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Günstig telefonieren in alle Welt, und dabei auch noch überall neue schwule Freundschaften schließen können? Das Skype-Fieber ist ausgebrochen.

Von Christian Scheuß

Immer häufiger taucht in den Medien die Abkürzung "VoIP" auf, gemeint ist das Anrufen über das Internet als Alternative zum Mobil- und Festnetztelefon. Anbieter von DSL-Anschlüssen bieten diese Möglichkeit derzeit überall an. Unabhängig vom jeweiligen DSL-Zugang hat sich das kleine Software-Tool Skype inzwischen eine riesige Fangemeinde erarbeitet. Denn es funktioniert unkompliziert, und es bietet unter anderem eine neue Möglichkeit, mit Schwulen direkt in Kontakt zu treten.

Skype, im Januar frisch in der Versionsnummer 2 erschienen, braucht neben der Verbindung ins Internet noch ein Mikrofon und einen Kopfhörer. Wer will, kann auch noch eine Webcam anschließen und Video-Telefonate führen. Anrufe und Konferenzen zwischen Skype-Nutzern sind kostenlos. Wer ein Guthaben bei dem im vergangenen Jahr von ebay übernommenen Unternehmen erwirbt (SkypeOut), kann anschließend Festnetz- und Mobiltelefone anrufen. 1,7 Cent kostet beispielsweise die Minute ins Festnetz vieler europäischer Länder, in die USA, nach Russland oder Australien. Seit Ende 2005 ist es auch möglich, eine deutsche Festnetznummer zum Skype-Account zu erwerben (SkypeIn). Mit diesen Möglichkeiten kann man, egal, wo man gerade auf der Welt weilt, zu Ortsgebühren anrufen und auch angerufen werden.

231 Millionen Mal ist die Software bereits heruntergeladen worden, rund 3,5 Millionen User sind ständig per Skype erreichbar. Da sind die Schwulen nicht weit. Wer in seinem Profil das Wörtchen "gay", "schwul", "homo" oder "queer" eingetragen hat, wird über die Suchfunktion von anderen gefunden. Wer seinen Status dann noch auf "SkypeMe" stellt (soll heißen, ich bin offen für sämtliche Telefonate mit Wildfremden), braucht nicht lang zu warten, bis es das erste Mal klingelt, oder das Textchat-Fenster aufpoppt. Man kann dann in Italien mit Schwulen plaudern, die gerade ihr Coming Out über Skype wagen. Man erfährt, dass auch in Chengdu, einer 10-Millionen-Stadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas Schwule skypen, weil dies eine Methode ist, an den Zensurfiltern der Behörden vorbei an "Schweinebildchen" zu kommen. Und man lernt, dass es irgendwann auch wieder Sinn macht, das "gay" aus dem Profil zu entfernen. Denn ob auf den Malediven, in Ohio oder in Taiwan, irgendwo ist immer gerade mal jemand "horny" und klingelt einfach ungeniert an. In den Systemeinstellungen läst sich aber exakt regeln, für wen man wann erreichbar ist, so das man mögliche Belästigungen komplett verhindern kann. Wer aber kontaktfreudig ist: Auf gayromeo gibt es bereits einen Skype-Fanclub.

09.01.2006