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Nach einem tendenziösen ARD-Bericht sehen die Unions-Homos und eine Bundestagsabgeordnete Handlungsbedarf.

Von Norbert Blech

Die Debatte um Bareback-Sex hat nun auch die Politik erreicht. Zum Welt-Aids-Tag haben die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gefordert, gesetzliche Schritte gegen die Barebacking-Szene zu prüfen.

In einer Pressemitteilung forderten die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler und der LSU-Bundesvorsitzende Roland Heintze ein "schärferes Vorgehen". Denn der ungeschützte Geschlechtsverkehr werde gefördert "durch die so genannte 'Barebacking'-Szene, die dieses 'Reiten ohne Sattel' in verschiedenen Sexclubs auslebt und in Internetforen oder über pornographische Videos anpreist", so die Erklärung.

Sex sei "natürlich Privatsache". Aber: "Hier geht es darum, dass das HIV-Virus vorsätzlich oder zumindest fahrlässig verbreitet wird", so Heintze. Dies führe seiner Ansicht nach nicht nur zu einer neuen und unkontrollierbaren Wachstumsphase der Epidemie, sondern auch zu einer unfairen Belastung der Gesundheitssysteme. "Das Verhalten der Barebacking-Szene konterkariert den Kampf gegen das Virus auf Kosten derjenigen, die unsere Hilfe brauchen, weil sie sich mit Aids infiziert haben", so die gemeinsame Erklärung.

Moral aus Mainz

Anlass für die Pressemitteilung ist ein Bericht der Sendung "Report aus Mainz" (SWR), der am Montag in der ARD ausgestrahlt wurde. Der Autor Daniel Hechler hatte sich dort zum dritten Mal mit der Bareback-Problematik auseinandergesetzt und sich sehr moralisierend in die Debatte eingeschaltet. Nach einer Anmoderation, in der Bareback als "Schwulensex ohne Kondom" bezeichnet wurde, kamen Betroffene und Dirk Meyer zu Wort.

Zumindest, so lange es gewünscht war. Der Geschäftsführer der Deutschen Aids-Hilfe kam kurz mit einer verständnisvollen Äußerung zum Bareback-Verhalten zu Wort, wurde aber vor einem zweifellos folgendem "aber" abgeschnitten. Ein verünglückter Erklärungsversuch Meyers, warum die DAH nicht auf Strafe, sondern Verantwortung setzt, wurde ihm als Skandal ausgelegt.

Lob findet Hechler hingegen für die Aids-Hilfe in Österreich, die notfalls auch rechtliche Schritte gegen Bareback-Partys einlegt, was dort juristisch möglich ist. Dass die Infektionszahlen in Österreich nicht steigen, führt Hechler als Beweis für das Gelingen dieses Vorgehens auf. Auch in der Schweiz gingen Aids-Hilfen und Behörden gegen Bareback vor, so Hechler weiter, der dann aber nicht mehr auf die Neuinfektionszahlen in der Schweiz eingeht. Diese sind um 37 Prozent gestiegen ist - mehr als in Deutschland.

LSU: gesetzliche Schritte prüfen

Der Bericht zeige, dass es der "Barebacking-Szene weniger an Aufklärung als an Einsicht" mangele. Deshalb forderte Kristina Köhler, dass "notfalls auch gesetzliche Schritte geprüft werden müssen", und verweist auf die Gesetzeslage in Österreich, wo Paragraf 178 des Strafgesetzbuches die vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten unter Strafe stellt (und auch die fahrlässige Gefährdung durch Paragraf 179 unter Strafe steht). "Wir können es nicht zulassen, dass noch länger auf diese dramatische Weise russisches Roulette mit der AIDS-Gefahr gespielt wird", so Köhler und Heintze. "Denn eines gilt leider bis zum heutigen Tag: In den meisten Fällen gewinnt das Virus."

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 16.30h

Redaktionskommentar

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77 Kommentare

#1 andyAnonym
  • 01.12.2005, 16:46h
  • hi , wie immer quatsch . die freiheit gottes ist unbegrenzt . nicht alle dient zum guten , aber die menschen können es sich raussuchen. und selbst entschieden. gehirn haben sie auch von gott bekommen oder?
    so ein bock kann nicht die freiheit beschränken .

    aber das alles haben wir schon gehabt!
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#2 KlausAnonym
  • 01.12.2005, 16:59h
  • Lasst uns eine Unterschriftensammlung starten, die der LSU verbietet, den Begriff schwul zu führen...
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#3 gerdAnonym
  • 01.12.2005, 17:05h
  • Ein sehr, sehr schwieriges Thema, das sich nicht so "einfach" in drei Sätzen bewerten läßt.

    Ich bin da sehr gespalten in dieser Frage zur Verschärfung der Rechtslage, denn Bareback in Verbindung mit "falscher" Einhaltung der Therapien bei HIV-Erkrankten führt zur Ausbreitung resistenter Virenstämme.

    Und ich habe über viele Jahre in Gesprächen die Erkenntnis gewonnen, dass gerade ältere, aktive homosexuelle Menschen, die Unsicherheit/Unerfahrenheit junger, passiver homosexueller Männer ausnutzen und zu Sex ohne Kondom neigen.

    Gerade in der Leder/FetischSzene können passive, junge Menschen "schnell" Opfer von älteren, aktiven Barebackern werden.

    Und manchmal bin ich nicht so sicher, ob jüngere Männer dort nur "als Freiwild" angesehen werden.

    Jetzt kommt natürlich das Argument, jeder ist genügend aufgeklärt und wir alle sind erwachsen.

