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Am 28. Dezember wäre die Knef 80 Jahre alt geworden. Ob CDs, Theater-Stücke oder Bildband – die Ikone wird gefeiert.

Von Jan Gebauer

Legenden sterben nie – und Hildegard Knef gehört sicher zu diesem erlauchten Kreis. Ein Frau, die in den 50er Jahren mit Nacktszenen in dem Film "Die Sünderin" für einen Riesenskandal sorgte, in den 60er Jahren zur Chanson-Queen aufstieg und zu den wenigen Künstlern Deutschlands zählte, die Weltruhm erreichten. Selbst Jazz-Diva Ella Fitzgerald kam nicht an der 2002 Verstorbenen vorbei und nannte sie "die beste Sängerin ohne Stimme". Am 28. Dezember wäre die Knef 80 Jahre alt geworden. In ganz Deutschland wird das Jubiläum mit diversen Veröffentlichungen und auch einigen Theater-Stücken gefeiert. Das Filmmuseum am Potsdamer Platz in Berlin zeigt zudem in einer Ausstellung eine Auswahl aus dem erworbenen Nachlass der auch als Bestseller-Autorin («Der geschenkte Gaul») erfolgreichen Knef. Unveröffentlichte Dokumente, Fotos und Briefe sind ebenso zu sehen wie Drehbücher und Filmausschnitte.

Den zentralen Punkt der DVD "Erinnerungen" bilden zwei großartige Personality-Shows. "Knef '73", u. a. mit vielen Interviews von prominenten Fans wie zum Beispiel Willy Brandt, Henry Miller, Henri Nannen und Helmut Qualtinger sowie die Sendung "Hildegard Knef und ihre Lieder" (1975), in der Bilder von Paul Klee als schillernde Kulisse dienen. Die DVD enthält auch Frühwerke wie "Illusion" (1952) und den bisher nicht auf CD veröffentlichten Titel "Das Mädchen aus Hamburg". Natürlich darf ihr großer Hit "Für mich soll's rote Rosen regnen" nicht fehlen, der hier in seiner schönsten Version mit dem Orchester Bert Kaempfert vertreten ist.

Überhaupt wurde der Platten-Back-Catalogue der Knef bis heute mit schöner Regelmäßigkeit wiederveröffentlicht – oftmals mit raren Bonus-Tracks in sehr guter Klangqualität. Den Anfang zum Jubiläum macht "Schöne Zeiten – Ihre unvergessenen Singles" – eine wunderbare Zusammenstellung all ihrer Singles (A- und B-Seiten) für die Label Decca und Philips, die zwischen 1962 und 1979 entstanden sind. Rund 140 Minuten Chansons, legendäre Klassiker und manche psychedelisch angehauchte Vocal-Pop-Perle haben die Produzenten zusammengetragen. Seit dem 18. November sind zwei auch alte Studio-Alben der Knef endlich auf CD erhätlich: "Knef" erschien 1970 und "Worum geht's eigentlich" 1971. Am 2. Dezember ist ein aufwendiges Box-Set mit vier CDs veröffentlicht worden. Am gleichen Tag feiern diverse Künstler die Chansonette mit dem Tribut-Album "Ihre Lieder sind anders".

Corinna Weidner und Fotograf Rico Puhlmann setzen der Knef mit einem opulenten, großartig aufgemachten Bildband, der schlicht nach der Künstlerin benannt ist, ein Denkmal. Aufnahmen aus den 60er Jahren, die eine erstaunlich befreite und viel lachende Knef zeigen, reihen sich an Fotografien bis in die frühen 80er Jahre. Dabei gibt es auch seltene sinnliche Aufnahmen von der in den USA als Hildegard Neff bekannten Diva zu sehen.

Seit dem 21. Oktober wird "Hildchen" außerdem im Berliner Hansa-Theater mit dem Musical "Der geschenkte Gaul" geehrt. Das Stück basiert unter anderem auf ihrer Autobiographie mit gleichem Titel. Noch bis kurz vor ihrem Tod hatte die Diva an der Fertigstellung des Musicals gearbeitet. In der Aufführung wird sowohl der Lebensweg der Knef beleuchtet, als auch ihre Begegnungen mit zahlreichen berühmten Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Marlene Dietrich oder Gerhard Schröder, der der staatenlosen Knef, noch im Jahre 2000 mit 75 Jahren die Deutsche Staatsbürgerschaft verlieh. Das Musical wird voraussichtlich bis zum 22. Januar 2006 im Hansa-Theater aufgeführt.

