Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?3811

Die Staatsanwaltschaft Berlin stellt Ermittlungen gegen den Rapper ein, der "Ihr Tunten werden vergast" gesungen hatte.

Von Norbert Blech

Die Staatswanwaltschaft Berlin hat angekündigt, die private Strafanzeige eines queer.de-Users gegen den Rapper Bushido nicht weiter zu verfolgen, da vor Gericht ein Freispruch warscheinlicher sei als eine Verurteilung.

Der Leser hatte eine Anzeige unter anderem auf Volksverhetzung gestellt, nachdem queer.de über ein Interview mit Bushido in der "Welt am Sonntag" berichtete, in dem der Journalist die Zeile "Ihr Tunten werden vergast" aus dem dann noch zu erscheinenden neuen Album "Staatsfeind Nr. 1" zitierte.

Die Berliner Staatsanwaltschaft schreibt in ihrem Antwortschreiben an den Leser, der Vorwurf der Volksverhetzung käme bei einer solchen Zeile "in Betracht". Sie sei allerdings auf dem mittlerweile erschienenen Album nicht enthalten. Dies hatte die Plattenfirma bereits kurz nach dem Medienrummel verbreitet.

Die Zeile sei "lediglich einigen Pressevertretern zu Informationszwecken vorgespielt" worden, eine Veröffentlichung nicht beabsichtigt gewesen. Daher sei die Straftat der Verbreitung von volksverhetzenden Schriften nach §130 Abs. 2 Nr. 1a StGB nicht gegeben, auch sei der Kreis der Personen zu klein gewesen für eine Verurteilung aufgrund einer öffentlichen Vorführung gemäß Nr. 1b desselben Abschnitts.

Da sich Anis Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, im Interview zu der Zeile bekannt habe, käme eine Strafverfolgung jedoch in Betracht. Der "Handlungszweck der Hetze" lasse sich aber nicht erkennen. Im Kontext des Interviews sei zu erkennen, dass sich Bushido von Gewalt distanziere. In der "Welt am Sonntag" sagte der Rapper zwar außerdem, er finde Schwule nicht cool, wie er auch Golfspielen nicht cool finde.

Aber: "Auch wenn aus dem Gesamtzusammenhang der Äußerung eine kritische Distanz, möglicherweise sogar Ablehnung, gegenüber 'Schwulen' seitens des Beschuldigten erkennbar ist, so kann doch von einem bösen Verächtlichmachen in die Menschenwürde von 'Schwulen' angreifender Weise hier nicht die Rede sein", so die Staatsanwaltschaft.

Auch seien die Aussagen Bushidos keine Beleidigung, da Schwule "keine beleidigungsfähige Personenmehrheit" seien. Das Ermittlungsverfahren sei daher einzustellen gewesen.

Redaktionskommentar

b


111 Kommentare

#1 VollkornmannAnonym
  • 11.11.2005, 20:03h
  • Der Brief des Herrn Staatsanwalt ist wirklich ein Meisterstück schwurbeligen Juristendeutschs. Seine gewundene Argumentation sucht förmlich nach Schlupflöchern, um den Rapper heil aus der Sache herauszubekommen.

    Höhepunkt der Satz »...Beleidigung kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil „Schwule“ keine beleidigungsfähige Personenmehrheit sind, und auch jeder einzelne dieser Personenmehrheit Zugehörige wegen der Größe dieser Personenmehrheit nicht individuell beleidigt sein kann.«

    Im Klartext:
    1. Kollektive Beschimpfungen sind demnach gar keine Beleidigung.
    2. Schwule sind Freiwild.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 wolfAnonym
  • 11.11.2005, 20:23h
  • also sind wir keine beleidigungsfähige mehrheit !!!!
    aber für ein bisserl "pr-rummel " gut genug !
    um es korrekt auszudrücken : wem gehört mehr auf `s maul ? bushido oder den richtern ?
    nachdem frau dr. merkel vor wenigen minuten bundeskanzlerin wurde, ist ja alles bushido !
    minderbemittelde dürfen in diesem land polizeilich überwacht , zur rasterfahndung ausgeschrieben werden, alles kein problem, hauptsache die eigene kasse stimmt.
    wenn joschka fischer zu seiner "sparta bank "geht, wie vor 1 stunde, werden 5 mann personenschutz benötigt und 2 "firmenwagen", alles das bezahlen wir auch.
    wo leben wir eigentlich ?????
  • Antworten » | Direktlink »
#3 wolfAnonym
  • 11.11.2005, 21:26h
  • übrigens , genau dafür brauchen wir das adg, denn auch verarschen müssen wir uns nicht lassen !!
    und schon garnicht von einem privilegiertenkind, dass auf sozialgeschädigt macht.
    unsere demidemokratie, die jeden kleinen bürger verfolgt, der nicht linientreu ist, hat diese alibifunktionen offensichtlich nötig !
  • Antworten » | Direktlink »
#4 tomAnonym
#5 ManggeiProfil
  • 12.11.2005, 07:50hÜbersee
  • L o L !!!

    Es ist schon sehr sehr lustig ,

    wie viele hier meinen selbst eine Tunte

    zu sein !!!

    Is nur n´ Text hey , ich seh´mich nicht als Tunte somit fühl ich mich auch nicht beleidigt !!!!!!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 dizAnonym
#7 bishonenAnonym
  • 12.11.2005, 13:50h
  • Ich muss gestehen, ich kann dem Rummel nicht verstehen. Soll er eben singen, mir persönlich ist das egal.

    Die Welt mag zwar nicht einfach sein, was aber vielleicht auch daran liegt, das wir sie ganz schön schwierig machen.

    Ich hab beim lesen der Beträge mehr den Eindruck bekommen, das hier leichtbeleidigte Schwuchtelchen am Werk sind, die sich auch noch profilieren wollen.

    bishonen

    gayroyal.de/bishonen
  • Antworten » | Direktlink »
#8 wolfAnonym
  • 12.11.2005, 14:05h
  • @ metroid
    es geht doch wohl eher darum wie andere dich sehen ?
    da reicht es schon anders zu sein !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Thommen, PeterAnonym
  • 12.11.2005, 17:32h
  • Es kommt nicht auf eine grosse Gerichtsverhandlung an, sondern darauf, dass der Typ nicht machen kann, was er will!
    Im übrigen wäre diese Entgleisung im Zusammenhang mit "Juden" natürlich ganz anders behandelt worden!
    Der nächste Rapper wird wohl auf weitere "Verarschungen" verzichten! ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 MichaelAnonym
  • 13.11.2005, 17:40h
  • Ein kleiner unbedeutender Sänger aus unserer langweiligen Reichshauptstadt singt ein schlechtes Liedlein mit einem schlechten Text.......ist das wirklich die ganze Aufregung wert ???
  • Antworten » | Direktlink »