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Werde ein AIDS-Aktivist! Alles, was man dafür braucht, ist ein Computer und eine Internetverbindung.

Von Christian Scheuß

Ein vertrauter Schlachtruf der AIDS-Bewegung lautet "Bekämpfe AIDS!" Im Internetzeitalter ist es inzwischen ganz einfach geworden, selbst zum AIDS-Aktivisten zu werden. Es braucht nur wenige Minuten, dann steht man bereits in den Diensten einer weltweiten Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Immunschwächekrankheit zu besiegen. Allerdings braucht man nicht radikal zu werden. Das Erstürmen von Pressezentren auf Welt-AIDS-Konferenzen, wüste Beschimpfungen gegen die Bush-Administration oder das vergießen von Kunstblut auf öffentlichen Veranstaltungen ist nicht notwendig. Man wird ein Couchpotato-Aktivist, man bekämpft AIDS von zu Hause aus. Sogar im Schlaf. Und lässt dabei eigentlich nur seinen Computer schuften.

Mit einer Software, die man sich herunterlädt und installiert, klinkt man sich in ein weltweites Netzwerk von derzeit rund 260.000 privaten Rechnern ein, die gemeinsam an einer Aufgabe tüfteln: Herauszufinden, welche Moleküle am besten an Proteine im Körper andocken. Mit diesen Erkenntnissen wollen Forscher bessere und wirksamere Medikamente gegen das HI-Virus finden. Das Programm zeigt den Fortschritt dieser Test- und Irrtum-Berechnungen mit Diagrammen und einer Grafik verschlungener wurmähnlicher Proteine an. Mit dem "World Community Grid", dem Zusammenschluss der vielen Computer, die an einem Internetanschluss hängen, und die in der Regel die meiste Zeit über tatenlos auf neue Eingaben warten, lässt sich eine Rechenpower erzeugen, die man sonst nur in so genannten Supercomputern findet. Deren Nutzung ist allerdings immens teuer, und somit für die Forschung unbezahlbar. Deshalb setzt man auf die freiwillige Vernetzung. Zusammengezählt wurden im Grid bereits rund 29.000 Jahre Rechenzeit erzeugt. Das Datingportal Gayromeo promotet derzeit das seit längerem bestehende "World Community Grid", und hat bereits rund 1.000 neue Aktivisten für "FightAIDS@home" rekrutiert.

Wer mitmachen möchte, braucht neben dem Internetanschluss allerdings ziemlich viel freien Arbeitsspeicher. Rund 70 Megabyte belegt das Tool. Die CPU ist stets bis zum Anschlag ausgelastet und die Lüfter im Computer pusten permanent, wenn man ständig die Berechnungen im Hintergrund laufen lässt. Man kann aber per Timer einstellen, wann und wie viel Rechenleistung man zur Verfügung stellen möchte, und somit die eigenen Ressourcen schonen. Die Software beeinträchtigt das Arbeiten am Computer ansonsten nicht.

07.02.2006

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®


#1 skydiverProfil
  • 07.02.2006, 10:25hStuttgart
  • Eigentlich eine tolle Sache im Kampf "Gegen AIDS" (!!!)

    Aber mal ganz dumm gefragt: "Wie sieht es mit der Sicherheit auf meinem Rechner aus, wenn ich mich in dieses "NETZWERK" einklinke (!?!)

    Ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch, und eher vorsichtig...

    Anmerkung der Redaktion: Skepsis ist immer vernünftig, allerdings: Sobald Du den Browser öffnest und ins Internet gehst, bist Du mit einem Netzwerk verbunden. Firewall, Virenschutz und Tools wie Ad-Aware sind da unverzichtbar. Die Software des World Community Grid nutzt die Ports 80 und 443, also für die Protokolle HTTP und HTTPS, genau wie Dein Browser. Somit denke ich, dass keine Gefahr eines unbefugten Zugriffs auf Deinen Rechner besteht
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#2 redforceAnonym
#3 linuxerAnonym