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  • 07. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Luther Vandross war ein großer Soul-Sänger. Schwulen-Ikonen wie Elton John, Donna Summer, Celine Dion finden sich auf dem Tribut-Album.

Von Jan Gebauer

Luther Vandross war im Soul-Genre einer der ganzen Großen, den man auf Anhieb an seiner samtenen Stimme erkennen konnte. Als der Sänger am 1. Juli starb, hinterließ er eine große Lücke – war er doch stilistisch ein Meister der alten Schule, der ohne viel Hip-Hop- oder Rap-Spielereien auskam und besonders mit kuscheligen Balladen glänzte. Bei seinen Kollegen war Vandross außerordentlich beliebt. Viele große Namen ließen sich von ihm Songs schreiben oder produzieren. Für das Album "So Amazing – An All-Star Tribute To Luther Vandross" versammelte Produzent Clive Davis (machte zum Beispiel aus Whitney Houston einen Superstar) eine erstklassige Riege von Sängern und Sängerinnen, die dem Großmeister des feinen Souls Tribut zollen. Unter den Interpreten finden sich auch viele Stars, die besonders bei Schwulen beliebt sind. Neben Vorzeige-Homo Elton John sind Donna Summer, Celine Dion, Aretha Franklin, Patti Labelle und Mary J. Blige zu nennen.

Alle Interpreten haben Songs von Vandross aufgenommen, die ihn seit dem Beginn seiner Solo-Karriere im Jahre 1981 berühmt gemacht haben oder die der Sänger auf seine ganze eigene Weise coverte. "Anyone Who Had A Heart" ist ein gutes Beispiel für so ein Cover, das im Original von einem seiner größten Vorbilder, Dionne Warwick, aufgenommen wurde. Für das Tribut-Album wurde Vandross' warme Stimme mit der ebenso charismatischen von Elton John gepaart. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Ausdruckskraft der Engländer in den letzten Jahrzehnten in seiner Stimme hinzugewonnen hat. Celine Dion nimmt sich dagegen zurück und versucht sich an dem ohnehin schon berührenden Vandross-Hit "Dance With My Father". Das Lied sang sie 2004 bei den Grammys vertretungsweise für Vandross, der wegen seines Schlaganfalls vom 16. April 2003 nicht mehr auftreten konnte – allerdings an dem Abend zahlreich ausgezeichnet wurde.

Ebenfalls hochklassig die Fassung des ersten Top-Ten-Hits von Vandross in den US-Pop-Charts ("Here & Now") von Patti Labelle, die ebenfalls noch sehr gut bei Stimme ist. Eher etwas gequält klingt ausgerechnet Soul-Queen Aretha Franklin. Besonders in den hohen Tönen scheint sie viel an Volumen verloren zu haben - "A House Is Not A Home" war wohl keine gute Wahl. Auch Usher – für viele in etwa der legitime Nachfolger von Vandross – macht deutlich. wie sehr der Großmeister in den nächsten Jahren noch fehlen wird. "Superstar", vor Vandross auch von Stars wie den Carpenters oder Bette Midler aufgenommen worden, ist nicht mehr als solide, aber keineswegs überzeugend. Da klingt Schauspieler Jamie Foxx (bekannt durch die tolle Ray-Charles-Biografie "Ray") weitaus besser, ebenso wie Alicia Keys, die mit Jermaine Paul ein zuckersüßes "If This World Were Mine" zaubert. Diese schöne Ballade sang Vandross einst mit der stimmgewaltigen Cheryl Lynn.

Fazit: In den USA ist das Album auf Anhieb in die Top-5 gesprungen – eine Beweis, wie hoch der Soul-King noch im Kurs steht. Der Großteil der enthaltenen Songs überzeugt und die meisten Interpreten bemühen sich redlich, Vandross ein schönes Tribut zu liefern. Die Vielfalt der Künstler gibt den Ausschlag zu einem feinen Hörvergnügen.

Anspieltipps: "If This World Were Mine", "Anyone Who Had A Heart", "Here & Now", "Never Too Much"

7. Oktober 2005