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  • 18. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Nach vier Jahren Pause haben Depeche Mode ihr elftes Studioalbum "Playing the Angel" veröffentlicht.

Von Jan Gebauer

Die Jungs von Depeche Mode sind ganz schön in die Jahre gekommen. Nein, damit ist nicht ihre Musik gemeint, sondern einfach die Tatsache das mit der neuen CD "Playing The Angel" das elfte Album seit 1981 in den Regalen des Musikfachhandels steht. Ganze vier Jahre haben sich Depeche Mode für "Playing The Angel" Zeit gelassen und wie man schon am Cover erahnen kann, erwartet einen kaum ein fröhliches Pop-Werk. Und die Erwartungen sind natürlich immens hoch, hatte doch "Exciter" nicht nur Fans und Kritiker begeistert, sondern auch weltweit über zwei Millionen Platten verkauft. Dabei waren Depeche Mode in der Zeit seit der Veröffentlichung von "Exciter" alles andere als faul. Noch 2001 ging die Band auf eine ausgedehnte Tour und spielte 85 Konzerte vor insgesamt zwei Millionen Fans. 2003 veröffentlichte Dave Gahan sein Solo-Debütalbum "Paper Monsters". Martin Gore seinerseits brachte mit "Counterfeit 2" den zweiten Teil seiner Serie radikaler Neubearbeitungen von Songs alter und neuer Helden heraus. Und Andy Fletcher gründete sein eigenes Label "Toast Hawaii". Außerdem arbeiteten Martin und Fletch regelmäßig als DJs.

Letztes Jahr veröffentlichten Depeche Mode dann die "Remixes 81-04"-Collection. Das Album enthielt einen brandneuen Remix ihres 89er Klassikers "Enjoy The Silence", welcher auch als Single veröffentlicht wurde und Spitzenpositionen in den Charts abonnierte. Dem Sound des 89er Albums "Violator" kommt dann auch "Playing The Angel" ein wenig nah. Alle drei Bandmitglieder sind sich einig in ihrer Einschätzung, dass es sich bei "Playing The Angel" – vor allem im Vergleich zu "Ultra" (1997) und "Exciter – um eine deutlich flottere Platte handelt, und dass dies ein Ergebnis der Entschlossenheit und Konzentration ist, die im Studio herrschte. Ebenso entscheidend für den Sound von "Playing The Angel" ist Produzent Ben Hilliers Vorliebe für analoge Synthesizer. Diese bedeutete eine Rückbesinnung auf den Sound von "Black Celebration" (1986) und "Violator", womit sich die Band durchaus identifizieren konnte. Ein Unterschied zur Vergangenheit ist, dass "Playing The Angel" das erste Album in der langen Geschichte von Depeche Mode ist, bei dem Dave Gahan auch als Komponist in Erscheinung tritt. So stammen mit "I Want It All", "Suffer Well" und "Nothing's Impossible" drei Songs aus der Feder des Frontmanns. Dieser wollte - ermutigt durch seine Arbeit an "Paper Monsters" - diesmal auch auf dem neuen DM-Album eine persönliche Marke hinterlassen. Ironie: Die erste Single "Precious" klingt bei den Effekten ein wenig nach Chers "The Music's No Good Without You" – aber ohne Vocoder-Stimme.

Fazit: Keine Überraschungen, dafür Altbewährtes und (Rück)-Besinnliches. Düster und mysteriös – Depeche Mode bleiben sich treu.

Anspieltipps: "Precious", "Suffer Well", "I Want It All", "Nothing's Impossible"

18. Oktober 2005