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  • 11. Oktober 2005, noch kein Kommentar

1990 sang sie für Österreich beim Grand Prix – heute ist sie die Schlager-Queen ihres Landes: Simone.

Von Jan Gebauer

"Keine Mauern mehr" – mit diesem Titel sang sich Simone 1990 beim Eurovision Song Contest, damals noch Grand Prix d'Eurovision de la chanson, in die Herzen schwuler Schlagerfans. Für ihr Heimatland Österreich schaffte die damals gerade Volljährige einen achtbaren zehnten Platz. Zwar war das Liedchen etwas bemüht an den damaligen Umbrüchen im Osten Europas angelehnt, dennoch überzeugte die frische Blondine mit einer guten Performance. Es sollte der Startschuss zu einer erfolgreichen Schlagerkarriere in Österreich, aber auch in Deutschland und der Schweiz sein. Nach zwei Jahren Pause kommt Simone mit einem neuen Album daher: "Schwerelos". Luftig-leichte Schlagerklänge haben die Produzenten und Komponisten Harald Steinhauer und Frankie Chinasky mit Hilfe von prominenten Textdichtern wie Joachim Horn-Bergnes (Michelle, Matthias Reim, etc.) und Juliane "Conny Kramer" Werding der Sängerin auf den knackigen Leib geschrieben. Atemberaubend schön ist Simone nämlich noch obendrein. Allerdings kann ich mir bei der neuen Foto-Session im Booklet den ein oder anderen Gedanken an Samantha Fox nicht verkneifen – dafür lacht mich der üppige Vorbau und Simones lasziver Blick zu sehr an.

Zwischen Machos und Normalos, Einsamkeit und Dreicksbeziehungen, Singletum und Manolo-Blahnik-Schuhen, kleinen Flirts und großer Liebe bewegen sich die Themen ihres "gesungenen Poesiealbums" (Pressetext). Besonders "Wo sind die Männer" könnte für Schwule interessant sein. Nicht nur dass Juliane Werding den Text geschrieben hat, nein, sie trifft es auch genau auf den Punkt: "Ich steh auf Männer, nicht auf coole Blender ... Wo sind die Männer? All die Herzensfänger, denn Machos find ich voll antiquiert ... doch die sind meistens leider liiert." Dazu gibt es eine geradlinige Pop-Melodie und Simones leicht schnippischer Gesang. Auch "Da bleib ich lieber frei" bietet interessante Textpassagen: "Da bleib ich lieber frei, und lebe mit der Einsamkeit ... Gefühl ist für mich mehr als nur ein Zeitvertreib ... Mit halber Power lieb ich nicht..." Na, wenn da nicht das schwule Schlager-Herzchen heftig pocht. Etwas bemüht wirkt dagegen das Lied "Samstag Nacht", wo sie allzu offensichtlich auf der "Sex-and-the-City"-Welle schwimmt.

Fazit: Sanfter Schlager, der sympathisch und leicht daherkommt. Und bei den schönen Fotos im Booklet könnte man glatt einen heterosexuellen Ausflug machen.

Anspieltipps: "Jenseits der Träume", "Wo sind die Männer", "Da bleib ich lieber frei"

12. Oktober 2005