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Mica Paris war einst eine der hoffnungsvollsten Soul-Sängerinnen Englands. Heute kämpft sie um ihre Karriere. Neues Album: "Soul Classics".

Von Jan Gebauer

Wenn das Show-Geschäft gerecht wäre, hätte Mica Paris Millionen von Platten verkauft, etliche Top-Hits gelandet, und ihr Name würde nicht verwundertes Kopfschütteln hervorrufen. Doch die Soul-Queen schaffte es nur auf zwei größere Hits – "One Temptation" (1989, UK # 7) und "I Never Felt Like This Before" (UK # 15) – danach folgten etliche kleinere, bevor die hoffnungsvolle Karriere Ende der 90er Jahre völlig ins Abseits geriet. Jetzt arbeitet sie wieder kräftig am Comeback, hat dafür zahlreiche Soul-Klassiker entstaubt und auf dem Album "Soul Classics" als Tribut an die Legenden dieser Musik-Richtung gepackt. Im Booklet beschreibt sie zu jedem Song ihre ganz persönlichen Gedanken und macht so ein wenig transparent, was ihr die Songs bedeuten. Paris verfügt über eine markante, leicht rauchige Soul-Röhre, die schon mit Inbrunst einer Cover-Version von U2's "One" 1995 zu einem kleinen Hit verhalf – wobei ihr brillante Fassung weitaus mehr verdient gehabt hätte. Auf dem neuen Werk präsentiert Paris eine ausgewogene Auswahl von Liedern die Soul-Liebhaber sicher alle kennen. Ob Al Greens "Let's Stay Together", Marvin Gayes "What's Going On" oder Sam Cookes "You Send Me" – die Titel sind zum großen Teil hinlänglich bekannt. Problem dabei: Die Vorbilder sind Giganten des Genres, da kann man mit modernen Arrangements eher Schaden anrichten, als den Vorlagen etwas Gutes hinzu zu fügen.

Musikalisch bleibt "Soul Classics" denn auch in sicheren Gewässern. Nichts bricht herausragend raus – allerdings kippt auch nichts ins Peinliche. Was den Ausschlag zum guten Eindruck gibt, ist die ausdrucksstarke, samtene Stimme Paris'. Gekonnt schmalzt sie sich durch "I Can't Stop Loving You", einst ein Hit für Ray Charles, dramatisiert den Four-Tops-Knaller "Standing In The Shadows Of Love" und lässt am Ende noch das unvermeidliche "Amazing Grace" auferstehen. Als kompetente Sängerin macht Mica Paris so schnell keiner was vor und es wäre sicher interessant sie mal mit dem Repertoire live auf der Bühne zu sehen. Vielleicht könnte sie sich dabei aus den etwas konventionellen Arrangements auf "Soul Classics" befreien und so richtig durchstarten.

Fazit: Schön, dass eine der stärksten Stimmen Englands wieder mit einem neuen Album präsent ist. Die Musik geht zwar auf Nummer sicher, aber die Stimme klingt schön wie eh und je.

Anspieltipps: "I Can't Stop Loving You", "In The Ghetto", "Standing In The Shadows Of Love", "What Becomes Of The Brokenhearted"

26. Oktober 2005



#1 HelmutAnonym
  • 26.10.2005, 19:17h
  • Mica Paris ist zurück - mit gefährlichen Soulklassikern -. gut, besser gutes altes Material, als schlechts Neues. Doch rausgekommen, ist leider nur meist Mittelmass. IIhre Stimme gibt viel mehr her. "track of my tears" ist schon sehr daneben, leider. Erstaunlich allerdings, dass sie es schaffte einen absoluten Klassiker - wie "in the ghetto" doch noch etwas Neues einzuhauchen und ihre eigene Version draus zu machen, ohne das Original zu verleugnen. Durch einige Songs quält sie sich aber doch sehr. Na ja, das ganze hätte etwas besser aufgenommen werden müssen? Aber immerhin, sie hat richtiges Orchester mit richtigen Streichern und keine Computer benutzt. Das macht das Album dann wieder hörenswert, weil: Es ist doch noch echte handgemachte Musik! Aber ich dachte, da ist doch mehr drin?
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