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  • 28. September 2005, noch kein Kommentar

Die Beatles-Legende hat ein neues Album: "Chaos And Creation In The Backyard".

Von Jan Gebauer

Schon bei den ersten Takten zum neuen Album "Chaos And Creation In The Backyard" von Paul McCartney weht einem ein nostalgischer Wind ins Gesicht: Bei "Fine Line", gleichzeitig auch die Single aus dem ersten Studio-Werk seit 2001 ("Driving Rain"), spielt McCartney mit Sounds wie man sie in den 70er Jahren vom Electric Light Orchestra (ELO) zu hören bekam. Der Einfluss von Jeff Lynne ist frappierend – welche Ironie, denn schließlich sagte man Lynne und seinen ELO-Mannen eine gewisse Affinität für die Beatles nach. Auch ansonsten hat sich McCartney kräftig aus der Kiste des Altbewährten bedient. "Chaos And Creation" bietet in allen Bereichen hochgradig kompetentes Songwriting, wie man es von einem alten Hasen wie dem Ex-Beatle gewöhnt ist. Auch die Musik – mal fett produziert wie bei "Fine Line", dann wieder sparsam, folkig, wie bei "Jenny Wren", bildet da keine Ausnahme. Allerdings besinnt sich McCartney zum Glück auf seine beste Solo-Phase, den frühen 70er Jahren, statt die blasseren Pop-Phasen aufleben zu lassen.

Selbst für das Cover grub McCartney ein altes Motiv aus: Da sitzt er als 20-Jähriger im Garten seiner Eltern und bekommt gar nicht mit, dass er gerade fotografiert wird. Still spielt er auf der Gitarre – die Weltkarriere als einer der größten Musiker unserer Zeit liegt noch vor ihm. Bis auf die Streicher hat er auch alle Instrumente selber gespielt – als Gitarrist macht ihm sowieso niemand etwas vor. Für "Chaos And Creation In The Backyard" konzentrierte er sich aber vor allen Dingen auf die akustische Gitarre – die auch in epischeren Titeln wie "Riding To Vanity Fair" nie untergeht. Schön, wenn ein Multimillionär, der es eigentlich nicht mehr nötig hätte, Musik zu machen, noch so viel Kreativität in sich hat, um ein überzeugendes Album vorzulegen.

Fazit: Weder hat er sich oder seine Musik neu erfunden, aber gerade das Vertraute, das man auf "Chaos And Creation In The Backyard" findet, macht den Charme der Platte aus. Gelungen!

Anspieltipps: "Fine Line", "Riding To Vanity Fair", "At The Mercy", "A Certain Softness"

29. September 2005