Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4241

Hamburg (queer.de) - Corny Littmann (53), offen schwuler Präsident des Fußball-Klubs FC St. Pauli hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gesagt, dass es Homosexuelle in allen Bundesliga-Vereinen und auch in der Nationalmannschaft gibt. Von einem Zwangsouting hält Littmann allerdings nichts: "Wenn sich jemand outen möchte, muss er das von sich aus tun. Jemanden zu outen, finde ich widerwärtig. Sicher ist, dass ich schwule Profis kenne. Und das nicht nur vom Hörensagen." Die Fußball-Bundesliga gilt gemeinhin als "letzte Bastion", in der sich Homosexuelle bis heute nicht geoutet haben. Der einzige deutsche Spieler, der sich je zu seiner Homosexualität bekannte, war Heinz Bonn, der bis 1973 beim HSV spielte. 1991 wurde er mit 44 Jahren von einem Strichjungen erstochen. Auf das Outing eines bekannten Fußballers müsse man laut Littmann aber noch warten: "Das wird sicher noch zehn Jahre dauern." Er würde heutzutage auch keinem dazu raten, sich zu outen. "So etwas geht im deutschen Profi-Fußball höchstens, wenn sich eine Gruppe von 20 Männer zusammentut und gemeinsam zur Homosexualität steht. Der soziale Druck nach einem Outing wäre für den Spieler nicht auszuhalten." (jg)

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®


38 Kommentare

#1 SaschaAnonym
  • 26.01.2006, 14:43h
  • Hört sich der Mann eigentlich selbst reden? "Der soziale Druck bei einem Outing wäre unerträglich." In was für einer kranken Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn sie keine homosexuellen (männlichen!!!) Profi-Fußballer ertragen kann???

    Worin liegt die Ursache? Darin, dass Schwule im Fußball alle Klischees endlich dorthin befördern würden, wo sie hingehören (auf den Müllhaufen der Geschichte)?! Vor allem wohl deswegen, weil die Offenlegung dieser Tatsache natürlich ganz gewaltig am kollektiven "Männlichkeitskomplex" vieler Hetero-Typen kratzen würde, von denen viele nur Angst vor möglichen eigenen homophilen Neigungen haben!

    Leider kann ich dem Fazit von Herrn Littmann ganz und gar nicht zustimmen, denn er bestätigt mit seinen Ausführungen ja selbst, dass es sich hier um einen beispiellosen Skandal der Unterdrückung und Ausgrenzung handelt. Diesem menschenverachtenden Treiben kann man nur dadurch begegnen, dass alle Homosexuellen im deutschen Profi-Fußball (gleiches gilt für andere Länder) als solche sichtbar werden.

    Da sie dies aus Angst vor Ablehnung und vor "unerträglichem sozialen Druck" offenbar nicht tun wollen oder können, ist ein kollektives Zwangs-Outing dieser Herren der einzige Weg, um den homophoben Managern der Clubs und des DFB endlich die rote Karte zu zeigen und dafür zu sorgen, dass Homosexualität im Fußball ebenso offen und selbstverständlich behandelt wird, wie es auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen der Fall sein SOLLTE!

    Nicht zuletzt handelt es sich beim Fußball um einen Sport, mit dem sich gerade auch viele Jungs und junge Männer identifizieren!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MHKAnonym
  • 26.01.2006, 15:16h
  • Ich sag doch in jeden steck ein Schwein.

