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  • 20. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Schlemmen und ein bisschen abnehmen – das verspricht das "Low-Carb-Kochbuch”.

Von Dennis Klein

Extremes "Low Carb" (zu Deutsch: "wenig Kohlenhydrate") war die Modewelle der vergangenen Jahre. In den USA folgten Millionen den Anweisungen ihres Gurus Dr. Robert Atkins. "Low Carb"-Supermärkte schossen aus dem Boden und in "Low Carb"-Restaurants schlangen gewichtige Menschen ein Steak nach dem anderen herunter. Die Atkins-Euphorie ist inzwischen wieder abgeflacht; doch so falsch lag der 2003 verstorbene Arzt nicht. Wenn man es nicht übertreibt.

Das im traditionsreichen Verlag Gräfe und Unzer herausgegebene "Low-Carb-Kochbuch" übertreibt es nicht. Während Atkins praktisch Kartoffeln, Nudeln, Brot und Obst aus dem Speiseplan vertreibt, versucht der von fünf Ess- und Fitnessexperten geschriebene Ratgeber die Balance zu wahren. Dabei sind auch kleine Sünden durchaus in Ordnung – ja, sogar erwünscht, um nicht Fressanfälle zu bekommen.

Als "Feinde", die nur sporadisch den Weg in den Magen finden dürfen, werden nicht Kohlenhydrate an sich angesehen, sondern bestimmte Zutaten wie Weißbrot, Zucker und – für manche besonders schwer zu akzeptieren – Kartoffeln. Diese in Deutschland höchst beliebten Zutaten würden gar nichts tun, außer auf die Hüften zu gehen. Denn sie, so argumentieren die Autoren, seien "leere Kalorien" – und machten daher nicht satt.

Alternativen gebe es jedoch genug: Dabei geht das Buch über Frühstücksideen, Salate, Suppen, Backideen bis hin zu ganzen Hauptspeißen. Wem es wirklich ernst ist, für den gibt es einen bereits ausgearbeiteten Plan "Low-Carb für Einsteiger".

Und selbst wer nicht abnehmen will, dem werden Rezepte wie Kokos-Hähnchen-Auflauf, gegrillter Käse auf Minitoasts oder auch der Tofu-Walnuss-Burger auf Möhren schmecken. Ansprechend ist neben den schönen Bildern, dass wirklich keine 08/15-Rezepte verwendet werden und sämtliche Zutaten leicht in jedem Supermarkt erhältlich sind.

Mit der radikalen Atkins-Formel purzeln zwar die Kilos schneller; die Waage zeigt schon nach weniger Tagen Ausschläge nach unten. Allerdings ist es schwer, auf Dauer ohne Spagetti, dem Salamibrötchen oder der gebackenen Kartoffeln zu leben. Sobald die Diät abgebrochen wird, fressen sich viele erst mal richtig satt – und müssen schon bald wieder größere Hosen kaufen. Das "Low-Carb-Kochbuch" holt hier etwas weiter aus, denn Ernährungswissenschaftler argumentieren mehrheitlich, dass so ein lang anhaltender Erfolg gewährleistet ist. Und selbst wenn nicht – das Zeug schmeckt mindestens so gut wie die Pommes-rot-weiß.

Elisabeth Fischer, Doris Muliar, Christa, Schmedes, Gregor Velske, Claudia Lenz: Das Low-Carb-Kochbuch, 192 Seiten, Verlag Gräfe und Unzer 2005, ISBN 3-77428-827-5, 19,90 Euro (D)

20. Oktober 2005