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In den späten 60er Jahren versuchte sich die Valente auch an zeitgenössischer Pop-Musik – "Sweet Beat" ist erstmals seit 1968 wieder im Handel.

Von Jan Gebauer

In den letzten zehn Jahren ist es sehr ruhig geworden um die Grande Dame des gehobenen europäischen Liedgutes. Wie erst letzte Woche beim "großen Mary-Roos-Abend" auf dem NDR zu hören war, macht sich Caterina Valente sogar bei Freunden und nahe stehenden Kollegen rar und diese rätseln was die Lady in diesen Tagen so treibt. Für CD-Sammler bleibt der Trost, dass es immer prallgefüllte Archive gibt, aus denen regelmäßig für Wiederveröffentlichungen geschöpft werden kann. Für die CD "Sweet Beat – The Legendary 60s Pop Session" griff man auf die seit 1968 nicht mehr erhältlichen Aufnahmen der Decca-LP "Sweet Beat" zurück. Für dieses Album hatte die Valente seinerzeit aktuelle Pop-Songs und eine handvoll von legendären Evergreens zu einem einmaligen Mix aus Easy-Listening und 60s-Sunshine-Pop zusammengestellt. Mit ihrem damaligen Ehemann und Manager Eric van Aro wählte sie sowohl Songs aus dem damaligen "Swinging London" aus, als auch Titel, die im Original von amerikanischen Künstlern aufgenommen worden waren. Für die Arrangements zeichnete sich Heinz Kiessling verantwortlich – der zum Beispiel auch für den legendären Frank Sinatra einen Song schrieb: "In The Shadow Of The Moon".

Kiesslings stimmungsvolle Arrangements zeichnen sich durch eine ganz besondere Originalität aus. Mit seinem sparsamen Einsatz von Instrumenten und den von der Valente selbst eingesungenen Chorsätzen schuf er eine eigenständige Atmosphäre für die Platte. Kennt man die Diva von ihren Schlager-, Jazz- oder südamerikanischen Aufnahmen als Stimmakrobatin mit extrem hohen Passagen, präsentiert die Sängerin auf "Sweet Beat" eine ganz andere Seite von sich. Valente, die auch den Part der Sologitarre übernahm, singt mit zurückgenommener, sanfter Stimme und verliert dabei weder Nuancen noch ihre starke Ausdruckskraft. Die Sängerin eröffnet "Sweet Beat" mit der oft aufgenommenen Beatles-Nummer "We Can Work It Out", die wenig später auch ein Hit für Stevie Wonder war. Da möchte man am liebsten sofort einen leckeren Cocktail mixen und sich in einer Lounge niederlassen, so großartig swingt die Valente bei der Nummer daher. Ebenso entspannt und überzeugend sind so unterschiedliche Songs wie "San Francisco" (ja, das mit den Blumen im Haar), "Music To Watch Girls Go By", "Don’t Sleep In The Subway" oder "Happy Together". Gerade die Vielseitigkeit macht auf diesem Tondokument das Hörvergnügen aus. Die 13 Lieder lassen sich in einem Rutsch perfekt durchhören – nie wird es langweilig!

Fazit: Aus der gleichen Reihe wie schon die Jazz-Aufnahmen von Gitte überzeugt auch "Sweet Beat" als lebendiges und stimmungsvolles Zeitdokument. Die Valente klingt frisch und modern – auch dank einer exzellenten digitalen Überarbeitung.

Anspieltipps: "San Francisco", "We Can Work It Out", "Fascinating Rhythm", "Waterloo Sunset"

23. Oktober 2005



#1 Tranny-DeniséAnonym
  • 24.10.2005, 11:59h
  • Es ist schön zu sehen, dass solche wahren Tranny-Ikonen noch auf queer.de vorgestellt werden! Ganz toll und legendär die Valente. Wegen ihr habe ich mich damals zu meinen ersten großen Auftritten in Rösrath getraut.
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#2 HelmutAnonym
  • 26.10.2005, 09:00h
  • Tja, die grosse Valente wurde leider vor Allem in Deutschland immer schon gerne unter Wert verkauft, obwohl sie grad hier Ihre besten Aufnahmen gemacht hat. Und dieser Artikel ist mal wieder so ein "Beweis" - mit dieser vorgestellten CD -erbracht worden, dass nur SIE die "Grosse" ist! Es ist sehr doch schön, dass man hier wenigstens von so etwas erfährt, um dann auch mal wieder eine gute CD kaufen zu können! Danke!
    Und hoffen wir mal, dass Frau Valente sich bald wieder in Der Öffentlichkeit zeigen mag!
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