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  • 09. November 2005, noch kein Kommentar

Der bulgarische Tranny-Star Azis wird himmlisch: Ein Forscherteam benannte einen Asteroiden nach dem Sänger.

Von Dennis Klein

Er ist bekannt für seine außergewöhnlichen Performances: Wenn sich Wassil Trajanow in Fummel schmeißt, wird aus ihm Azis - ein skandalträchtiger Transvestit, der für seine überdeutlichen sexuellen Bewegungen in Konzerten und Videos bekannt ist. Jetzt steigt er wirklich in Himmelssphären auf: Ein vor kurzem in der Taurus-Konstellation entdeckter Asteroid soll nach dem bulgarischen Sänger von Roma-Musik benannt werden, berichtet Ananova.

Ein Team bulgarischer Wissenschaftler hat das planetenähnliche Objekt mit Hilfe von Forschern aus Großbritannien und Spanien entdeckt. "Wir wollen den Asteroiden nach dem Volksmusik-Sänger Azis nennen, der hier sehr bekannt ist", begründete ein Sprecher die Entscheidung. Seit der Entdeckung des ersten Asteroiden im Jahre 1801 ist es üblich, dass die Entdecker den Fund benennen dürfen. Diese werden bei der International Astronomical Union (IAU) mit Sitz in Paris registriert. Nicht erlaubt sind nur gekaufte oder anrüchige Namensgebungen, aber auch solche, die politische Kotroversen hervorrufen können.

Das könnte auch für Azis noch zum Problem werden, wenngleich selten Namensvorschläge von der Behörde abgelehnt werden. Azis wurde nämlich vor kurzem zum Vorsitzenden der Euroroma-Partei gewählt, der größten Partei der Roma-Minderheit im Land. Sie kämpft gegen die Diskriminierung ethnischer Minderheiten in Bulgarien. Roma beklagen, dass sie es insbesondere bei der Jobsuche schwer haben; auch vom Staatsdienst sind sie weitestgehend ausgeschlossen. Trotz der Popularität ihres prominenten Vorkämpfers erhielt die Partei im Juni diesen Jahres jedoch nur ein Prozent der Stimmen. Die Sperrklausel für den Einzug liegt bei vier Prozent. Dennoch will der so himmlisch geadelete Azis in den niederen Sphären der Politik weiterkämpfen.

9. November 2005