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  • 29. September 2005, noch kein Kommentar

Das Geschwister-Quartett The Corrs hat mit "Home" eine Sammlung von Folk-Songs aufgenommen.

Von Jan Gebauer

Bereits mit dem Titel des neuen Albums "Home" machen The Corrs klar, welchen musikalischen Weg sie eingeschlagen haben: zurück zu den Anfängen – zurück zum Folk ihrer Heimat Irland. Dabei bedienen sich die vier Geschwister aber keineswegs aus dem hinlänglich bekannten Klassiker-Fundus der Insel, sondern wählten bewusst weniger bekannte Songs aus. Um eines vorweg zu nehmen, The Corrs sind trotz ihrer Ambitionen und durchaus vorhandenen folkloristischen Einflüsse nun nicht zur Hardcore-Folk-Kapelle mutiert. Die zuletzt doch sehr deutlichen Pop-Pfade haben sie nicht ganz verlassen, auch wenn hier und da Fideln Gebrauch finden oder andere traditionelle Instrumente wie Flöten zum Einsatz kommen. Dafür lieben Andrea, Jim, Sharon und Caroline viel zur sehr ihre üppigen Streicher-Teppiche. Dazu die hinreißend süßliche Lead-Stimme Andreas – die natürlich einen kräftigen Mainstream-Aspekt hinzu adiert.

Dass das Album insgesamt aber durchweg gelungen ist, liegt vor allen Dingen an der exzellenten Songauswahl, auch wenn nicht alles aus der irischen Heimat stammt. Der herausragendste, bewegendste, ja brillianteste Song auf "Home", "Heart Like A Wheel", wurde von der Franko-Kanadierin Anna McGarrigle geschrieben. Mitte der 70er Jahre hatte das Lied bereits in einer Version von Linda Ronstadt Millionen Menschen zu Tränen gerührt. Auch Andrea Corr kann dem zerbrechlichen, todtraurigen Liebeslied überraschend eigene Nuancen abgewinnen. "My Lagan Love" wurde vor vielen Jahren bereits von Kate Bush interpretiert. "Home" wird von diesem feinen Traditional eröffnet, während danach das bezaubernde "Spancill Hill" seinen Einsatz bekommt. Auch das teilweise in Gälisch gesungene "Buachaill ón Éirne" überzeugt dank einem geschmackvollen Arrangement. Selbst schwungvolle, recht traditionelle Geigen- und Flöteninstrumentals in Form von "Old Hag" und "Haste To The Wedding" halten die Corrs bereit.

Fazit: Kaum ein Jahr nach dem gelungenen Pop-Album "Borrowed Heaven" (queer.de-Review) überzeugen The Corrs mit einem feinfühligen Tribut an ihre Folk-Wurzeln.

Anspieltipps: "Heart Like A Wheel", "Spancill Hill", "Black Is The Colour", "Old Town"

29. September 2005