Doch das ist noch lange nicht alles, was die Bühnen zu bieten haben: "So oder so" ist ein Theaterstück von und mit Gilla Cremer das am 15. und 16. Dezember in der Schwankhalle Bremen, am 7. Januar 2006, im TIF Bremerhaven und am 20. Januar 2006 in der Stadthalle Elmshorn gastiert. "Für mich soll's rote Rosen regnen", ein "musikalisch-seelisches Porträt" der Knef von James Lyons das vom 15. bis zum 31. Dezember und dem 3. Februar bis zum 28. Februar 2006 auf der Tribüne Berlin zu sein wird.

Ein besonderes Highlight gibt es dann noch am 28. Dezember im Düsseldorfer Savoy-Theater: Irmgard Knef – die fiktive Zwillingsschwester von Hildegard – wird auf ihre ganz eigene Weise der Legende huldigen und so das Jahr kongenial beenden.

Zum Jubiläum wurde eigens eine Homepage eingerichtet: www.80-jahre-knef.de. Dort gibt es auch weitere Informationen zu allen Veröffentlichungen, Aufführungen und der Ausstellung. (jg)

28. Dezember 2005



#1 fürstinAnonym
  • 28.12.2005, 15:09h
  • Hartz IV und Knef geht das ?

    ..es ist schon immer wieder erstaunlich wie man auf Hartz IV kommen kann......

    Wo kann ich die Knef-Version finden ????????????????

    ....In Erwägung unsrer Schwäche machtet
    Ihr Gesetze, die uns knechten solln.
    Die Gesetze seien künftig nicht beachtet
    In Erwägung, daß wir nicht mehr Knecht sein wolln.
    In Erwägung daß ihr uns dann eben
    Mit Gewehren und Kanonen droht
    Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
    Mehr zu fürchten als den Tod. ...

    Nur von Knef gut !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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#2 LinkerCacheAnonym
  • 28.12.2005, 20:02h
  • @fürstin: also, erstens kann ich hier nix davon finden...

    zweitens ist dieser song definitiv nicht von der ollen
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#3 madridEUAnonym
  • 28.12.2005, 23:39h
  • @fürstin: Auch ihre Drei-Groschen-Oper-Verruchtheit wird gehobeneren Ansprüchen gerecht. Daneben dann ihre weniger anspruchsvollen Liedertexte der 60er und 70er, die für viele von uns Deutschen und
    früh "Ausgewanderten" eine gewisse Verbindung zur ehemaligen Heimat und Muttersprache darstellten, als es noch keine Parabolantennen gab. Als es Hilde nicht mehr gab, fühlten wir uns ein bisschen ärmer. Mit Marlene war es ähnlich !
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#4 holga-waldaAnonym
  • 29.12.2005, 10:20h
  • @ fürstin:

    google:

    Knef singt Kästner
    Knef singt Wedekind
    Knef singt Brecht

    HILDEGARD KNEF - SINGT UND SPRICHT TUCHOLSKY
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#5 OliverAnonym
  • 30.12.2005, 17:40h
  • So eine wie Hilde Knef sollte 200 jahre alt werden, ich finde sie absolut großartig und bin auch nicht der einzige unter 30 der ihre genialität und ihre anziehungskraft erkennt : )

    Im vergleich zu der Dietrich ist mir Hilde viel lieber weil sie meiner meinung nach eine sehr menschliche, warmherzige diva war/ist und Marlene kam mir immer eher berechnend daher...
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#6 ollisiAnonym
#7 madridEUAnonym
  • 31.12.2005, 11:26h
  • @oliver: Marlene berechnend ? Ich glaube nicht. Ich habe sowohl ihre Auto- und fremde Biografie gelesen als auch ihr ergreifendes Interview mit Maximilian Schell im Pariser Exil gehört. Marlene als "alte" Emigrantin hat sich ganz besonders um die aus Deutschland geflüchteten Neuankömmlinge gekümmert, zu denen Hilde nicht gehörte, weil sie erst nach der Befreiung in die USA kam. Trotzdem wurden Marlene und Hilde enge Freundinnen, was kaum bekannt ist.
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