    Aber dennoch bin ich sehr skeptisch, wieviel eigene innere Stärke ein Teil der jüngeren, homosexuellen Männer gegenüber abgebrühten, dominanten Barebackern entgegenhalten können.

    Aber eine abschliessende Wertung zur LSU-Forderung habe ich nicht, da die Konsequenzen der Forderung der LSU mir nicht in allen Auswirkungen klar sind.
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#4 splattergayAnonym
  • 01.12.2005, 17:05h
  • Es ist zwar bedauerlich, daß die Infektionsraten wieder steigen, aber genau so traurig, daß der Statt Mißstände wieder mal benutzen will um Gesetze zu verschärfen. Besonders ärgerlich, wenn Politiker auf irgendwelche Medienberichte reagieren. Genau so wie z.B bei Themen wie Videospiele, Horrorfilme, rauchen, ALG II u.s.w. Der Staat sitzt bald jedem im Nacken.
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#5 YuiAnonym
  • 01.12.2005, 17:08h
  • Ein gesetzliches Verbot für Barebacking ist natürlich total unverhältnismäßg. Trotzdem kann ich die Stelle im Redaktionskommentar, ungeschützten Verkehr - wenn er zwischendurch mal in der Sauna vorkommt - oder Barebacking unter Positiven zu akzeptieren, nicht gutheißen. Bei zwei positiven, die ungeschützten Sex haben ist dies durchaus nicht gefahrlos, da sich Superinfektionen mit verschiedenen Virenstämmen ergeben können, die den Verlauf der Krankheit erheblich beschleunigen!
    Um viel Unwissenheit und Ignoranz zu begegnen, würde ich verstärkte Aufklärungskampagnen begrüßen, vor allem schon in Schulen, aber auch sonst auf allen Ebenen!
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#6 SvenAnonym
  • 01.12.2005, 17:16h
  • Die CDU sprüht ja wieder vor Intelligenz! Zitat: "HIV-Virus "
    Wahnsinn! Die wissen echt wovon sie reden ;-)

    Ungeschützter Sex ist generell nichts schlechtes, denn ohne den geb's uns alle nicht. Naja, am Kloning wird ja gearbeitet ;-)
    Unter negativen ist es auch kein Problem, unter positiven eventuell (verschiedene Virenstämme).

    Ungeschützten Sex unter Strafe stellen und dann noch die österreichischen Paragrafen, da fällt mir als erstes §175 ein, den hatten wir doch schon mal. Kommt der jetzt "endlich" wieder?

    Achja, Steuerhinterziehung ist auch verboten, soll es aber trotzdem geben ...
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#7 LinkerCacheAnonym
  • 01.12.2005, 17:26h
  • Also, ich muss der Mehrzahl hier und auch Norbert Blech recht geben! Mit verboten erreicht man nämlich nur, das sich die szene verlagert. oder wie wollen die bitteschön das kontrollieren? oder wollen die in jeder wohnung von schwulen videokameras installieren? und was ist mit den outdooraktivitäten?

    Das zeigt doch nur, das die CDU keinerlei intelligenz hat, mal abgesehen von den konsequenzen für die freiheitlich-demokratische grundordnung!!
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#8 JensAnonym
  • 01.12.2005, 17:50h
  • Bist du nicht willig so brauch ich Gewalt so kann man die Forderung nach einen Verbot von Barebacking einfach kommentieren.
    ABER lassen wir uns doch nichts vormachen jede Neuinfektion in einem aufgeklärten Industriestaat ist eine unnötige Infektion.
    Es gibt die Möglichkeiten sich Kondome an jeder Ecke zu besorgen und anonyme Tests gibt es auch bei jeder Aidshilfe und Gesundheitsämtern.
    Ein Verbot bringt absolut nichts allerdings sollte der Gesetzgeber darüber nachdenken ob man nicht die "Infekteure" stärker bestrafen soll. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht was nicht in Zwangstest oder ähnl. enden soll. Aber jemand der gerne mit versch. Partnern rummacht sollte halt öfters zum Test als jemand der monogam mit seinem Partner sexelt.
    Mehr Verantwortung halt für jeden selbst und wer dieser Verantwortung nicht gerecht wird
    sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt je eher eine Infektion erkannt wird umso eher kann man aktiv eingreifen und Medikamente einsetzen und neben der Verlängerung der Lebenserwartung auch die Nebenwirkungen reduzieren.

    Im übrigen finde ich den Weltaidstag genau so überflüssig wie Muttertag wenn ich das ganze Jahr an nichts denke brauch ich es an einem bestimmten Tag auch nicht zu tun.
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#9 MarkusHHProfil
  • 01.12.2005, 18:55hHamburg
  • Kurz und knapp: ein verbot fände ich gut, bezweifle allerdings, dass es etwas bewirken würde bzw. dass die strafrechtliche Verfolgung überhaupt durchgeführt werden könnte.

    Solange in zu vielen Köpfen noch nicht genug Info über HIV ist, kann man nur achselzuckend akzeptieren, dass es diese Gruppe von offensichtlich Lebensunwilligen gibt.
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#10 LarsAnonym
  • 01.12.2005, 19:11h
  • Damit Ihr wisst, um welchen Beitrag es geht, hier ist der Link. Hier könnt Ihr Euch das Video dazu ansehen.

    www.swr.de/report/archiv/sendungen/051128/02/frames.html

    Grundsätzlich ist es in Ordnung, wenn eine öffentliche Diskussion angestoßen wird, aber diese Empörung ist mal wieder so daneben, denn sie kann nur wieder mal das Gegenteil bewirken.

    Und mit diesem Thema Politik zu machen, ist gefährlich.

    Aber schwarz bleibt schwarz, so unzugänglich und unfähig zu konstruktiver Kommunikation.
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