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Auf der Insel wird in Zukunft jeder aus dem Fußballstadion geworfen, der sich schwulenfeindlich äußert.

Von Dennis Klein

In England sind im Profifußball bereits seit längerem antischwule Äußerungen auf dem Feld verboten. Jetzt untersagt die Football Association (FA) auch den Fans, Spieler, Schiedsrichter oder gegnerische Schlachtenbummler als "Poofs" (Schwuchteln) zu beschimpfen.

Die FA hat angekündigt, dass jeder Fan, der sich schwulenfeindlich äußert oder verhält, aus dem Stadion verbannt wird. Außerdem sollen die Delinquenten wegen der Verbreitung von Hass angezeigt werden. "Wir haben ein Problem mit homophoben Schmähungen während des Spieles", so FA-Sprecherin Lucy Faulkner zum "Observer". "Dieses Verhalten ist widerlich und widerspricht unserem Anspruch, den Fußball familienfreundlicher und akzeptabel für alle Felder unserer Gesellschaft zu machen."

Auch in Deutschland gehen die Fans nicht gerade zimperlich mit Schwulen um. So berichtet Gerd Eiserbeck von den Berliner "Hertha Junxx", dem ersten Homo-Fanclub, dass Auswärtsfahrten für die schwulen Anhänger eher selten sind: "Da zeigen wir gar keine Flagge mehr, weil wir nicht wissen, wie reagiert wird", so der 36-Jährige zu "Spiegel Online".

Härter geht es auf dem Feld zu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schwule Fußball spielen können", meinte der notorische Kölner Profi Paul Steiner im Jahr 1990. Nach der Kritik an Steiner sind die Kicker jetzt etwas vorsichtiger in ihren Aussagen geworden. "Ein heißes Eisen zu dem ich mich nicht äußern möchte", sagt Nationalspieler Christoph Metzelder von Borussia Dortmund in einem TV-Interview. "Ich kenne auch keine Fälle", schiebt er schnell nach.

Dabei gibt es mehrere schwule Bundesligaspieler, die allerdings alle ein Doppelleben führen. In Film und Fernsehen wird diese Bastion in letzter Zeit vermehrt behandelt: Im deutschen Spielfilm "Männer wie wir" wird der Gegensatz von Schwulen und Fußball zum letzten Tabu in unserer Gesellschaft erhoben. In England sind schwule Fußballer ein Thema in der TV-Serie "Footballer's Wives", mit sechs Millionen Zuschauern pro Folge einer der erfolgreichsten Sendungen im britischen Fernsehen. In der dritten Staffel kauft der fiktive Club "Earls Park" einen bisexuellen Kapitän, der äußerlich frappierend David Beckham ähnelt, und einen schwulen Mitspieler, dessen Zwangsouting die lesbische Vereins-Präsidentin mit aller Macht verhindern will.

In der wirklichen Fußballwelt hat sich bisher nur ein Profi geoutet - allerdings mit katastrophalen Folgen. Justin Fashanu war der erste schwarze Fußballer in England, für den eine Ablösesumme über eine Millionen Pfund bezahlt wurde - das war 1980. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein Trainer von Nottingham Forest, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Daraufhin wechselte er mehrfach das Team und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik - seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord.

