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Zickig und unsouverän: Der Popstar gewann vor Gericht einen Prozess gegen Zeitungen, die ihm Homosexualität unterstellten.

Von Jan Gebauer

(queer.de) – Armer Robbie Williams! Es ist schon eine Schande, wenn einem die Medien in den heutigen, furchtbar harten Zeiten unterstellen, dass man eigentlich ein verkappter Homo ist. Die britische Zeitung "The People" hatte im August vergangenen Jahres unter der Überschrift "Robbies heimlicher schwuler Liebhaber" behauptet, der Sänger sei homosexuell und habe gelegentliche sexuelle Treffen mit Unbekannten. Die Zeitschriften "Star" und "Hot Stars" hatten einen Monat später Ähnliches berichtet. Sie bezogen sich dabei auf die kurz zuvor erschienene Robbie-Biografie "Feel" und behaupteten, das Liebesleben des Stars werde darin falsch dargestellt, weil nur Liebschaften mit Frauen geschildert würden.

Robbie wird sicher Rotz und Wasser geweint haben, schließlich kratzt so etwas ganz schön am Image des "Womanizers", der die Miezen gleich reihenweise flach legt. Da verkauft man auch mal schnell ein paar Plättchen weniger – was bei seinen Millionenumsätzen eigentlich kaum auffallen dürfte. Aber Robbie ging noch einen Schritt weiter: Er reichte Klage ein! Ein Gericht in London hat nun die Verlage People Publishers MGN Ltd und Northern & Shell zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in unbekannter Höhe verurteilt, berichteten britische Medien am Dienstag. Ferner müssen die Magazine Entschuldigungen drucken. "Mister Williams ist nicht homosexuell und ist es auch nie gewesen", sagte sein Anwalt Tom Shields vor Gericht. Robbie selber nahm nicht an der Verhandlung teil.

Die ganze Sache ist ein Schlag in das Gesicht von Robbies zahllosen schwulen Fans: Es ist nämlich erstaunlich, dass jemand der so offenkundig mit homosexuellen Neigungen kokettiert, vor Gericht zieht, weil einige Klatsch-Spalten unterstellen, dass er tatsächlich schwul ist. Wer den Wind sät – erntet den Sturm: Er selbst "outete" sich, wie vor fünf Jahren berichtet wurde, während eines Auftritts in Paris und auch die Freundschaft mit seinem ehemaligen Mitbewohner Jonathan Wilkes gab Anlass zu Spekulationen. Wilkes ist mittlerweile verheiratet, aber die Gerüchte verbreiteten sich weiter und Robbie gab auch immer wieder Anlass dazu.

So trat er 2004 in der BBC-Show "Little Britain" in einer Gastrolle im Fummel zusammen mit der Dorftranse Emily Howard auf. Auch eine Dokumentation des britischen TV-Senders Channel 4 hatte den Gerüchten neue Nahrung gegeben. Robbies einstiger Manager Kevin Kinsella sagte in der im April 2004 ausgestrahlten Sendung, Williams selbst habe ihn gefragt: "Hältst du mich für schwul oder bisexuell?" Darauf habe Kinsella geantwortet: "Ich halte dich eher für schwul, aber hast du Spaß 'daran'?" Robbies Antwort sei "Ja" gewesen. Kinsellas Meinung dazu war: "Ich denke nicht, dass er bisexuell ist. Ich glaube, er ist total schwul." Auch der frühere Take That-Sänger Howard Donald glaubt, Williams "könnte schwul sein". Er sei nicht überrascht, wenn die Gerüchte stimmen würden.

