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  • 12. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Scala waren eine der Musik-Sensationen 2004. Nun gibt es ein neues Album – erstmals ausschließlich mit deutschen Liedern.

Von Jan Gebauer

Ein belgischer Mädchen-Chor intoniert die großen Rock-Perlen der letzten Jahre auf ganz eigene Art und Weise – Scala und die beiden Produzenten, Arrangeure und Brüder Kolacny erlebten 2004 mit ihrer ungewöhnlichen musikalischen Gratwanderung einen nicht für möglich gehaltenen Erfolg. Auf dem Album "Dream On" interpretierten die Mädchen Lieder von Radiohead, U2, Nirvana oder The Verve und gaben den Liedern durch ihre sakralen Gesänge eine völlig neue Note. Auch deutsches Liedgut war dem Chor nicht fremd. So sangen sie auf der Bonus-CD zum Album "Engel" von Rammstein, landeten damit im Radio und ließen gegen Ende des Jahres noch ein Cover des Ärzte-Klassikers "Stummer Schrei nach Liebe" folgen. Mit beiden Cover-Versionen platzierten sich Scala & The Kolacny Brothers auch in den heimischen Charts – da lag es nah als nächstes ein ganzes Album mit deutschsprachigen Rock- und Pop-Songs aufzunehmen.

Der Stil ist der gleiche geblieben – die wahlweise feen- oder geisterhaften Stimmen der Mädchen dominieren jedes Lied und werden kongenial vom Klavierspiel Steven Kolacnys untermalt. Ob flüsternd, dezent aggressiv oder lieblich – die Schattierungen im Gesang der Mädchen sind ebenso vielfältig wie die Auswahl der Lieder. Weder so stilistisch unterschiedliche Künstler wie Grönemeyer, Kraftwerk oder die Toten Hosen sind vor den Belgierinnen sicher. Auch Rammstein wurde von den über 40 Damen wieder aufgegriffen: "Mutter" klingt dann auch ähnlich beklemmend wie "Engel". "Hungriges Herz", erste Single aus dem Album und im Original von Mia, überzeugt ebenso wie "Tausend Tränen tief" von Blumfeld oder das scheinbar nicht coverbare "Hier kommt Alex" der Toten Hosen. Also CD kaufen, am besten abends in den CD-Player und die einmalige Atmosphäre des Chors und seiner Meister genießen.

Fazit: Die Mädchen nehmen den teilweise überlebensgroßen Vorbildern nicht die Seele, sondern interpretieren sie auf eigenständige Weise neu. Das tun sie absolut ergreifend und gefangennehmend wie schon auf "Dream On".

Anspieltipps: "Hungriges Herz", "Mutter", "Tausend Tränen tief", "Perfekte Welle"

13. Oktober 2005