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  • 25. Oktober 2005, noch kein Kommentar

Das R&B-Kleeblatt hat im Sommer seine Trennung bekannt gegeben. Zum Abschied gibt es nochmal alle großen Hits auf einem Album.

Von Jan Gebauer

Nicht jedes Album auf dem "# 1's" steht, wie Destiny's Child kröhnender Album-Abschied heißt, enthält auch echte Nummer-eins-Hits. 16 Titel und nur ein paar der Nummern waren in den USA, Großbritannien oder Deutschland auch wirklich auf dem Thron der Charts. Aber dem durchschnittlichen Käufer wird das wohl gar nicht auffallen – also schiebe ich mein Statistiker-Herz für einen Moment beiseite und beschränke mich auf das Wesentliche. Die großen Hits der rund zehnjährigen Karriere der stimmgewaltigen Ladys sind alle auf "# 1's" vertreten – dazu wurden noch drei neue potentielle gepackt. So wird die Sammlung dann auch von dem taufrischen Song "Stand Up For Love", der World Children's Day Anthem 2005, eröffnet, einer unglaublich dick aufgetragenen Schmacht-Ballade à la Whitney Houston. Doch hier beweisen Destiny's Child das sie auch wunderbar singen können, was sie zuletzt mit computerüberfrachteten R&B-Krachern wie "Lose My Breath" nicht unbedingt taten. Danach geht es direkt weiter mit einem der besten Titel im Katalog des Trios: "Independent Women, Part 1" stammt aus dem ersten "Drei-Engel-für-Charlie"-Film und war dann auch tatsächlich eine echte Nummer eins in den US- und UK-Charts.

Von da an geht es Schlag auf Schlag – ob letztjährige Bestseller wie "Lose My Breath" und "Soldier", der spannende Erstlingshit "No, No, No" oder der Nummer-eins-Kracher "Bills, Bills, Bills" – kein wesentlicher Hit von Destiny's Child wurde ausgelassen. Damit haben sich die Drei laut der Plattenfirma zur erfolgreichsten Girl-Group aller Zeiten gemausert. Allerdings hatten zum Beispiel die Supremes mit Diana Ross an der Spitze weitaus mehr Hits und vor allen Dingen Songs auf dem begehrten ersten Platz. Aber was soll's, das ist ja auch schon alles 100 Jahre her – da kann man schon mal etwas vergessen. Der Vergleich mit den Supremes passt aber noch aus einem anderen Grund: Diana Ross stand stets im Zentrum des Interesses – bei Destiny's Child hat sich von Anfang an Beyonce Knowles nicht nur als optischer Fixpunkt etabliert. Kelly Rowlands und die erst später zur Gruppe gestoßene Michelle Williams brillierten stets als perfekte Harmonien im Hintergrund. Auf diesem Konzept aufbauend waren Destiny's Child zuletzt aber fast konkurrenzlos. Musikalisch gibt es nichts auf "# 1's" zu meckern, sofern man auf Mainstream-R&B aus den USA steht. Allerdings wird bei den letzten Hits ein deutlicher Ideenmangel offensichtlich – denn die Songs wurden mit der Zeit deutlich monotoner.

Fazit: Knallhart durchproduzierter und -arrangierter R&B, bei dem nie etwas dem Zufall überlassen wurde. Die Songs haben Power, Saft und Kraft – wie auch die Mädels, die sie performen. So schnell wird man Destiny's Child sicher nicht vergessen.

Anspieltipps: "No, No, No", "Bills, Bills, Bills", "Independent Women, Part 1", "Bootylicious", "Emotion"

25. Oktober 2005