Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?3595
  • 11. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Manche nennen ihn den "Robbie Williams des Jazz". Jamie Cullum sieht süß aus und hat sein zweites Album am Start.

Von Jan Gebauer

Norah Jones, Katie Melua, Michael Bublé und Jamie Cullum – so lautet die neue Generation von Sängerinnen und Sängern, die mit Jazz und Pop jonglieren und die Grenzen beider Genres kräftig aufbrechen. Viele sehen dahinter einen einzigartigen Hype, denn millionenfach verkaufte Platten rufen generell argwöhnische Kritiker auf den Plan. Cullum hat auf seinen ersten beiden Alben "Pointless Nostalgic" (2002) und "Twentysomething" (2004) vorrangig Fremdkompositionen, meist Klassiker, gesungen. Auf seinem dritten Album "Catching Tales" gibt es nun endlich hauptsächlich Eigenkompositionen. Erst vor zwei Wochen lief im ZDF ein Konzert von Cullum, in dem er auch schon ein paar seiner neuen Stücke anstimmte. Die queer.de-Musikredaktion war von der Stimme Cullums auf Anhieb – erschreckt. Da wurde mehr gequäkt als gesungen und seine Atemlosigkeit löste eher Befremden als Begeisterung aus. Da konnte man nur hoffen, dass das Album besser ausfällt.

Im Studio kann man dem stimmlichen Unvermögen immer noch dank der Technik auf die Sprünge helfen. Und wenn die Songs stimmen, dann kann man vielleicht auch die Stimme ausblenden. Das machen die meisten Konsumenten wohl bei Britney Spears – und die großen Erfolge von Bob "Blowin' In The Wind" Dylan oder Janet "Nasty" Jackson beruhen sicher auch nicht auf deren einzigartige Sangeskunst. Die Songs auf "Catching Tales" sind beruhigenderweise besser ausgefallen, als man nun den Eindruck haben könnte. Wenn Cullum seine Stimme nicht überanstrengt, kommt dabei groovendes Pop-Handwerk wie "Mind Trick" oder eine swingende Leichtfüßigkeit in Form von "Nothing I Do" raus. Auch der Ohrwurm "Photograph" hat nach einem verhaltenen Beginn seine unbestreitbaren Qualitäten. Allerdings wird Cullum kaum noch ein "Ordinary Life", wie er es im Refrain des besagten Lieder besingt, leben – schließlich durfte er schon für die Queen trällern. Wer fragt da noch nach der Stimme?

Fazit: Die Musik ist deutlich besser als die Stimme, darum finden sich durchaus gute Songs auf dem dritten Album von Jamie Cullum.

Anspieltipps: "Photograph", "Nothing I Do", "Get Your Way"

12. Oktober 2005