31. Oktober 2005



10 Kommentare

#1 NormanAnonym
  • 31.10.2005, 18:29h
  • Da sind uns die Briten offenbar wieder einmal mehr als nur eine Nasenlänge voraus...
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#2 rogerAnonym
  • 31.10.2005, 19:44h
  • das finde ich sehr gut. Auch in Fussballstadien müssen gewisse Regeln gelten! Vielleicht ist es hilfreich, damit sich irgendwann mal auch ein Profispieler traut sich zu outen!
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#3 wolfAnonym
  • 31.10.2005, 22:08h
  • seit wann machen die überbezahlten schwachköpfe sozialpolitik ???
    sie sollten uns lieber ihre statements, inklusive herrn becken bauer ersparen und für 1500.- € netto ihren job machen. es wäre uns allen gedient und genügend kohle wärs auch !!!!
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#4 KaiAnonym
#5 RobertAnonym
  • 01.11.2005, 15:13h
  • Hallo an "alle"! Ich musste beim lesen dieses Themas sehr schmunzeln. Einfach herrlich die Aussage: "Jemand kann sich nicht vorstellen, dass Schwule >nicht < Fussball spielen können". Oh á lá....und was für ein Fussballer war ich doch einst....und wie herrlich konnte ich mit dem Lederball umgehen....mir jubelten sowohl die >einen< als auch die >anderen<. Fussball Ade, jetzt spiele ich leidenschaftlich gerne Tennis; und vom Tennisplatz schicke ich nach einem Sieg so manche frustrierte >Hetero-Papas< hinaus auf die Terrasse unseres Tennisclubs. Sie trinken dann eine Flasche Bier und schauen zu und wundern sich, wieso kann er so gut Tennis spielen, dieser "schwuler?". Später dann genießen wir gemeinsam ein Fläschchen Bier und sind >nett< zueinander. Ich muss dann einfach weiter schmunzeln und klopfe mir selbst auf die Schulter und finde mich >großartig<. Bin ich hochnäsig? Nein, nur zufrieden!
    Robert
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#6 Carsten RauschenbachAnonym
  • 02.11.2005, 18:50h
  • Kann mich darüber nicht freuen! Meinungsäußerungsverbote sind immer abzulehnen, mag die Meinung noch so widerwärtig sein. Sehr unenglisch, das Ganze. Und: davon wird auch kein einziger Schwulenhasser wirklich überzeugt, im Gegenteil: er nimmt seine finsteren Gedanken in sein innerstes und radikalisiert sie im Geheimen. Oder was glaubt Ihr, warum in Deutschland immer mehr antisemitistische Einstellungen gemessen werden? Etwa, weil wir zuviel Meinungsfreiheit hätten? Das Gegenteil ist die Wahrheit!
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#7 MichaelAnonym
  • 04.11.2005, 21:59h
  • Es muss jeder 15. Bundesligaspieler schwul oder bi sein, laut Statistik!
    Viele können sich einfach nicht outen, denn dann ist die Profilaufbahn wohl zu Ende, oder? Ich denke, der Zeitpunkt wird kommen, wo sich ein Profifussballer outen wird oder durch die Presse entlarvt wird?
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#8 MichaelAnonym
  • 04.11.2005, 21:59h
  • Es muss jeder 15. Bundesligaspieler schwul oder bi sein, laut Statistik!
    Viele können sich einfach nicht outen, denn dann ist die Profilaufbahn wohl zu Ende, oder? Ich denke, der Zeitpunkt wird kommen, wo sich ein Profifussballer outen wird oder durch die Presse entlarvt wird?
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#9 BriAnonym
  • 05.11.2005, 18:48h
  • @Michael

    Stimmt nicht laut Statistik müsste jeder 10 Fußballprofi schwul sein!

    Ich kenn einen aus dem FC RWE hier in Erfurt, aber natürlich wird er auch geheimgehalten und hat eine Freundin, aber nur zum Schein! Er ist der beste Stürmer beim RWE...Soviel zum Thema Schwule können nicht Fußball spielen! ich spiele auch sehr gerne Fußball auch nicht so schlecht!
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#10 KrulliAnonym
  • 15.11.2005, 16:10h
  • Ganz ehrlich,
    ich finde diesen Schirtt in Engeland nicht nur mutig, er sollte ein Zeichen in Europa setzen. Gerade, wenn ich an den neuen polnischen Präsidenten denke. Oder aber an andere Spießer, die sich nicht vorstellen können, dass es Menschen gibt, die NICHT nach ihren moralischen, vorschrobenen Ansichten leben wollen. Das tut man nicht! Lieber heiratet man nach deren Meinung eine Frau und macht auf heile Welt. Dass ihre Ehemänner aber letztlich auch nicht aus ihrer Haut können und junge Stricher auf dem Bahnhof aufsuchen, wollen die gar nicht wahrhaben. Ausserdem ist dieser Schritt, Schwulenfeinde aus dem Stadion zu verbannen, eine glatte Ohrfeige für die Mullahs im Iran, die jetzt am Sonntag wieder 2 schwule Jungs aufhängen wollen. Auch für den polnischen Präsidenten. Wieso können diese Typen nicht endlich mal Homosexualität akzeptieren und Menschen leben lassen, so wie SIE es gerne möchten???
    Vor allem sind es auch noch dazu meist völlig unaktraktive Leute, die Angst vor Schwulen haben. Da muss man schon sehr unter Geschmacksverirrung leiden , bevor die für irgendwelche One-Night-Stands in Frage kommen.
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