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Bei Schwulen ebenso Kult wie bei ihren Muttis: Am 21. Dezember 1955 kam der erste "Sissi"-Film in die Kinos. Zu Weihnachten läuft er wieder im TV.

Von Jan Gebauer

Romy Schneider (1938-82) war erst 17 Jahre alt, als am 21. Dezember 1955 der erste "Sissi"-Film Premiere in den deutschen Kinos feierte. Auch heute noch rankt sich ein echter Kult um die märchenhafte Verfilmung der Lebensgeschichte von Kaiserin Elisabeth (1837-1898). Besonders an Weihnachten kommt man an "Sissi" mitsamt der zwei Fortsetzungen nicht vorbei. Unzählige schwule Fans lieben das Kostüm-Panoptikum. Endlich kann man mal wieder gemeinsam mit Mutti ein echtes Kitsch-Feuerwerk genießen – und im Chor verzückt über Kostüme, das Dekor oder die ewige Liebe philosophieren. Für Romy Schneider war das Leindwandepos Segen und Fluch zugleich. Ein Leben lang litt die Schauspielerin unter "Sissi": Diese Rolle markierte den Beginn ihrer immensen Popularität, dennoch schämte sie sich lange für die Schmonzetten-Trilogie. Um das Image des süßen Wiener Mädels wieder los zu werden, flüchtete sie nach Paris, begann eine Liaison mit Alain Delon und brachte die deutschen Medien gegen sich auf. Im Ausland fand sie allerdings Anerkennung als ernsthafte Charaktermimin. Freilich ist "Sissi" großer Kitsch, und natürlich hat die putzige Possenhofenerin nicht viel gemein mit der schwierigen Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Trotzdem – oder deswegen – lieben Schwule die Trilogie auch noch 50 Jahre nach ihre Premiere. Warum genau? queer.de hat die zehn besten Gründe zusammengestellt:

1.) Die verschwenderische Ausstattung die pompösen Kostüme lassen jede Transen-Veranstaltung wie einen unbeholfenen Haufen von Second-Hand-Amateuren aussehen.
2.) Romy Schneider ging viel zu früh von uns – in "Sissi" ist sie immer noch strahlend jung – alle Jahr wieder!
3.) Sissi zeigt uns, wie man richtig flirtet und sich gleich einen Kaiser angelt.
4.) Auch wenn in Österreich und Ungarn immer feste Szegediner Gulasch und Böhmische Knödel auf den Tisch kommen, sieht Sissi immer rank und schlank aus.
5.) Die schwulen Amerikaner lieben "Der Zauberer von Ozz" mit Judy Garland – die Deutschen und Österreicher halten mit "Sissi" dagegen.
6.) In der Bullyparade auf ProSieben wurde "Sissi" kongenial parodiert: Michael Herbig gab darin eine herrlich trashige Elisabeth.
7.) Beim Live-Ball in Wien zugunsten der Aids-Hilfe tanzen jedes Jahr etliche Sissis.
8.) Der Film vereint die ganze Familie vor dem Fernseher: Ob jung oder alt – alle schmelzen dahin.
9.) Nach dem ganzen Kitsch ist das Musical Pflicht. Das bietet nicht nur grandiose Musik, sondern auch eine viel wahrheitsgetreuere Adaption von Sissis Lebensgeschichte.
10.) Die Rente ist nicht sicher, Arbeit muss man ewig suchen und der Mann fürs Leben will auch nicht kommen. Nur eines ist sicher – im nächsten Jahr gibt es wieder "Sissi".

"Sissi" im TV

Am 23. Dezember strahlt der WDR die Gala "Servus Sissi - Ein Filmlegende wird 50" aus. Mit vielen Gästen schwelgt der noch quicklebendige Karl-Heinz Böhm alias Kaiser Franz-Joseph in Erinnerungen zu den drei Kino-Epen. Gleichzeitig sammelt Böhm in der Gala Spenden für seine jahrzehntelange Arbeit in Äthiopien.

Am 24. Dezember zeigt das Erste "Sissi" um 20:15 Uhr, am 25. folgt "Sissi, die junge Kaiserin" um 16:25 Uhr und am 26. endet die Trilogie mit "Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin" um 16:40 Uhr.

Wer dann immer noch nicht genug von Romy Schneider hat, darf sich in den kommenden Wochen auf weitere Filme der Kino-Legende freuen:

Die Dinge des Lebens, Drama, Frankreich 1969, Tele 5, 24.12., 11:05
Scampolo, Liebesfilm, Deutschland 1957, Bayern, 14.01.06, 21:45
Das Mädchen und der Kommissar, Drama, Frankreich 1970, Bayern, 31.01., 21:45
César und Rosalie, Liebesfilm, Frankreich 1972, ZDF, 02.02., 00:55


21. Dezember 2005



#1 geilerdomiAnonym
  • 21.12.2005, 17:36h
  • Oh je! wer sich so einen scheiss anguckt, frisst auch kleine kinder, guckt fußball und glaubt auch was in der Bild steht!!

    @Redaktion: wieso macht ihr hier eigentlich bannerwerbung für ein Schmierblatt aus dem SpringerKonzern??
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#2 antosAnonym
  • 22.12.2005, 21:33h
  • Die "putzige Possenhofenerin" und der noch, ja doch, tatsächlich "noch quicklebendige Karl-Heinz Böhm", der alte Schwelger, aber obacht: memento mori! - irgendwann stirbt und verwest der, dann wird er wahrscheinlich nicht nur tot, sondern entsetzlicherweise 'mausetot' sein! Ach, das ist alles auf eine ganz bestimmte Art wundervoll.
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