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  • 13. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Crow gilt vielen als eine der letzten echten Rock-Ladys. Mit "Wildflower" steht nun ihr fünftes Studio-Album im Handel.

Von Jan Gebauer

Gute zehn Jahre sind seit ihrem Durchbruchshit "All I Wanna Do" vergangen. Nach mittlerweile vier Studio-Alben, drei DVDs, einer Live-CD und sage und schreibe neun Grammys meldet sich Sheryl Crow mit dem neuen Werk "Wildflower" ("Wildblume") zurück. "Für dieses Album hatte ich mir vorgenommen, viel mehr von mir preiszugeben", beschreibt die Sängerin ihre neue Platte im Pressetext. Und genau das hat sie auch getan: "Wildflower" besteht aus einer Auswahl von intimen Kompositionen, die eher mit Streicher- als mit Gitarren-Parts ausgestattet sind. Wo ihr Vorgängeralbum "C’Mon C’Mon" eine Hommage an klassischen Rock der 60er und 70er Jahre war, präsentiert sich "Wildflower" mit eher ruhigen, zurückhaltenden Klanggewändern. Und doch kehren manche Songs zur Quintessenz der Musik aus dieser Ära zurück. Immer dann nämlich, wenn Crow ihren Vorbildern wie Joni Mitchell nacheifert und die gute Singer/Songwriter-Zeit der frühen 70er Jahre wieder aufleben lässt.

"Ich wollte ein Album machen, das Themen anspricht, die eine Vierzigjährige wirklich beschäftigen", ergänzt Crow. Huch, ist sie wirklich schon so alt? Tatsächlich, die baldige Ehefrau von Radsport-Ass Lance Armstrong (33), ist bereits 43, sieht dafür aber immer noch genauso taufrisch aus wie vor zehn Jahren. Ebenso gut gehalten hat sich auch ihre Musik und natürlich ihre markante Stimme. "Wildflower" steckt voller erwachsenem, sehnsüchtigem Songwriter-Poprock: klassisch, unaufdringlich und schlüssig. In der Schlüssigkeit liegt allerdings auch eine Schwäche dieser eigentlich feinen Scheibe: Große Dynamik beinhaltet das Album nicht; es fließt in seinem einnehmenden Perfektionismus ruhig dahin. Die größte Spannung wird wohl von der Frage aufgeworfen, ob Sheryl Crow dieser entspannten Zufriedenheit auch auf weiteren Alben treu bleibt oder vielleicht doch wieder häufiger die Gitarre in den Vordergrund stellt, um die Rock-Lady rauszukehren.

Fazit: "Wildflower" ist das Werk einer reifen, erfahrenen Frau. Schöne Melodien, starke Stimme, aber wenig Überraschungen. Trotzdem gut gemacht, Frau Crow.

Anspieltipps: "I Don’t Wanna Know", "Always On Your Side", "Lifetimes", "I Know Why"

14. Oktober 2005