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Angesichts steigender HIV-Infektionen wollen die Aids-Hilfen wieder auf die unterschätzte Krankheit aufmerksam machen.

Von Dennis Klein

Ein Staraufgebot soll zum diesjährigen Welt-Aids-Tag die Immunschwächekrankheit zurück ins Gedächtnis rufen: Tennis-Ass Boris Becker, Schauspielerin Christiane Paul ("Im Juli"), MTV-Moderator Patrice Bouédibéla und Boxweltmeisterin Regina Hamlich sind Botschafter im Kampf gegen Aids. Der Motto des Weltaidstages lautet "Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung. Für uns selbst und andere."

Hunderte Freiwillige von den Aids-Hilfen werden bundesweit wieder mit roten Schleifen unterwegs sein. Im ganzen Land gibt es dazu Gedenkmärsche, ökumenische Gottesdienste und Aktionen. Auf zahlreichen Events - in Köln die "Cover-Me-Party" oder die "Cologne Life Gala " - soll die Arbeit der Aids-Hilfen zudem unterstützt werden. Infos zu den Veranstaltungen gibt es auf der Welt-Aids-Tag-Website oder auf den Seiten der lokalen Aids-Hilfen.

Die Zahlen sehen nicht gut aus: Wie jüngst die Vereinten Nationen erklärten, haben sich europaweit die HIV-Neuinfektionen von 1996 bis heute verdoppelt. Davon ist auch Deutschland nicht unberührt geblieben. So sind bundesweit die HIV-Neudiagnosen im ersten Halbjahr 2005 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 20 Prozent gestiegen. 55 Prozent der neu diagnostizierten HIV-Infektionen entfallen dabei auf Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten. "Aidsprävention muss wieder ein breites politisches und gesellschaftliches Anliegen in Deutschland sein", fordert daher Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Als Ursache für die Renaissance des HI-Virus gilt "das Verschwinden von Aids aus den Medien oder die Vorstellung, dass HIV und Aids keine Gefahr mehr darstellen - geschürt auch durch verharmlosende Werbung der Pharmaindustrie - zu einem veränderten Risikoverhalten beigetragen haben", so Sven Christian Finke von der Deutschen Aids-Hilfe. Seit die aggressive Kombinationstherapie vor genau zehn Jahren Aids behandelbar machte, nehmen viele insbesondere jüngere Schwule die Immunschwächekrankheit nicht mehr ernst.

Die Aids-Hilfen versuchen derzeit in Zeiten schwindender Zuschüsse mehr Privatspenden einzusammeln. So hat die Aids-Hilfe Köln dazu die Nummer 0900-1001110 geschaltet. Hier werden automatisch fünf Euro pro Anruf über die Telekom-Rechnung abgebucht. An die Berliner Aids-Hilfe kann unter der 0900-5550333 gespendet werden. Hier darf sich der Anrufer entscheiden, ob er fünf, zehn oder 20 Euro spenden will.

Auch Papst Benedikt XVI hat anlässlich des Welt-Aids-Tages sein Mitgefühl mit an den Opfern der Krankheit geäußert. Die Kirche sehe "die Betreuung der Kranken stets als Teil ihrer Mission" an, so der 78-Jährige in einer Generalaudienz. An der Präventionsarbeit wolle sich die Kirche aber weiterhin nicht beteiligen sondern setze auf Abstinenz.

Im Fernsehen gibt es mehrere Sondersendungen zum Welt-Aids-Tag. So diskutieren in der "Berliner Phoenix Runde" Volker Beck, Patrice Bouédibéla und andere über "Aids - die unterschätzte Gefahr". Die Live-Sendung wird an 21 Uhr auf Phoenix übertragen. Der RBB sendet eine Aufzeichnung der 12. Aids-Gala in Berlin mit vielen internationalen Gästen ab 22:45.

30. November 2005



#1 LinkerCacheAnonym
  • 01.12.2005, 17:30h
  • "...,durch die verharmlosende werbung der pharmaindsustrie...."

    Damit haben wir doch schon einen der täter ausgemacht, denn wenn klargestellt werden würde, mit welchen nebenwirkungen(die meistens die hauptwirkung um längen überragt) diese medikamente wirken und das die infektion auch weiterhin unausweichlich zur krankheit AIDS führt, wird dabei meistens ausgeklammert. frei nach dem motto; "es gibt ja was dagegen"
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