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Die städtische Tourismusgesellschaft weigert sich trotz Beschluss des Rates, die schwul-lesbische Zielgruppe gesondert anzusprechen.

Von Christian Scheuß

(queer.de) Zunächst wundert man sich. Was da im Rat der Stadt Frankfurt/Main mit Stimmen der SPD, FDP und der Grünen Mite Dezember beschlossen wurde, ist nicht mehr und nicht weniger, als das, was viele andere Städte bereits seit Jahren umsetzen. In Nordrhein-Westfalen gibt es in mehreren großen Städten sogenannte Runde Tische, an denen Vertreter von Verwaltung, Politik und Homoverbänden zusammen sitzen, um über konkrete Antidiskriminierungsmaßnahmen nachzudenken. Listen mit schwul-lesbischer Literatur in der Stadtbibliothek sind in Dortmund und Bochum Usus. Ein offizielles Verbot von Diskriminierung in der Verwaltung ist in Münster und Essen festgeschrieben. Beim Tourismusmarketing in Berlin sind Schwule und Lesben seit längerem im Visier, in Köln ist man ebenfalls auf einem guten Weg. Frankfurt folgt somit eigentlich Standards, aber es wird selbstbewusst verkauft als "Modellstadt". Nichts dagegen, ein Wettbewerb in Sachen Homofreundlichkeit kann nicht schaden.

Nach dem Wundern kommt das Ärgern. Der Geschäftsführer der hiesigen Tourismus und Congress GmbH, Günter Hampel, weigert sich schlicht, die Beschlüsse umzusetzen. Er spricht vom "Modethema" und offenbart damit sofort das Gegenteil von Weltoffenheit, die ja, laut Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) in der Bankenmetropole bereits herrsche. "Wir machen prinzipiell keine Werbung für eine bestimmte Zielgruppe", behauptet er. Komisch, dass auf deren Website dann aber speziell Fußballfans und (Buch)Messebesucher angesprochen werden. Den muffigen Ansatz, Tourismuswerbung für alle gleich zu gestalten, sollte Günter Hampel nach ein paar Besuchen bei den Kollegen in Berlin und Köln noch einmal überdenken. So viel Kleingeistigkeit in einer international bekannten und beachteten Stadt verdient die Homo-Gurke, verliehen an die Tourismus und Congress GmbH.

29.12.2005



16 Kommentare

#1 JürgenAnonym
  • 29.12.2005, 13:54h
  • "International bekannte und beachtete Stadt"? Naja. In Frankfurt arbeitet man. Wenn man muß. Und dann fährt man schleunigst wieder raus ins Umland. Diese Business-Stadt ist so dermaßen kalt, häßlich und kommerziell (und hat dementsprechend genau die zu ihr passende Oberbürgermeisterin...) - die hätte eine gelungene Imagekampagne nun wirklich dringend nötig. Hat aber wieder mal nicht sollen sein.
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#2 madridEUAnonym
  • 29.12.2005, 16:04h
  • Frankfurt halte ich auch für eine weltoffene und homo-emanzipierte Stadt, auch wenn sie kein Tourist wirklich anziehend oder gar schön finden kann mit ihren abweisenden
    glatten Hochhäusern, anzusehen wie Manhattan, aber hässlicher. Am Römer findet man in Miniatur, was in anderen deutschen Grosstädten wie z.B. in München die Schönheit ausmacht, wo es aber wiederum nicht so schwul-selbstverständlich zugeht. Man kann nicht alles haben.
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#3 seb1983
  • 29.12.2005, 17:26h
  • na endlich mal ein Thema für mich:-))
    studiere ja zuuuufällig Tourismusgeographie *g*

    Herr Hampel redet da ziemlichen Schwachsinn. Mit undifferenzierter Werbung spricht man niemanden an.

    Frankfurt hat sich schon als Messestadt, deutsches Finanzzentrum, IAA Standort usw einen Namen gemacht. Um den Tourismus anzukurbeln gehts nicht ohne Zielgruppenwerbung, egal ob das jetzt Familien mit Kindern sind oder eben Schwule. Jeder möchte Werbung haben die ihn persönlich anspricht.
    Selbst wenn es ein Modethema wäre: dann mischt man eben mit und bringt Touristen in die Stadt so lange es läuft.

    (muss aber auch sagen dass mir München besser gefällt *g*)
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#4 MarkusAnonym
  • 29.12.2005, 21:12h
  • Man merkt mal wieder, dass nachrichtentechnisch saure "Homo"-Gurekenzeit ist...
    Vielleicht sollten die Herren Redakteure dann die Ueberschrift entsprechend detailliert gestalten und direkt den Herrn Tourismus-Fuzzi ansprechen.

