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London In London ist ein 24-Jähriger offenbar Opfer eines anti-schwulen Hassverbrechens geworden. Der Bar-Manager Jody Dobrowski befand sich am späten Freitagabend auf einem Rückweg von Freunden in der schwulen Cruisingarea von Clapham Common in Südlondon, als er von zwei ungefähr 20-Jährigen attackiert wurde. Während sie brutal auf das das Opfer einschlugen, hätten sie im Londoner Akzent schwulenfeindliche Äußerungen gemacht, berichteten Zeugen später der Polizei. Der bewusstlose Dobrowski wurde gut eine Stunde später von Passanten gefunden und in ein nahegelegens Krankenhaus gebracht, wo er an seinen Verletzungen verstarb. Die Polizei schätzt, dass sich zum Tatzeitpunkt über 12 Personen in der Gegend aufgehalten haben, und bittet um weitere Zeugenaussagen. Der Ermittler Nick Scola sagte den "BBC News at Ten" am Sonntag, er und seine Kollegen hätten selten so extreme Verletzungen gesehen. Es handle sich zweifellos um eine homophobe Gewalttat, auch wenn noch unklar sei, ob das Opfer selbst schwul gewesen sei. Die Täter hätten eventuell schon früher auf Schwule eingeschlagen und würden höchst wahrscheinlich wieder zuschlagen. Die Metropolitan Police will am Montag Nachmittag eine Pressekonferenz abhalten und neue Details bekannt geben, der Fall hat in Großbritannien nationales Interesse erweckt. Die Gruppe "OutRage!" kritisierte, die Polizei hätte die Szene früher warnen sollen. Am 13. September habe sich ein Mann in Clapham Common in letzter Sekunde von jugendlichen Attackierern loslösen können, die ihn strangulieren wollten. Ein anderer Mann sei dort am 1. Oktober von drei Jugendlichen angegriffen worden. Im letzten Jahr war am Londoner Themse-Ufer der schwule Gastwirt David Morley von einer Gruppe von Jugendlichen erschlagen worden. Die Jugendlichen sind inzwischen gefasst und verurteilt worden. In der gleichen Woche wurde ein 25-jähriger Tourist zusammen mit seinem 38-jährigen Partner in einem Nachtbus von einem Teenager mit vier Messerstichen schwer verletzt. (nb)



15 Kommentare

#1 LinkerCacheAnonym
  • 17.10.2005, 16:34h
  • Ich weiß zwar jetz nicht im detail, wie britische Gerichte in solch einem Fall üblicherweise Urteilen, aber ich denke mal, das in Deutschland die Täter aussagen würden, sie seien "angemacht" worden. Dann würden sie nach üblichen Deutschen Verhaltensmustern der entsprechenden richter mit einer Strafe wegen "Körperverletzung mit Todesfolge" davon kommen.

    Aber zurück zu großbritanien: Ich hoffe, das die Täter wegen Mordes angeklagt werden und eine entsprechende Strafe bekommen!
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#2 GeneAnonym
  • 17.10.2005, 17:11h
  • Es gab Zeugen die etwas über den Akzent der Täter aussagen konnten und er wurde eine Stunde später gefunden???

    Ich weiss nicht ob ich den Angriff ins Zentrum meines Zorns stellen kann, wenn ich mir vorstelle, wie ein Überfallopfer eine Stunde lang auf Hilfe warten muss, wenngleich es Zeugen des Unfalls gab.

    Mädels, da läuft was ganzschön falsch...
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#3 SvenAnonym
  • 17.10.2005, 17:47h
  • Hey Gene, das habe ich mir auch gedacht!

    "mindestens 12 weitere Zeugen", da waren also über 10 Personen (1 Opfer, der/die bisherigen Zeugen und die weiteren Zeugen) und diese Personen konnten sich nicht den zwei Tätern entgegen stellen???
    Es hätte sicherlich gereicht wenn sich 2 hinzugesellt hätten, dann wären die Angreifer schon in der Unterzahl gewesen und hätten sicherlich von der Tat abgesehen.

    Ich bin entsetzt, dass Menschen und in diesem Falle Schwule so uninteressiert an ihren Mitmenschen sind (wenn es nicht um Sex geht).
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#4 WernerAnonym
  • 17.10.2005, 20:10h
  • So schlimm, wie dieses Verbrechen auch ist, sollte man nicht der Idee nachhängen, dass es hier allein gegen Schwule geht. Erinnert sei an den Fall des 17 jährigen Jamie Robe, der sich 1997 ereignet hat und der verfilmt wurde, zum nachlesen hier
    www.tvmatrix.de/index.php?tippid=4473

    Auch hier gab es viele Zeugen, die sich aber nicht trauten, auszusagen.

    Hier findet etwas statt, wogegen es sich lohnt zu kämpfen: Es kann nicht sein, dass Zeugen ganz allein sind, wenn sie gegen jemanden aussagen und dann noch Repressalien seitens der Täter bzw. derer Helfer und Verwandte befürchten müssen. Diese Mauer des Schweigens lässt sich nur einreissen, wenn wir alle aufhören zu schweigen und uns trauen, Initiative zu ergreifen, wenn jemand in Not ist oder vieleicht nur belästigt wird. Es ist ja scheinbar leider der Normalfall, wegzuschauen, um Ärger zu vermeiden, anstatt sich einzumischen, zumal immer die Angst vorherrscht, dass man eventuell alleine dasteht und mit Opfer wird.

