicher ein etwas unfairer Vergleich – aber in der Regel vertrauen Charles und seine Gäste auf einen sicheren Mix aus Pop und leichten Soul-Klängen wie bei den Duetten mit Idina Menzel ("I Will Be There") oder George Michael ("Blame In On The Sun"). Auch der Schmachtfetzen mit Gladys Knight ("You Were There") hat eher etwas mit dem Adult-Contemporary-Genre zu tun als mit Blues oder Soul. Bei "Surrender To Love" mit Italiens Superstar Laura Pausini bekommen wir kuscheligen Smooth-Soul geboten – der aber einmal kräftig durch die Pop-Maschinerie gezogen wurde. Da sorgen Patti Labelle ("Shout") und ausgerechnet die in den letzten Jahren sehr softe Diana Ross ("Big Bad Love") mit ihren gospeligen bzw. bluesigen Nummern für flotte, griffige Abwechslung. Fast schon klassisch ist die Kollaboration mit Willie Nelson ("Busted") ausgefallen – Live, noch zu Lebzeiten von Ray Charles aufgenommen.

Fazit: Ein großer, legendärer Sänger inmitten einer illustren Riege von starken Kollegen und weniger prominenten Namen. Für Fans sicher interessant.

Anspieltipps: "Big Bad Love" mit Diana Ross, "You Were There" mit Gladys Knight", "It All Goes By So Fast" mit Mary J. Blige", "Surrender To Love" mit Laura Pausini

28. September 2005