Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4316

Das Tierreich holt auf. Kürzlich "outete" sich ein schwules Flamingo-Paar. Nun wollen auch "verliebte Homo-Pinguine" nicht voneinander lassen.

Von Jan Gebauer

Und ewig lockt das Weib: Mit dem anderen Geschlecht können die Humboldt-Pinguine im Bremerhavener Zoo allerdings nicht viel anfangen. Selbst eigens importierte Schwedinnen vermochten die männlichen Tiere nicht zu begeistern. Das Nachzüchten der vom Aussterben bedrohten Pinguine sei deshalb noch nicht gelungen, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Der Tierpark von Bremerhaven hatte Anfang 2005 Schlagzeilen gemacht, weil sich die dortigen Pinguine wegen Frauenmangels zu homosexuellen Paaren zusammen fanden. Während die Weibchen aus dem Zoo im schwedischen Kolmarden im vergangenen Jahr zu spät zur Paarfindung in Bremerhaven kamen, scheiterte die Nachzucht in dieser Saison laut Zoodirektorin Heike Kück an der Kontaktscheu der Tiere. "Die Schwedinnen halten sich zurück", wird Kück von der "Welt" zitiert. So hätten sich bei der Bildung der Brutpaare wieder die männlichen Lebensgemeinschaften zusammen gefunden.

2005: Belästigung durch weibliche Verführungskünste?

Die Aufregung war schon im letzten Jahr enorm. Aufgebrachte Homo-Organisationen reagierten prompt. Von "Zwangskonvertierung" und "Belästigung durch weibliche Verführungskünste" war in einer österreichischen Petition des Homo-Portals "rainbow.or.at" die Rede. Über Wochen wurde Kück mit Mails und Anrufen von Schwulen aus der ganzen Welt überhäuft. Mittlerweile fasst sie das Thema deshalb öffentlich nach eigenen Worten nur noch mit "sehr spitzen Fingern an". Hintergrund ist, dass der Zoo am Meer bis vor gut einem Jahr zehn männliche Humboldt-Pinguine und vier weibliche hatte. Äußerlich sind sie nicht zu unterscheiden, denn die Tiere verfügen über keine äußerlich erkennbaren Geschlechtsorgane. Nur per DNS-Analyse kann das Geschlecht zugeordnet werden. Pfleger beobachteten, dass die überzähligen sechs männlichen Pinguine sich zu Paaren zusammen taten. Vier von ihnen zeigten sogar das komplette Balz- und Brutverhalten der heterosexuellen Paare, bis hin zum Bebrüten eines Steines als Eiersatz.

"Wir freuen uns über jedes heterosexuelle Paar, das sich findet, Eier legt und Küken aufzieht", begründete Zoo-Direktorin Kück die versuchte Verkupplung. Schließlich sind die Humboldt-Pinguine vom Aussterben bedroht und die Zucht daher besonders wichtig. Vor allem die Überfischung in ihrem Lebensraum sowie die Bejagung durch Menschen hat zu einem deutlichen Rückgang der Bestände geführt. Man geht von weltweit rund 10.000 lebenden Exemplaren aus. "Aber es ist selbstverständlich, dass wir die männlichen Paare so akzeptieren, wie sie sich zusammenfinden", betonte Kück am Mittwoch. Sie würden nicht "zwangsweise heterosexualisiert". Deshalb verwies die Zoodirektorin auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse: "Homosexualität ist im Tierreich weit verbreitet. Sie ist bei über 450 Arten nachgewiesen und auch bei Pinguinen keine Seltenheit." Die Humboldt-Spezies lebt oftmals jahrelang zusammen – manchmal sogar ihr ganzes Leben. Aber wie beim Mensch, gibt es auch bei ihr Trennungen. Die Lebenserwartung liegt bei etwa zehn Jahren (Höchstalter bei 20).

Rosa Liebe unter Flamingos

Erst vor wenigen Tagen sorgte auch ein räuberisches Homo-Flamingo-Paar für weltweite Schlagzeilen: In einem britischen Vogelpark wollten sich zwei Flamingos ihren Kinderwunsch nicht mehr nehmen lassen. Sie stahlen deshalb die Eier von ihren heterosexuellen Artgenossen und zogen die Küken dann als ihre eigenen auf. Carlos und Fernando sind nach Angaben des Tierparks "liebevolle Eltern". Die beiden kennen sich schon lange und sind seit fünf Jahren ein Paar. "Dies ist allerdings der erste bekannte Fall unter Flamingos", sagte Nigel Jarrett vom Vogelpark im Südwesten Englands der Zeitung "Daily Mail". Im Gegensatz zu den Humboldt-Pinguinen sind die Flamingos nach wie vor weit verbreitet: Von Afrika über Südwest- und Zentralasien, Südeuropa sowie Süd- und Mittelamerika findet man Millionen von Vögel. Darunter vielleicht auch das ein oder andere Homo-Pärchen.

