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Seit Montag dürfen Homo-Ehen angemeldet werden. In zwei Wochen gibt es die ersten Zeremonien.

Von Norbert Blech

(queer.de) Hunderte schwule und lebische Briten haben am Montag die Behörden Großbritanniens gestürmt, um sich für Homo-Ehen anzumelden. Die amtliche Registrierung der Partnerschaften, die Ehen rechtlich weitgehend gleichgestellt sind, wurde an diesem Tag in Großbritannien erstmals möglich.

Nach dem neuen Gesetz über gleichgeschlechtliche Partnerschaften müssen diese zunächst angemeldet werden, ehe sie nach einer Bedenkfrist per Unterschrift beider Partner bestätigt werden. Nach dem Ablaufen der Frist dürften ab dem 19. Dezember mehr als 1200 Homo-Ehen besiegelt werden, wie der Sender BBC in einer Umfrage ermittelte. Die ersten Homo-Ehen werden in Nordirland bestätigt, anschließend in Schottland und ab dem 21. Dezember auch in England und Wales.

Adoptionen bereits möglich

Die nicht Ehe genannten "Civil Partnerships" enthalten keine Bestimmung zum Adoptionsrecht - bereits seit 2002 dürfen schwule und lesbische Paare gemeinsam Kinder adoptieren, auch wenn sie staatlich nicht registriert sind. Unterschiede zur Ehe gibt es neben dem Namen wenig: statt eines Ringtausches wird die Partnerschaft mit Unterschriften besiegelt. Die Partnerschaft wird nicht geschieden, sondern annuliert ("dissolution"). Und statt eines Geistlichen führt ein Beamter durch die Zeremonie. Im Steuer- oder Sozialrecht sind Partnerschaft und Ehe jedoch gleichgestellt.

Derweil hat sich die Industrie bereits voll auf die geplanten Zeremonien und Partys eingestellt. In Geschäften werden überall Hochzeitskarten für "Herr und Herr" sowie "Frau und Frau" angeboten. Bäcker verkaufen Torten mit jeweils Männern oder Frauen aus Zuckerguss. Das Handelsministerium schätzt, dass es bis zum Jahr 2050 etwa 45 000 Eheschließungen von homosexuellen Paaren geben wird. Allerdings bedeute dies bei etwa 1 000 Homo-Eheschließungen pro Jahr lediglich "eine Marktnische für den Einzelhandel".

Eheparadies Brighton

Vor allem der Tourismus dürfte von den Homo-Ehen profitieren, denn die Paare dürfen heiraten, wo sie wollen. Nach BBC-Angaben hat der Bezirk Brighton and Hove mit 510 die meisten Anmeldungen erhalten, die Homo-Metropole Manchester hingegen nur 88. In Brighton gab es am Wochenende eine große Handelsmesse zum Thema Homo-Ehe. Auch die Medien haben neue Einnahmefelder: die "Times" druckte am Montag die ersten drei Partnership-Bekanntgaben ab.

5. Dezember 2005, 15.30h



#1 LinkerCacheAnonym
  • 05.12.2005, 20:11h
  • "....Im Steuer- oder Sozialrecht sind Partnerschaft und Ehe jedoch gleichgestellt...."

    Vielleicht sollte sich die bundesregierung mal ein Beispiel an unseren Britischen Nachbarn nehmen, auch was das volle Adoptionsrecht angeht!
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#2 Georg und JörgAnonym
  • 06.12.2005, 02:12h
  • Congratulations an die Briten und auch an Sir Elton John nebst Bräutigam!

    Hoffentlich heiraten die auch alle aus Liebe und nicht nur wegen des Geldes. Denn bemerkenswerterweise beinhaltet die englische Lösung des "Problems" der Gleichgeschlechtlichkeit - wie die aller anderen EU-Länder, die entsprechende Regelungen haben auch - wie selbstverständlich die Gleichbehandlung im Steuerrecht.

    Es ist eine Schande: Ausgerechnet das Deutschland, welches in der Nazi-Zeit durch eine industriell betriebene Ausrottung von Schwulen, Juden, Behinderten, Sinti und Roma sowie allem sonstwie "Andersartigem" glänzte, und dann meinte, sich von dieser Schuld zu befreien, indem man uns ein Gesetz unter dem Etikett "zur Beendigung der Diskrminierung" vorsetzte, wird jetzt von einem weiteren EU-Land überholt. Auch so gesehen hängen "wir" im internationalen Globalisierungswettbewerb echt weit zurück.

    Nun komme uns keiner damit, dass daran die CDU schuld ist, wir haben doch jetzt eine "große" Kalition. Also, Angie und Münte, nu' mal ran, auch an diesen Speck!

    Es ist zwar anscheinend nichts dagegen zu sagen, wenn Lesben und Schwule - wie wir - nach wie vor nur aus "politischen Gründen" heiraten (denn lieben tut sich unsereins ja sowieso und steuerliche Vorteile hats keine), aber langsam merkts wirklich jeder Blinde mitm Krückstock, dass etwas faul ist im Staate Deutschland.
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#3 gerdAnonym
  • 06.12.2005, 15:03h
  • Auch erstmal herzlichen Glückwunsch nach Grossbritannien.

    Da wird das Seebad Brighton sich aber sehr freuen.

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    Und wie meine Vorredner schon richtig bemerkten, in Deutschland fehlt immer noch die Anpassung im Steuerrecht (z.B. bei Bausparverträgen im Fünften Vermögensbildungsgesetz oder in der Steuerbefreiung beim Grundstückserwerb unter Lebenspartnern oder in den beträchtlichenSteuernachlässen in der Erbschafts-/Schenkungssteuer oder in der Einkommenssteuer).

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    Gilt das Gesetz auch auf Gibraltar und anderen britischen Restbeständen des Commonwealth ?
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