Wo kommen wir denn nun hin, wenn jeder Star vor Gericht zieht, nur weil er nicht die Früchte seiner eigenen Saat ernten möchte. Oder glaubt jemand ernsthaft, die Aguileras und Spears dieser Welt tanzen nackig durch ihre Videos und ziehen danach vor Gericht, nur weil einige Gazetten die Damen als Schlampen bezeichnen. Da stehen die doch drüber oder legen es schlagfertig als letzten Modeschrei aus. Schließlich hätte Robbie sicher auch keine Probleme damit, wenn in den Klatsch-Spalten stehen würde: "Der Popstar ist ein hoffnungsloser Satyr, der nicht anders kann, als pausenlos nette Mädels flachzulegen." Und das High-Society-Luder, das noch vor kurzem auf der ersten Seite der "Bild"-Zeitung behauptete, nacheinander mit Robbie und Lionel Richie heiße Liebesnächte verbracht zu haben, hat sicher auch keine böse Post von irgendwelchen Anwälten ins Haus bekommen.

Vielleicht hätte sich Robbie lieber ein Beispiel an Schauspieler Richard Gere nehmen sollen, der vor Jahren in einem Interview ganz souverän auf die immer wiederkehrende Frage, ob er homosexuell sei, antwortete: "Ich will nicht nein sagen, weil das bedeuten würde, Homosexualität sei etwas Schlechtes."

6. Dezember 2005



Das Beste von Robbie Williams

Das erste neue Album des britischen Superstars nach zwei Jahren: "In And Out Of Consciousness: Greatest Hits 1990-2010"
Robbie Williams will ein homosexuelles Baby

Der britische Popstar wünscht sich mit seiner neuen Ehefrau ein schwules oder lesbisches Kind.

36 Kommentare

#1 Die Kanzlerin der HerzenAnonym
  • 06.12.2005, 17:41h
  • Zum Glück singt Robbie nicht das Liedchen Angie,
    den Song, der meinem Wahlkampf Anspruch verlieh.
    Der verklemmte Herr Williams tut mir Leid,
    denn ich trete ein für mehr Menschlichkeit!
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#2 SaschaAnonym
  • 06.12.2005, 17:50h
  • Robbie Williams ist und bleibt eine Witzfigur, die auf völlig inakzeptable Weise Homosexualität verunglimpft. Der Kommentar von queer.de trifft hier ganz genau ins Schwarze, denn schließlich kann man nicht immer wieder bewusst den Eindruck erwecken, man sei homosexuell, oder sich sogar mehrfach ganz direkt outen, um das Ganze dann einen Tag später als Gag hinzustellen und sogar Zeitungen verklagen, nur weil sie - insbesondere aus Sicht der Plattenfirma - unliebsame Dinge zu Tage fördern.

    Eigentlich könnte jemand wie Robbie Williams einem direkt leid tun, wenn er uns nicht alle auf so schäbige Weise beleidigen würde!!!
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#3 TimAnonym
  • 06.12.2005, 17:59h
  • Er selbst hat doch immer mit dem schwule Image gespielt und es genutzt, wo es nur ging. Und jetzt ist er so verklemmt und unentspannt.

    Mit seiner Klage wertet er Schwulsein als etwas Negatives ab!
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#4 andyAnonym
  • 06.12.2005, 18:21h
  • hi , wenn man in dem alter noch nicht weiss , wer man ist , ist das elendhaft . man fühlt sich dabei wie im irrehaus.na ja . es gibt verschiedene menschen!
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#5 gerdAnonym
  • 06.12.2005, 19:11h
  • Ich bin immer noch der festen Meinung, dass jeder selbst entscheiden darf, wann und wo er sich outen will oder nicht outen will. Und dies gilt auch für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen.

    Daher halte ich nichts von Medienberichten, die Menschen eine sexuelle Orientierung unterstellen, ohne dass dieser zuvor es selbst eingeräumt hat. Es bleibt das Recht des Einzelnen, dies frei selbst bestimmen zu können.

    Ausnahmen eines Zwangsoutings lasse ich nur gelten bei homosexuellen Menschen, die sich extrem homophob gebärden oder entsprechende homophobe Äußerungen machen. Dies ist in keinster Weise bei Robbie Williams der Fall.