    Ich gaube, dass sich so etwas durchaus auch in Deutschland ereignen könnte.
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#5 Karl-HeinzAnonym
  • 17.10.2005, 21:43h
  • Über den Bericht vom Überfall durch die
    Schwulenhasser,bin ich tief erschüttert.
    Was ich nicht verstehe,warum die Men-
    schen,die diesen Überfall an Joy miter-
    lebt haben nicht geholfen haben.Durch
    Ihr zuschauen und nichts tun,hat Joy durch
    die Schläge der Schwulenhasser sein
    Junges leben im Alter von 24 Jahren las-
    sen müssen.Das ist für mich Unbegreiflich.
    Ich hoffe das die Justits diese Schwulen
    hasser hart bestrafen wird,solche haben
    es nicht anders verdient wegen des Mordes
    an Joy Lebenslänglich zu bekommen.Ich
    möchte an dieser Stelle den Eltern,sowie
    den Verwanten,als auch seinem Freund &
    Freunden,mein tief empfundenes Beileid
    auszusprechen.Ich werde in Gedanken &
    Gebeten an die Familie von Joy,seinen
    Freund & allen die tief mit Ihm verbunden
    waren denken.
    In Liebe Ihr & Euer Karl-Heinz
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#6 L.Anonym
  • 17.10.2005, 22:06h
  • Wie immer in solchen fällen kommen wiedereinmal die berühmten "drei Affen" zum einsatz: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Das habe ich schon am eigenen leib erfahren müssen. Und das war nicht gerade lustig. Im gegenteil, ich hatte bereits mit meinem Leben abgeschlossen. Glücklicherweise wurden die täter ziemlich schnell ermittelt. Allerdings wurde die Tatwaffe (.45) nie gefunden. Allerdings wurden sie zu vernünftigen Strafen verurteilt.
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#7 SaschaAnonym
  • 17.10.2005, 22:36h
  • Ich sage es doch immer wieder: Eines der größten Hindernisse für Veränderung in der Gesellschaft sind die Vorurteile und nicht selten "Phobien" von Schwulen gegen ihresgleichen. Wie viele Homosexuelle haben Angst davor, einem anderen Homosexuellen ins Gesicht zu sehen in der Angst, dass irgend jemand ihn (d.h. beide) als schwul identifizieren könnte? Wenn es dann um Zivilcourage geht, an der es bekanntlich in dieser Gesellschaft insgesamt zunehmend mangelt, dann wird das gegenseitige Desinteresse mit Sicherheit eher noch größer als geringer.

    Und schon wären wir wieder bei Themen, die für die Veränderung dieser nach wie vor krankhaft homophoben Gesellschaft noch viel wichtiger wären als irgendwelche Antidiskriminierungsgesetze oder die juristische Gleichstellung (letztgenannte Maßnahmen sollten eine Selbstverständlichkeit sein!): Erziehung, Bildung, Erziehung, Bildung, Erziehung und.... richtig: Bildung.

    Erst dann, wenn junge Menschen nicht rund um die Uhr mit einem "Normalitätsbegriff" zugeknallt werden, der nur EINE Lebensweise, eine sexuelle Identität kennt, wird sich wirklich etwas an all unseren Problemen ändern. Erst dann werden schwule Jungs und lesbische Mädchen mit 14 ganz selbstverständlich wie ihre heterosexuellen Altersgenossen Händchen halten und knutschen können und nicht irgendwann zu mind. 50 % beziehungsgestört oder -unfähig sein, sich verstecken, von Depressionen und Selbstzweifeln gezeichnet etc. sein. Eine andere Erziehung (insbesondere in den Schulen) ist der Schlüssel und eine dringende Notwendigkeit. Soweit die Situation in Deutschland 2005 - nach sieben Jahren rot-grüner Regierung, in denen sich allenfalls in marginalem Umfang etwas Positives getan hat.

    Die Aussichten bis 2009: Wir können froh sein, wenn es keine Rückschritte gibt, und nur darauf hoffen, dass Grüne, Linke und SPD gerade in diesen Fragen vielleicht doch gegen die reaktionären Erzkonservativen der Union einen wirklichen Fortschritt durchsetzen!
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#8 HobbelAnonym
  • 18.10.2005, 00:28h
  • Der simple Beweis, dass es in jedem anderen Land auch sowas wie Nazis gibt, dass also die ausländischen Gedanken nicht stimmen, sowas gäbe es bei ihnen nicht. Bei Großbritannien ist es auch wahrscheinlich, dass die beiden betrunken waren und sich daher zu dieser tat verleiten ließen.
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#9 HobbelAnonym
  • 18.10.2005, 00:29h
  • Noch was:

    Als ob es in Deutschland mit den Zeugen anders gewesen wäre! Die wären auch einfach weitergegangen. Das ist doch normal, da kann man so oft man will an die Zivilcourage appellieren.
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#10 Stefan K.Anonym
  • 18.10.2005, 15:55h
  • Da sehen wir's mal wieder. Das Gesetz hindert den Menschen nicht daran, solch grausame Taten begehen. Es muss eingeschritten werden. Sonst wird es solche Chaoten bald noch in Jahrzehnten weiter geben und wir können nichts unternehmen.
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