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  • 21. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Neuer Mann, neuer Plattenvertrag und neue CD: "Bin wieder verliebt". Ireen Sheer gibt noch mal richtig Gas!

Von Jan Gebauer

Ireen Sheer hat mittlerweile knapp 35 Jahre Musik-Business auf den Schultern – davon 30 äußerst erfolgreich im Schlager- Genre. Am 13. Oktober verriet sie allerdings im "Kö-Talk", einer Talkrunde mit prominenten Gästen in der Düsseldorfer Kö-Galerie mit ARD-Tagesschausprecher Jan Hofer als Moderator, dass sie von Anfang in eine Schublade gesteckt worden sei, aus der sie sich bis heute nicht befreien konnte. Sheer ging in der ansonsten politischen Runde etwas unter, bekannte sich aber als Merkel-Fan und erzählte von ihren eigentlichen Musik-Vorlieben. Sie bewundere Udo Jürgens und seine Musik und würde eigentlich auch gerne mal wieder etwas anderes singen, als nur Schlager. Ihrem neuen Album "Bin wieder verliebt" merkt man das allerdings kaum an, womit wir wieder bei den Schubladen wären. Mit Jack White, der in den 80er auch mal für den ein oder anderen Welthit gut war – wir erinnern uns an Laura Branigans "Gloria" oder "Self Control" – hat Sheer nicht nur einen neuen Produzenten gefunden, sondern auch gleichzeitig ein neues Label – denn White Records gehört Horst Nussbaum, wie White bürgerlich heißt.

Für nette Schlager-Ohrwürmer ist der gebürtige Kölner immer noch gut, auch wenn der Kitsch- und Trash-Faktor auf "Bin wieder verliebt" schon ordentlich nach oben schnellt. Das wird ganz besonders deutlich, wenn die routiniert platzierten Urlaubsmotive herangezogen werden: "La bella bella musica" und "A domani amore". Auch "Heut’ verkauf’ ich meinen Mann" ist ein absoluter Ohrwurm, der mal zwischen frecher Zickigkeit und halbherzigen Versöhnungsschlager schwankt. Da sind Träller-Liebeslieder wie "Bin wieder verliebt" (ist sie tatsächlich, laut dem ARD-Magazin "Brisant), "Du bist heut’ Nacht nicht allein" oder "Stark genug um zu gehen" schon deutlich geradliniger. Auch modern aufgepeppte Songs wie "Bitte geh" zeigen die Sheer mal in einem etwas anderen Licht. Eher weniger gelungen: Der billig aufgepeppte 2005-Mix des Erfolgshits "Feuer", oder die austauschbaren, typischen Schlagerbeats, die wahrscheinlich auch Sheer selbst mittlerweile etwas langweilen.

Fazit: Gegen Alben von jüngeren Kolleginnen wie Francine Jordi oder Michelle kommt Ireen Sheer zwar nicht an, aber dennoch unterhält auch ihr Album. Nichts Weltbewegendes, aber durchaus solider Schlager-Spaß. Ihr Charme überwiegt.

Anspieltipps: "La bella bella musica", "Bitte geh", "Bin wieder verliebt", "Heut’ verkauf ich meinen Mann"

21. Oktober 2005