    Daher es íst das gute Recht von Robbie Williams sich zu wehren. Von einem erzwungenem Medienouting halte ich gar nichts.

    Die Homogurke geht in diesem Fall für mich an die Autoren des Artikels (ich habe schon viele sehr gute Artikel auf queer gelesen, aber dieser Artikel ist grottenschlecht).
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#6 Georg und JörgAnonym
  • 06.12.2005, 19:14h
  • Oh Kanzlerin der Herzen, wir treten dir bei
    die Partei ist uns dabei sogar einerlei.

    Von uns aus kanner klagen watter will,
    wir bleiben schrill.

    Und tuen hier nun zu verkünden:
    Wir sind schul, das sind kein' Sünden!

    Da soll der Typ doch mal ganz schnell
    sich küren lassen zu nem Papst,
    das wär' doch auch was, und schön grell.
    **********
    Genug der Dichtung, nun unser Dementi:

    Wehe, wenn irgendjemand behaupten sollte, wir seien heterosexuell oder sonstwie verfolgt (außer zur Steuer)! Jeden Rechtsverstoß dagen werden wir weiterhin gnadenlos verfolgen.
    G&J
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#7 SvenAnonym
#8 LarsAnonym
  • 06.12.2005, 21:29h
  • Ich gebe Gerd völlig recht.

    Es geht doch nicht darum, dass RW sich wehrt, weil er als schwul bezeichnet wurde, sondern darum, dass die Medien sich einen Scheissdreck um Seriosität und Privatsphäre kümmern.

    Es hätte eben so gut sein können, dass die Zeitungen berichtet hätten, er trage bunte Unterwäsche. Das Thema ist egal. Es geht ums Prinzip, dass man unbestätigte Gerüchte als Fakten verkaufen will, um Geld zu machen, oder jemandem die Macht spüren zu lassen.

    Ich finde auch, dass der Autor etwas dick aufgetragen hat und die Homogurke doch lieber beim Herrn Kayser lassen sollte.

    PS:
    Ich bin kein Robby-Williams-Fan
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#9 MichaelAnonym
  • 07.12.2005, 01:14h
  • Traurig genug, das die Behauptung das jemand schwul sei, noch als diffamierung oder verleumdung gilt. Kann ich im Gegenzug dann auch einen Menschen verklagen, der mich als Heterosexuell bezeichnet ?!

    Hier noch einige passende Zitate von Herrn Williams:

    ********
    Einmal habe ich einen Mann geküsst. Ich bin in einen Club gegangen und ein Freund von mir kam zu mir und küsste mich. Ich dachte, wieso auch nicht, und küsste ihn. Aber auf eine männliche Art." - Autobiografie: Somebody Someday, 2001
    ********

    "Eine Person zum Schmelzen zu bringen gibt dir einen Kick. Falls ich mich von einem Mann angezogen fühlen würde, würde ich es versuchen. Aber bis jetzt hat mich noch kein Mann, weder körperlich noch geistig, so angezogen, dass ich etwas Sexuelles mit ihm hätte anfangen wollen. So ists zur Zeit." - Autobiografie: Somebody Someday, 2001
    ********

    "Ich bin schwul!" - WDR, 10. August 2001
    ********

    "Ich weiss nicht, was mir an Frauen gefällt. Denn ich schaue sie nicht an. Ich bleibe bei Männern." - Autobiografie: Somebody Someday, 2001
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#10 wolfAnonym
  • 07.12.2005, 08:14h
  • der hund hat zweifellos talent, wenn jetzt noch eine klasse persönlichkeit rüberkäme, könnte er legende werden.
    aber offenbar ist ihm sein frühpubertärer ausflug als teeniepopper nicht bekommen.

    sich schwuler attitüden zu bedienen, um sie im selben atemzug als diskriminierung, gerichtlich, einstufen zu lassen, ist einfach nur saublöd !!!!
    ( abgesehen davon, dass musiker und tenöre schon vor 100 jahren als blöd galten.)
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