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  • 23. November 2005, noch kein Kommentar

Gleich zwei große Diven der aktuellen Jazz-Szenen versüßen das Weihnachtsfest mit passenden Alben: Diana Krall und Jane Monheit.

Von Jan Gebauer

Die Vorweihnachtszeit steht kurz vor der Tür – am kommenden Sonntag ist bereits der erste Advent. Da wird es Zeit auch den passenden Soundtrack für die besinnlichen Tagen zu besorgen. queer.de stellt Euch in den kommenden Wochen die besten Veröffentlichungen mit weihnachtlichen Klängen vor. Den Anfang machen gleich zwei Leckerbissen der aktuellen Jazz-Szene: Diana Krall und Jane Monheit.

Diana Krall - "Christmas Songs"

Seit dem Album "The Look of Love" (2001) geht in manchen Internet-Foren das Gerücht um, dass Diana Krall die meisten CDs an Fußfetischsten verkaufte habe. Auf dem Cover des ansonsten für seine vielen Streicher gerügten Werkes präsentiert die Sängerin nämlich ihre Füße und die passenden Pömps. Im Booklet gibt es dann noch mehr davon. Auch das Cover der neuen CD "Christmas Songs" zeigt die Ausnahme-Künstlerin mit der geheimnisvoll-rauchigen Stimme wieder auf diese Art und Weise – Krall selbst liegt in reichlich seltsamer Haltung auf einem Rattan-Sessel. Die Impression von ihren zugegebenermaßen sehr ansehnlichen Stelzen rundet das Bild ab. Was will sie uns damit aber sagen? Ihre Jazz-Sammlung wirkt jedenfalls keineswegs seltsam: Die hat mit dem üblich amerikanischen Schmalz kaum etwas gemein. Vielleicht ist es die kanadische Kühle von Kralls Heimat die den frischen Schwung in mit Staub besetzte Klassiker à la "Jingle Bells", "Let Is Snow" und "The Christmas Song" bringt. Die Sängerin klingt unglaublich cool und lässig und weiß auch hier und da ganz abgebrüht zu improvisieren.

Fazit: Das Weihnachtsalbum von Diana Krall jazzt aus allen Poren und ist der ideale Festtagssoundtrack für all jene, die die Nase voll von "Rock Christmas" und ähnlich kommerziell überfrachteten Sammlungen haben. Swing it Baby!

Anspieltipps: "Jingle Bells", "What Are You Doing New Year's Eve", "The Christmas Song", "Winter Wonderland"

Jane Monheit - "The Season"

Eines der ganz großen Vorbilder von Jane Monheit ist Ella Fitzgerald, die 1960 das legendäre "Ella Wishes You a Swinging Christmas" veröffentlichte. Mit "The Season" präsentiert die schwulenfreundliche Sängerin (queer.de berichtete) ihre eigene schwungvolle, stimmlich bestechende Sammlung von Klassikern der Weihnachszeit. Das Repertoire umfasst Songs wie "Merry christmas darling", den die Carpenters berühmt machten, das soulige "This Christmas" des viel zu früh verstorbenen Donny Hathaway und "Have yourself a merry little christmas", das im Original von der unvergessenen Judy Garland stammt. Dazu gesellen sich klassische Weihnachtslieder wie "I Heard the Bells on Christmas Day", für das John Calkin 1872 die Musik komponierte und Evergreens wie "Santa Claus is coming to town", das 1934 erstmals von Eddie Cantor interpretiert wurde. "Moonlight in Vermont" aus dem Jahr 1948, bekannt unter anderem in Versionen von Frank Sinatra oder Linda Ronstadt, hatte schon immer einen weihnachtlichen Touch und passt daher auch ganz famos in diese Sammlung. Die angejazzten Arrangements passen ausgesprochen gut zu den weihnachtlichen Liedern.

Fazit: Egal ob schwungvolll-fröhlich oder besinnlich-langsam, Jane Monheit und ihre Musiker verstehen es exzellent, ein stilvolles Album vorzulegen, das sich wohltuend von der Konkurrenz abhebt.

Anspieltipps: "Moonlight in Vermont", "Have Yourself A Merry Little Christmas", "Sleighride", "Merry Christmas Darling".

23. November 2005