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  • 12. Dezember 2005, noch kein Kommentar

Die griechische Schlager-Queen Vicky Leandros feiert Jubiläum mit einer Doppel-CD. Darauf alte Hits im neuen Gewand.

Von Jan Gebauer

Jetzt wo sich Nana Mouskouri langsam von der Live-Bühne verabschiedet, hält Vicky Leandros wacker die griechische Fahne im deutschen Showgeschäft nach oben (einen gewissen Ballermann-König, dessen Hit "Anita" heißt, lassen wir an dieser Stelle einfach unter den Tisch fallen). Ihre neue Doppel-CD "Ich bin wie ich bin" ist unlängst erschienen. 30 Jahre trällert Vassiliki Papathanasiou, wie die Künstlerin mit bürgerlichen Namen heißt, nun schon für ein internationales Publikum – auch wenn sie stets in Deutschland ihr dankbarstes und treuestes Publikum inne hatte. 30 Jahre? Ihr Debüt gab sie doch schon vor 40 Jahren: 1965 wurde ihre erste Single "Messer, Gabel, Schere, Licht" veröffentlicht und 1967 sang sie bereits erstmals beim Eurovision Song Contest für Luxemburg "L'amour est bleu". Die 30 kommt durch eine rund 10-jährige Pause in den 80er Jahren zustande, als sich Leandros hauptsächlich um ihre Familie kümmerte. Die Ehe mit Enno Freiherr von Ruffin ist mittlerweile ja im Eimer, was bereits Anfang des Jahres in sämtlichen Klatsch-Gazetten abgefeiert wurde. Doch souverän hat sich die Leandros in die Arbeit gestürzt, denn Ablenkung hat sie nun sicher bitter nötig.

"Ich bin wie ich bin" versammelt die größten Hits ihrer langen Karriere – allerdings bis auf wenige Ausnahmen nicht in der Original-Version sondern mit neuen Arrangements. Solche Neueinspielungen sind immer eine heikle Angelegenheit, besonders wenn man ein solch stilistisch unterschiedliches Repertoire vorzuweisen hat wie die Leandros. Ob Chanson, Pop oder Schlager – die Welten, die sich zwischen dem 72er Grand-Prix-Gewinner "Après toi" und "Theo, wir fahr'n nach Lodz" auftun, sind eklatant. Überhaupt ist es verwunderlich, dass sie sich nochmal an "Theo" oder "Die Bouzouki klang durch die Sommernacht" traute – eigentlich waren die Original-Versionen schon des Guten genug. Allerdings hat sie dann auch Songs wie "Ne me quitte pas", "Scarborough Fair", "Wie sich Mühlen dreh'n im Wind" im Repertoire, die man getrost zum gehobenen Liedgut zählen darf. Die Stimme der Leandros ist nach wie vor charmant und schön wie in den alten Zeiten. Hell, klar und feminin. Auch die neuen Arrangements sind zum großen Teil in Ordnung – obwohl die Sängerin freilich auf Nummer sicher geht und keine großen Wagnisse eingeht. Auch die neuen Titel wie "Fremd in einer großen Stadt" sind gelungen. Warum sie zum Jubiläum allerdings keine vernünftige, chronologische Best-of veröffentlichte, wie es vor ein paar Jahren die Holländer mit "The Singles+" taten, bleibt wohl ein Rätsel.

Ab dem 14. Februar 2006 wird Vicky Leandros auf große Deutschland-Tournee gehen. Bis zum 22. März wird sie in über 20 Städten gastieren.

Fazit: Die Originale wären in der Regel besser gewesen, aber die Songs kommen auch in den neuen Arrangements gut rüber.

Anspieltipps: "Ich hab' die Liebe geseh'n" (Original-Version), "Grüße an Sarah", "Weil mein Herz dich nie mehr vergisst", "Blau wie das Meer", "Après toi", "Ich liebe das Leben"

12. Dezember 2005