9. Februar 2006



13 Kommentare

#1 BjoernX
  • 09.02.2006, 15:07h
  • Also, dass es Homosexualität auch im Tierreich gibt, ist ja bekannt.
    Aber das es sogar soweit geht, dass sich die Pärchen Eier anderer Paare zum Ausbrüten klauen..
    Interessant!

    Ein Hinweis an die Redaktion: der Artikel ist mit 9. Februar 2005 untertitelt. Ist aber wohl eher 2006, oder?

    Danke für den Hinweis, den Fehler haben wir bereits korrigiert. Red.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SvenAnonym
  • 09.02.2006, 16:49h
  • Tja, trotz der Verbreitung auch im Tierreich, wird Homosexualität oft noch als widernatürlich bezeichnet oder die Homosexualität unter Tieren wird auf die Einflüsse der Menschen zurückgeführt. Wie das allerdings gehen soll, sagt keiner!

    Lasst die Tiere und Menschen doch einfach glücklich leben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 björnAnonym
  • 09.02.2006, 18:24h
  • gott würfelt nicht oder die (r)evolution ist nicht dumm oder sonstwie.
    interessant bleibt nebenher die frage,
    ab wann die evolution gleichgeschlechtliche sexualität hervorbrachte und welche funktion sie erfüllt. als teil dieses millionen jahren alten
    dynamischen mechanismus fänd ich´s lustig, vor meinem ableben noch was plausibles zu hören. wenn nicht, auch nicht schlimm.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 VetbaerAnonym
  • 10.02.2006, 08:17h
  • Das Ganze ist doch genau das, was wir suchen! Im ganzen Tierreich, selbst unter Insekten, ist Homosexualität dokumentiert. Da das Aussterben der Saurier wohl kaum der Homosexualität zuzuordnen ist, handelt es sich hier, zumindest in meinen Augen, um ein ganz natürliches Phänomen, das sich zumindest nicht negativ auf die Evolution auswirkt, denn sonst wäre es in den Jahrmillionen schon längst ausgemendelt worden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BjoernXAnonym
  • 10.02.2006, 10:44h
  • @Sven:

    Das Homosexualität von einigen immer noch als widernatürlich angesehen wird, ist klar.
    Deren Argumentation (die du anführst), dass wir Menschen unser Homo-Verhalten auf die Tiere übertragen, ist aber wohl eher falschherum.
    Vielmehr ist es unbestreitbar so, dass die Menschen von den Tieren abstammen, am ehesten von den Affen (zumindest laut heutigem Wissensstand). Besonders bei den Affen ist Homosexualität nichts besonderes.
    Und da es Affen bzw. Tiere schon länger gibt als den Menschen beißt sich die Katze damit selbst in den Schwanz. *g*
    Diese Köpfe mit ihrem "das ist doch widernatürlich" sollte man immer wieder an solche Punkte erinnern..

    Gruß an die Pingus und Flamingos!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 meronAnonym
  • 10.02.2006, 12:30h
  • << nix neues unter der Sonne,da lieben Pingus Pingus,Flamingos ihresgleichen...und
    ach! wir können auch ne Brut aufziehen
    < wir brauchen keine Darwin´sche,Freud´sche oder RTlL nanny Entschuldigung
  • Antworten » | Direktlink »
#7 holga-waldaAnonym
  • 10.02.2006, 14:48h
  • ich neige nicht zum größenwahn,
    brauche keine legitimation,
    will keinen neue glaubensrichtung
    etablieren und äußere nach diesem
    vorspann, entspannt:

    homosexualität ist notwendig

    ich mein jetzt nicht für mich, damit ich nicht alleine bin, sondern mehr wegen evolution und so...
    irgenwann wird man genauer wissen für was, vermutungen und denkansätze gibt es ja schon.......vielleicht auch mal geld für mehr forschung.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 StefanAnonym
  • 10.02.2006, 16:04h
  • Wir alle sollten was von den beiden Pinguinen lernen.

    1. Wir sollten unseren Hetero-Kollegen vielleicht auch mal die Eier klauen.

    2. Wir sind Männer, lassen wir uns nicht alles gefallen von den Heten und zeigen denen so wie die Flamingo´s wo der Hammer hängt.

    3. Wenn wir Bock auf rosa haben, dann tragen wir es. Scheiß aufs Klischee.

    Schönes Wochenende

    kritischundgruen.blogg.de
  • Antworten » | Direktlink »
#9 JanAnonym
  • 13.02.2006, 15:16h
  • Ist man nicht schon lange weg von der These "der Mensch stammt vom Affen ab..." ... es heißt doch vielmehr "Der Mensch und die Affen haben gemeinsame Vorfahren". Ein ziemlicher Unterschied.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 originalgesangAnonym