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Der Vizekanzler erhält die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW auf dem Kölner CSD im Sommer. Ebenfalls geehrt wird der Ehrenamtler Deniz Yücel.

Von Guido Schlimbach

Das Schwule Netzwerk NRW zeichnet in diesem Jahr den Vizekanzler und Sozialminister der Bundesrepublik Deutschland, Franz Müntefering (SPD), und den ehrenamtlichen Akteur in der schwulen Onlineberatung Deniz Yücel mit der Kompassnadel aus. Das teilte heute Abend der Vorstand des Netzwerks auf einem Empfang in Köln mit. Mit der Kompassnadel werden Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und der ehrenamtlichen Arbeit geehrt, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen Minderheit besonders verdient gemacht haben. Der Preis wird am 15. Juli auf dem gemeinsamen CSD-Empfang der AIDS-Hilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW im Kölner Gürzenich überreicht.

"Franz Müntefering war der erste Landesminister von Nordrhein-Westfalen, der die Notwendigkeit der schwul-lesbischen Selbstorganisation nicht nur durch seine persönliche Teilnahme an Veranstaltungen unseres Verbands bekundet hat, sondern auch für eine solide Förderung der notwendigen Selbsthilfestrukturen durch das Land gesorgt hat", erklärte Steffen Schwab, Vorstand des Schwulen Netzwerks. "Als Sozialminister hat er die aktive Minderheitenpolitik für Lesben und Schwule regelmäßig auf die Tagesordnung in NRW gesetzt und ist damit als Mann der ersten Stunde ein überzeugendes Vorbild für seine Kolleginnen und Kollegen in der europäischen Politik", so Schwab.

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"Auch in Berlin ist es für Müntefering selbstverständlich, einem Klima der Intoleranz gegen Lesben und Schwule entschieden entgegen zu treten", sagte Schwab. Das Netzwerk schließt ausdrücklich auch Münteferings Auftreten als Familienvater mit in die Ehrung ein. "Vielleicht ist dem Vizekanzler gar nicht bewusst, wie sehr er mit seinem selbstverständlichen Bekenntnis zu seiner Tochter als Person des öffentlichen Lebens andere Eltern ermutigt, sich offen zu ihren lesbischen Töchtern und schwulen Söhnen zu bekennen und familiäre Beziehungsabbrüche zu verhindern", erläuterte Steffen Schwab. Auch heute noch führen Coming-Out-Probleme zu einer erhöhten Suizidrate unter lesbischen und schwulen Jugendlichen.

Für sein unter hohem zeitlichen Aufwand und großem persönlichen Einsatz geleistetes ehrenamtliches Engagement in der Internetberatung des Kölner Jugendzentrums anyway und für sein mutiges selbstverständliches Auftreten in seiner Schule in Düren als junger Schwuler aus einer türkischen Familie zeichnet das Netzwerk den 18jährigen Deniz Yücel mit der Kompassnadel aus. Steffen Schwab warnte vor der drohenden Kürzung der Förderung mühsam aufgebauter schwul-lesbischer Selbsthilfestrukturen durch die Landesregierung. "Wir wehren uns gegen diesen Versuch, Lesben und Schwule erneut aus unserer Gesellschaft auszugrenzen", sagte Schwab.

18.01.2006



#1 MarkusAnonym
  • 18.01.2006, 14:51h
  • Eine gute Kombination!
    Wirklich schön, daß hier zwei geehrt werden, die ihr persönliches Engagement eher im Hintergrund leisten.
    Danke Franz, danke Deniz!!
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#2 RalfAnonym
  • 18.01.2006, 17:51h
  • Herrn Münteferings Verdienste sollte man nicht kleinreden, aber vielleicht wäre bei der Auswahl der Geehrten auch daran zu denken gewesen, dass er in den Koalitionsverhandlungen nichts, aber auch gar nichts für Schwule und Lesben durchgesetzt hat und voll auf Unionslinie eingeschwenkt ist.
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#3 BegeistertAnonym
#4 wolfAnonym
  • 19.01.2006, 13:48h
  • für deniz freut mich diese ehrung!

    aber münte....................?
    der ist mir zu "liberal".
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#5 björnAnonym
  • 19.01.2006, 20:38h
  • schön für deniz yüzel
    gutes bestärken.

    hat münte was getan: ja
    war es gut: ja, es war sogar geld

    es gibt die meisten schwulen wohl im dienstleistungs-
    und industrieproletariat. zu wünschen wäre
    ihnen, wenn die preisübergabe in den partei- und gewerkschaftspublikationen
    ausführlich und mit bild berichtet wird.
    sonst bliebe es beim betroffenenfunktionärsstreicheln mit kleinem gedeck. wäre schade.
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#6 MarkusAnonym
  • 20.01.2006, 11:25h
  • Ich finde beide Preistäger voll in Ordnung. In der Schlammschlacht damals um die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft war Münte auch des öfteren zusammen mit seiner lesbischen Tochter in TalkShows, hat für die "Homoehe" geworben und sich ganz wacker geschlagen.
    Er und "seine" SPD-Fraktion (deren Vorsitzender er damals war) waren zusammen mit der grünen Bundestagsfraktion übrigens die treibenden Kräfte hinter den Gesetzen: Die Regierung selbst (namentlich die SPD-Schwergewichte Schröder, Schily, Scharping und Co.) waren nämlich alles andere als eifrig dabei, die im Wahlkampf versprochene Eingetragene Lebenspartnerschaft auch wirklich zu schaffen. Die Bundestagsfraktionen der beiden Parteien haben die Regierungsmitglieder zum Jagen getragen, nicht zuletzt dank Müntes Einsatz!
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