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  • 16. November 2005, noch kein Kommentar

Mit ihrem aktuellen Album "Mind, Body & Soul" hat sich Joss Stone als heißeste Soul-Hoffnung etabliert. Jetzt gibt es eine Special-Edition.

Von Jan Gebauer

Für eine 18-Jährige hat die Britin Joss Stone bereits einen überaus steilen Karrierestart hingelegt. Mit 16 erschien ihr Debüt "The Soul Session", dass die Musikwelt verblüffte, da die Sängerin über ein charismatisches, raues Organ verfügte, dass weit über ihr tatsächliches Alter hinausging. Dazu sang das blonde, weiße Mädel keine Teenie-Pop-Hymnen, sondern präsentierte einen reifen Mix aus traditionellem Soul. Das lag natürlich auch an der Songauswahl, denn das Debüt bestand aus mehr oder weniger bekannten Klassikern des Genres. Auf ihrem letztjährigen zweiten Album "Mind, Body & Soul" konnte Stone dann erstmals auch als Co-Autorin in Erscheinung treten. Zugleich wird Joss Stone von zahlreichen Musik-Größen umschwärmt. Stevie Wonder soll die Sängerin grandios finden. Die besten Songschreiber, Lamont Dozier (The Supremes) und der schwule Desmond Child (Aerosmith, Bon Jovi, Cher, Ricky Martin) komponieren für sie. Eine ganze Schar hochkarätiger Instrumentalisten spielten die Backgrounds ein, darunter auch Nile Rodgers von Chic, Angie Stone und die in den 70er Jahren als Soul-Queen gefeierte Betty Wright (die auch fast alle Songs von Stone co-produzierte).

Mit Wright teilt Stone dann auch die Tatsache, dass man früh anfangen muss, wenn man es zu etwas bringen möchte. Die Südstaaten-Lady begann mit 14 Jahren im Show-Geschäft und ein weiteres Idol von Stone, Aretha Franklin, war auch schon mit 16 Jahren mit Platten auf dem Markt präsent. "The Soul Sessions" war für Joss Stone nur der Appetitmacher zu ihrem "ersten richtigen Album". "Mind, Body & Soul" ist ein großer Titel für ein zweites Album. Aber die Sängerin ist tatsächlich mit Verstand, Körper und Seele dabei. Der Single-Kracher "You Had Me" funkt und heizt mörderisch aus den Boxen, genauso wie sie sich bei dem eher klassischen Soul-Schleicher "Spoiled" die Gefühle aus dem Innersten singt, ohne dabei auf einer kitschigen Schleimspur auszurutschen. Selbst Reggae hat die Lady aus Dover auf der Pfanne: "Less Is More".

Das Album "Mind, Body & Soul" erscheint passend zu Weihnachten in einer Special-Edition mit DVD. Diese enthält unter anderem interessante Videos der Künstlerin.

Fazit: Ihr Soul mag sich an der Vergangenheit orientieren, dennoch erhält man nicht den Eindruck von verklärter Nostalgie. Und Stone verzichtet darauf, platte, lieblose R&B- und Hip-Hop-Sounds des aktuellen US-Marktes zu adaptieren. Alleine das verdient schon Lob!

Anspieltipps: "You Had Me", "Spoiled", "Less Is More", "Snakes And Ladders"

17. November 2005