Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?360
  • 08. Dezember 2003, noch kein Kommentar

Von Carsten Weidemann

Was die schwul-lesbische Szene betrifft, stand Rom lange im Schatten von Mailand und Bologna. Seit dem World Pride im Jahr 2000 hat die Community in der "Ewigen Stadt" jedoch mächtig Auftrieb bekommen. In der Nähe des Stadtzentrums, zwischen Stazione Termini und dem Kolosseum, hat sich eine moderne Szene, sogar die erste "Homo-Meile" Roms, zwischen Via Labicana und Via Verri gebildet. Schwulen Saunen, Bars und Clubs reihen sich hier aneinander. Trastevere auf der anderen Seite des Tibers ist ebenfalls ein angesagtestes Ziel. Dorthin gehen die Römer, um gut und billig zu essen oder in einer der zahlreichen gemischten Bars abzuhängen.

Rom mit seinen Tausenden Sehenswürdigkeiten aus allen Epochen zu beschreiben füllt ganze Bibliotheken. Aus schwuler Sicht eine der interessantesten und optisch reizvollsten Sehenswürdigkeiten stammt aus der leidvollen faschistischen Zeit. Mussolini wollte ein drittes Rom schaffen, das dem kaiserlichen und dem Rom der Renaissance ebenbürtig sein sollte und ließ seit 1931 am nordöstlichen Stadtrand eine gigantische Sportanlage, das Foro Italico, schaffen. 60 riesige männliche Athletenstatuen begrenzen das Stadion im Anklang an antike Sportstätten im altrömischen Stil und lassen erahnen, was der heutige Italiener unter "superdodato" versteht und sich mit "sehr sehr gut gebaut" ins Deutsche übersetzen lässt.

Wer sich gerne an gut gebauten Männerkörpern aus Fleisch und Blut erfreuen möchte, sollte im Vatikan der Schweizer Garde beim Exerzieren zusehen. Im Sommer hat man die Möglichkeit, nahtlos gebräunte Kerle am schwulen Strandabschnitt des Lido di Ostia zu bestaunen.

Die den Südeuropäern eigene Mentalität findet man natürlich auch in Rom: Alles beginnt wirklich spät und keinesfalls vor 22 Uhr. Angesagt sind zurzeit die Bars "Hangar" (die älteste römische Schwulenbar), das "Skyline", das "Alcatraz" und das gemischte "Shelter", das von Schwulen und Lesben gleichermaßen besucht wird. Der legendärste Discoclub ist immer noch das "L'Alibi" am Testaccio, einem Szeneviertel auf den Gründen des ehemaligen Schlachthofes mit vielen Straßencafés, Discotheken und In-Läden.

An Saunen gibt es in Rom drei akzeptable, unter anderem die "Apollion Baths", die "Mediterraneo Sauna" und vor allem der "Europa Multiclub". Auch in Rom gilt in den meisten Bars und Saunen, dass die UNO/Arcigay Card am Eintritt vorzuweisen ist, welche aber problemlos vor Ort erhältlich ist. Eine der besten Cruisingplätze ist outdoor das "Colesseo Quadrato" im Garten des Palazzo Civiltà di Lavoro oder indoor der Sexclub "K".

Dank der vielen Billigflieger ist der Kurztrip nach Rom heute für jeden erschwinglich. Exklusive Homo-Unterkünfte gibt es in Rom keine und die gayfriendly-Hotels sind eine Sache für sich - entweder im Ambiente eines Stundenhotels oder ein Luxusschuppen mit unbezahlbaren Preisen. Der Italienspezialist "ArcoTurismo" by OverTheRainbow bietet ein schwul-lesbisch geführtes Bed & Breakfast in der Nähe von Stazione Termini (ca. zehn Minuten Fußweg) ab 30 Euro pro Person und Nacht an.