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  • 31. Dezember 2005, noch kein Kommentar

Ein gläubiger Katholik sinniert über schwule Exzesse: Olivier Pys erster Roman "Paradies der Traurigkeit"

Von Carsten Weidemann

Der alternde Poet Alcandre, der Aspirant Grégoire, der junge Vater Ellert, Pascual, "Spirou" – sie alle kommen jeden Abend im roten Dämmerlicht der Bar "Trap" zusammen, um im Darkroom hemmungslos ihre Begierden auszuleben. Der ehemalige Skinhead Pascual ist dabei der Zeremonienmeister von vollendeter Grausamkeit.

Opfer ihrer selbst, gierig oder verzweifelt, sucht jeder der Männer auf seine Weise nach der Wahrheit des Lebens, der Substanz der Worte, der Klarheit der Zeichen. Denn es gibt nichts im Menschen, so die Bibel, das nicht Barmherzigkeit verdient, nichts auf Erden, das nicht das Göttliche enthält.

Mit seinem ersten Roman legt der gläubige Katholik Olivier Py eine eindringliche, manchmal verstörende, aber drängende Meditation vor über das menschliche Dasein, die Kunst und die Erkenntnis.

Olivier Py:
Paradies der Traurigkeit
Roman, aus dem Französischen von Riek Walther
320 S., ISBN 3-87536-251-9
Merlin Verlag, 16 Euro


31. Dezember 2005