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  • 15. November 2005, noch kein Kommentar

Ein Serienkiller, eine Sekte und eine schwule Liebe. Der neue Thriller "Tödliche Verführung" von Andy Claus.

Von Michael Müller

Ein grausamer Serienkiller, eine geheimnisvolle Sekte mit Weltherrschaftsansprüchen
und die Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern sind die Zutaten, die Andy Claus in ihrem neuen Roman "Tödliche Verführung" zu einem spannenden Cocktail mixt.
Alles beginnt in Köln. Hauptkommissar Berger, Leiter einer Kölner Soko, ist mit den Ermittlungen in einer sadistischen Mordserie an attraktiven, jungen Männern betraut. Ein anonymer Hinweis bringt ihn auf die Spur einer geheimnisvollen Sekte, die sich "Freikircheder Erkenntnis" nennt. Deren Anführer, der gut aussehende und charismatische Drago Bartory, führt die Sekte wie einen Staat im Staate. Mitglieder, die sich seinen Anweisungen widersetzen, werden mit Drogen und harten Strafen gefügig gemacht.

Auch der 17-jährige Stricher Benny gerät in die Fänge der Freikirche. In einem kleinen Dorf in Bayern geboren, wurde seine Homosexualität dort nicht akzeptiert und er lief von Zuhause fort. Seit dem lebt Benny auf der Straße und will nun in Köln einen Neuanfang starten. Er lernt andere Straßenjungs kennen und wird durch sie auf die Sekte aufmerksam. Der dritte Protagonist des Romans ist Sandro, der sich für die Recherchen zu einem Enthüllungsbuch in die Kirche eingeschleust hat und mittlerweile zum Weggefährten des Sektenführers geworden ist. Zwischen ihm und Benny entwickelt sich langsam eine Liebesgeschichte, die jedoch einige Bewährungsproben und Gefahren zu überstehen hat.

Dramatische Machtspiele, Eifersucht und die immer stärker werdende Liebe zwischen Benny und Sandro treiben die Handlung atemlos voran. Drago, der in den Verdacht geraten ist, der mysteriöse Serienkiller zu sein, muss vor der Polizei fliehen. Gemeinsam mit Sandro und Benny geht die Flucht von Köln über Ungarn und New York bis hin auf eine idyllische Karibikinsel. Hauptkommissar Berger ist dem Killer auf der Spur, doch immer neue unerwartete Wendungen enthüllen nach und nach die wirklichen Motive des Mörders und halten für den Leser mehr als eine Überraschung bereit.

"Tödliche Verführung" lässt sich am ehesten als schwuler Psychothriller beschreiben, der von den treffsicher charakterisierten Personen und gut beschriebenen Milieus lebt. Andy Claus versteht es, die zahlreichen Ereignisse spannend und temporeich zu erzählen, und die vielen unterschiedlichen Schauplätze sorgen für zusätzliche Abwechselung. Die Liebesgeschichte zwischen Sandro und Benny wird sehr überzeugend geschildert, so dass man als Leser mit den beiden mitfiebert und mehr als einmal den Atem anhält, wenn sie dem grausamen Killer gefährlich nahe kommen. Ein spannender und romantischer Thriller.

Andy Claus: Tödliche Verführung, Taschenbuch, 312 Seiten, Himmelstürmer Verlag, ISBN 3934825486, 15,90 Euro

15.11.2005