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Englands Pop-Exzentrikerin zog sich zwölf Jahre aus dem Musikgeschäft zurück. Doch auf "Aerial" hat das Warten gelohnt.

Von Jan Gebauer

Wenn man als Künstlerin über ein Jahrzehnt kein musikalisches Lebenszeichen von sich gibt – von Gastauftritten mal abgesehen – ist das in der Regel der kommerzielle Ruin. Für jemand wie Kate Bush (47), die mit ihrer Musik und Art zu schreiben immer schon einzigartig war, gilt diese Regel nicht: Auch wenn mittlerweile zwölf Jahre seit dem letzten Werk "The Red Shoes" vergangen sind, steht die englische Sängerin und Songschreiberin wieder ganz oben in den internationalen Charts. Das Album "Aerial" erschien kürzlich und schoss auf Anhieb unter die ersten zehn der Charts in Deutschland und England. Im heiß umkämpften Weihnachtsgeschäft 2005 ist das umso erstaunlicher, wo doch derzeit einige große Künstler ihre Hochglanzprodukte auf den Markt bringen: Robbie Williams, Madonna, Rammstein, Depeche Mode – und doch konnte sich die so viele Jahre abstinente Bush dazwischen schieben. Auch die Kritiker sind begeistert: Der Nachrichtensender n-tv spricht von "einem großartigen Stück Pop-Musik", die "taz" ist sich sicher, dass die "Königin zurückgekehrt ist" und die "Welt am Sonntag" fasst die Doppel-CD als ein Werk "voll unfassbar schöner Momente" zusammen.

Auch queer.de mag da nicht widersprechen, gibt aber zu bedenken, dass es sich bei "Aerial" nicht um ein "schönes Album" zum "schnellen durch hören" handelt. Für die beiden CDs von "Aerial" braucht man Zeit und Ruhe – damit sich die Gedankenwelten und fantasievollen Melodien der Bush richtig entfalten können. Die Rede ist von Liedern wie "Mrs. Bartolozzi", bei dem eine Frau mit ihrer Waschmaschine redet. Das ist keine leichte Kost, sondern ein Kaleidoskop aus ungewöhnlichen Ideen, die auf Bushs unnachahmliche Art und Weise Sinn machen. Ob sie von endlosen Zahlenreihen singt ("Pi"), mit einem Singvogel im Duett zwitschert ("Aerial Tal") oder die höfische Tanzmusik des 16. Jahrhunderts wiederaufleben lässt ("Bertie") – in der kleinen, feinen Welt der "Wuthering-Heights"-Legende fügt sich alles zu einem Webteppich kostbarer Pop-Musik-Ideen zusammen. Und doch hat sich etwas grundlegend geändert zu früheren Alben: Bush singt weniger in den hohen Tönen, schrille Laute à la "Sat In Your Lap" sucht man vergebens.

Fazit: "Aerial" ist die Rückkehr einer guten, alten Freundin, die man jahrelang vermisst hat. Ein Wiederhören auf allerhöchstem Niveau. Tori Amos zieh dich warm an!

Anspieltipps: "Mrs. Bartolozzi", "King Of The Mountain", "Bertie", "A Coral Room"

28. November 2005



#1 knatzgilAnonym
  • 29.11.2005, 17:50h
  • Danke Kate für dieses werk.
    Du(wenns erlaubt ist),hast mich mit deiner Musik,durchs halbe Leben begleitet,und wenn deine werke auch nicht immer leicht und populär waren,für mich waren sie immer genial.Als Schwuler ist das schon eine Liebeserklärung.
    Ich hoffe dsss du auch in ettlichen Jahren so eine gute Musik machst.
    Gill:-)
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#2 OliverAnonym
  • 10.12.2005, 14:39h
  • Ich höre die platte fast jeden tag.
    Das ist die beste platte die dieses jahr rauskam finde ich!
    Das ist ein riesen großes werk, kein wunder dass sie für die aufnahmen jahre gebraucht hat : )
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#3 starskyAnonym
#4 mvsAnonym
  • 15.09.2006, 11:37h
  • Ich liebe vorallem "A Coral Room" und "Sunset" und "Aerial".

    Ersteres wegen des überragend klingenden Pianos (es klingt sogar orange ...), zweites weil der Titel wie die Faust aufs Aug zum Song passt, und drittes ... naja, einfach so.

    Der einzige Wermutstropfen an den beiden CDs ist, dass die Vocals an vielen Stellen zu leise abgemisch sind ...
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