    Ueber huebsch-haesslich von Mainhattan laesst sich streiten oder eben auch nicht, weil es Geschmackssache ist. Warum hat eine weit haesslichere Stadt wie Koeln einen so tollen Ruf als Homo-Metropole? Das liegt wohl kaum an der huebschen 5oer Jahre Architektur, oder? Frankfurt ist die kleinste und doerflichste Metropole Europas - das hat Vor- und Nachteile.
    Die Damen und Herren PolitikerInnen im Roemer sollten sich mal ueberlegen ob andere Dinge dazu beitragen koennen, Frankfurt als weltoffene Schwul-(lesbische) Metropole weiter zu etablieren, z.B. indem man schwulen gruenen Magistratsmitgliedern rechtzeitig untersagt
    halbe Anlagen abholzen zu lassen, nur weil sie selbst nicht in Parks verkehren (wollen). Oder wie sieht das mit den Klappen-Razzien aus...? Zur Kommunalwahl wird sich hoffentlich zeigen, was die offen schwulen Kandidaten der Frankfurter Parteien dem entgegenzusetzen haben.
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#5 geilerdomiAnonym
  • 29.12.2005, 21:36h
  • Also wohnen möchte ich in diesem überteuerten dreckkaff nicht! aber wieso soll ich mich von den tourismusverbänden gesondert ansprechen lassen? im spartacus steht doch ansich alles drin, was ich wissen muss!
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#6 madridEUAnonym
  • 29.12.2005, 22:51h
  • Alle unsere Urteile über eine Stadt sind subjektiv. Persönlich kann ich als Fan unserer europäischen Kulturgeschichte mit einer Wolkenkratzerlinie rein gar nichts anfangen, während andere Menschen zeitgenössische Architektur hinreissend
    finden. Meine Frankfurter Freunde lieben ihre Stadt und ich werde mich hüten, ihnen das auszureden. Stattdessen schaffe ich es jedesmal, sie für mindestens einen Ausflug in die historische und sehr schöne hessisch-bayrisch-württembergische Umgebung zu begeistern.
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#7 Georg FalkenhagenAnonym
  • 29.12.2005, 22:56h
  • Mein Gott, bin ich froh, dass es mich 1990 nicht nach Frankfurt am Main verschlug, sondern nach Berlin, mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Neueste neue Homo-Nachrichten von mir gibts ab sofort unter:

    homorechte.blogspot.com/

    Guten Rutsch an Alles!
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#8 Kai_KAnonym
  • 30.12.2005, 00:14h
  • Während man in anderen Städten gezielt auf die homosexuelle Zielgruppe setzt, liebäugelt man in Frankfurt offenbar gern mit der Politik von gestern. Der ein oder andere CDU-Politiker sinniert vermutlich insgeheim darüber, welchen Imageschaden Deutschlands Finanzzentrum nehmen könnte, wenn es sich von einer weltoffenen oder gar toleranten Seite zeigen würde.

    Offensichtlich reicht der "Weitblick" nicht einmal bis nach Europa, wo Städte wie London oder Paris längst unter Beweis gestellt haben, dass man auch unter der Regenbogen-Flagge seriöse Geldgeschäfte machen kann.
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#9 Torsten aus Frankfurt / MainAnonym
  • 30.12.2005, 14:48h
  • Ich liebe meine Stadt und fühle mich als Homo, mit Imagekampagne der Stadt oder ohne, hier super wohl und würde sie als Wohnort nie gegen eine andere in Deutschland eintauschen wollen.
    An alle Schlechtredner: Kennt Ihr Frankfurt am Main überhaupt oder irgendjemanden, der hier wohnt, oder sind das alles die Vorurteile, die man gewöhnlich überall lesen und hören kann, außer in und um FFM selbst? Denn die meisten Leute hier schätzen diese Stadt sehr und das muß ja nun auch Gründe haben.
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#10 madridEUAnonym
  • 30.12.2005, 16:06h
  • Natürlich ist es so, dass man seine Stadt und die Freunde meint. Da spielt es keine Rolle, ob sie für Homos wirbt, ob sie über eine heimelige Altstadt verfügt oder ob sie landschaftlich attraktiv zwischen Hügeln, am Fluss oder am Meer liegt. Ich kenne optisch ausgesprochen hässliche Grosstädte, in denen ich mich wegen der mir nahestehenden Menschen dort sauwohl fühle. Auch Madrid gilt nicht für so schön wie Barcelona oder Sevilla, trotzdem möchte ich hier nie weg ! Heimat ist dort wo man Wurzeln schlägt.
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