    Außer im Poldi, da steckt ein Schweini *g*
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaschaAnonym
  • 26.01.2006, 15:35h
  • @MHK: Wenn das alles ist, was dir zu diesem Verbrechen gegen die Menschenwürde einfällt, dann tust du mir leid!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SAMAnonym
  • 26.01.2006, 16:20h
  • @Sacha: Dein Denken in allen Ehren, aber leider hat Herr Littmann völlig Recht. Nur weil du das gelobte Land irgendwo am Ende des Tunnels siehst ist es für die Schwulen noch längst nicht da: Und leider schon gar nicht im Profisport- es wird kommen, aber weder Zwangsouting , noch das Gesabbel von der Gesellschaft in der wir leben , verrringert den Druck dem ein schwuler Profi ausgesetzt wäre. Wie gut das wir drüber gesprochen haben und immer genau wissen, was die anderen machen müßen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SvenAnonym
  • 26.01.2006, 16:58h
  • Stimme Dir zu SAM.
    Zwangsouting halte ich für ziemlich bekloppt. Oder haben Schwule keine Persönlichkeitsrechte?
    Littmann hat schon recht, es sollte sich nicht einer outen, sondern am besten gleich ganz viele. Das wäre die Lösung auch noch für die letzten Angsthasen zu ihrer Homosexualität zu stehen.
    Hierbei müsste ihnen Mut und Unterstützung zu gesprochen werden. Es muss sich quasi lohnen schwul zu sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 madridEUAnonym
  • 26.01.2006, 17:12h
  • @sascha: Bin ebenfalls grundsätzlich der Ansicht, dass nicht wir, sondern die sogenannte "normale" Gesellschaft sich von ihren Beschwerden erholen sollte.
    Littmann als bekennender Schwuler wird aber sicher wissen, was er sagt, wenn er den unerträglichen sozialen Druck bei einem individuellen Outing anführt. Die Alternative wäre das kollektive Outing, aber die Verhältnisse, sie sind nicht so.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SvenAnonym
  • 26.01.2006, 19:23h
  • Es ist zur Zeit nun mal Fakt, dass Schwulsein im Fussball nicht akzeptiert ist - wohlgemerkt vermutlich auch von einem Großteil der Fans. Würde sich ein Spieler outen, wäre es vermutlich das Karriereaus und das Risiko muss ein jeder Spieler selbst abwägen. Jemandens Existenz mittel irgenendeinem Zwangsouting zu zerstören kann auf keinen Fall eine Lösung sein. Schlimm dass es so ist, aber die Realität ist halt so. Dies bedeutet nicht, dass sich ein jeder dem Fatalismus hingeben muss, aber für alles kommt die Zeit und wenn es erst in 10 Jahren ist. Manches ist eben nicht zu erzwingen und erst recht nicht mit irgendwelchem blinden Aktionismus
  • Antworten » | Direktlink »
#8 SaschaAnonym
  • 26.01.2006, 19:51h
  • @Sven: Vielleicht schon einmal daran gedacht, dass genau in dieser völlig verfehlten Kusch-Haltung ("Ist nicht zu ändern") das Problem liegt?

    Weil eben alle so denken (und ich frage mich, wie man solche Zustände allen Ernstes "akzeptieren" kann???), ändert sich auch nichts - jetzt nicht, aber auch nicht in zehn oder zwanzig Jahren.

    Hier geht es um eine absolut PERVERSE und KRANKHAFTE Ausgrenzung und Unterdrückung von Homosexuellen, denen man unter Umständen auch gesetzlich (siehe ADG) begegnen muss.

    Insbesondere aber kommt es auf ein kollektives Outing aller Betroffenen an. Und wenn diese offenbar selbst nicht in der Lage dazu sind, dies zu organisieren, so sind all diejenigen, die für Menschenrechte und Demokratie eintreten, dringend dazu angehalten, zur Verteidigung der Menschenwürde ein solches kollektives Outing zu organisieren!!!

    Allein durch solche Maßnahmen wird es uns gelingen, die Verantwortlichen beim DFB und bei den Vereinen entsprechend unter Druck zu setzen und öffentliches Bewusstsein für diesen absurden Zustand zu schaffen!!! Sonst könnt ihr nämlich auch noch in zehn Jahren euer Lied von der Veränderung im folgenden Jahrzehnt singen...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 SvenAnonym
  • 27.01.2006, 00:01h
  • Echt verwirrend! Ich muss immer schauen, ob ich oder der andere Sven geschrieben hat. Ich ändere meinen Namen nicht, Du???

    Also Sascha Zwangsouting als Menschenrechte und Demokratie zu bezeichnen, da kannst Du auch die Judenvernichtung zur Rettung Israels aufführen.
    Meen Jung, das passt einfach nicht!

    Realitäten zu erkennen und zu akzeptieren heißt nicht, alles beim Alten zu belassen. Die Welt dreht sich und es wäre dumm, nicht Einfluss zu nehmen, aber man sollte schon erkennen können, was man verändern kann. Und der Zweck heiligt nicht die Mittel!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 DeeJayAnonym
  • 27.01.2006, 02:31h
  • @Sascha: Nun, liebe Polit-Schwester, es gibt auch heute noch viele schwule Jungs und Männer in der Provinz, die sich lieber umbringen würden, bevor sie ihr Coming Out hätten - dem kannst Du widersprechen, es ist aber so. Und, um bei den Fussballern und insbesondere den Profis zu bleiben: auch DAS ist schwule Provinz. Deine Ansichten in allen Ehren, aber es wäre dir angeraten, ein wenig mehr nachzudenken über das, was Du hier schreibst. Im Moment klingt das alles zu sehr nach Selbstbefriedigung.
  • Antworten » | Direktlink »