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Ein neues ADG in England zwingt Schwulenclubs, auch Heteros einzulassen, meldet die "Sunday Times". Bald auch in Deutschland?

Von Dennis Klein

Großbritannien hat sein neues Antidiskriminierungsgesetz, das "Equality Bill", auf den Weg gebracht. Schwule werden darin noch besser als zuvor vor Diskriminierung geschützt. Doch nicht jeder ist glücklich. Denn einem Bericht der "Sunday Times" zufolge plant Gleichstellungsministerin Meg Munn, auch bei den Londoner Clubs aufzuräumen. In den letzten Jahren ist die Zahl der geschlechtsspezifischen schwul-lesbischen Lokalitäten in die Höhe geschossen. So müsste in Zukunft auch Frauen und Heteros Zugang zu Vergnügungen wie der "Naked Party" gewährt werden.

"Einige Schwulenbars haben Türsteher, die potenzielle Kunden nach deren sexueller Orientierung fragen", zitiert die Zeitung eine bislang geheime Aktennotiz aus dem Ministerium. "Wenn Kunden abgewiesen werden, nur weil ihre Antwort vermuten lässt, dass sie heterosexuell sind, könnte das Diskriminierung darstellen." Allerdings gibt es nach den Planungen der Regierung auch einen Ausweg für Etablissements, um bestimmte Gäste abweisen zu können: "Eine Schwulenbar kann nach wie vor Kunden abweisen, wenn angenommen wird, dass diese Ärger machen würden." Außerdem könnte Kunden nach wie vor der Einlass wegen eines nicht vom "Equality Bill" geschützten Merkmals verwehrt werden - dazu zählt beispielsweise die Farbe der Hose.

In Deutschland hat sich im vergangenen Jahr auch das Justizministerium mit einem solchen Fall für das geplante Antidiskriminierungsgesetz (ADG) befasst. Damals wurde versichert, dass "spezifische Angebote nur für homosexuelle Kunden" weiterhin legal sein würden. Allerdings nur, "soweit kein Interesse an der Durchsetzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes besteht". Wie ein Richter die schwammige Formulierung interpretieren würde, ist noch unsicher.

Das bereits vom Bundestag verabschiedete Gesetz kam 2005 nach Schröders spontaner Neuwahlentscheidung allerdings unter die Räder. Die Große Koalition berät zur Zeit über eine Neuauflage. Derzeit ist noch unsicher, ob die CDU/CSU zustimmt, dass Schwule und Lesben im ADG zivilrechtlichen Schutz erhalten. Die EU-Vorgaben fordern das nur für die Merkmale Geschlecht und ethnische Herkunft.

Werden die Vorgaben 1:1 umgesetzt könnte sich eine Frau eventuell in einen schwulen Fetisch-Club klagen, wenn sie es denn unbedingt wollte. Dagegen könnte dem gemeinen Schwulen nach wie vor der Zugang zu einem ländlichen Restaurant verwehrt werden. Ob dieser sich dafür als Mann wegen Geschlechterdiskriminierung in eine Damen-Toilette klagen könnte, ist indes noch ungewiss.

28. Februar 2006



13 Kommentare

#1 redforceAnonym
#2 SaschaAnonym
  • 01.03.2006, 00:48h
  • Hier wird der Grundsatz der Gleichberechtigung ad absurdum geführt. Gleiche Rechte für Alle heißt ja nicht, Unterschiede zu leugnen und eigene Räume für bestimmte (und gerade die "traditionell" benachteiligten!) Gruppen wieder in Frage zu stellen!

    Soll die liebe heterosexuelle Gesellschaft doch erst einmal effektive Gleichberechtigung in ALLEN gesellschaftlichen Bereichen und Lebenssituationen herstellen (davon sind wir weiterhin Lichtjahre entfernt und allein mit ADG und Homo-Ehe ist es nicht getan!), dann kann sie sich vielleicht erlauben, den Begriff der Gleichberechtigung gegenüber Homosexuellen für sich zu beanspruchen!
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#3 seb1983
  • 01.03.2006, 01:11h
  • da sieht man auf jeden Fall mal wie weit man es mit Diskreminierung treiben kann.
    Sobald das ADG draußen ist und ich nicht in ne Disco reinkomme wird in Zukunft halt geklagt irgendwas findet man schon weshalb man diskreminiert wurde, die Gerichte werden sich freuen.
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#4 Georgios!Anonym
  • 01.03.2006, 05:58h
  • Also ich finds lustig! Ich möchte die Frau sehen die sich in nen schwulen Fetish Club traut! LOL Und wenn doch..den Schwulen wärs doch egal..also von mir aus könnten mir auch Frauen zugucken, wenn ich mich vergnüge...solang sie mich nicht anfassen oder mehr von mir wollen! Sonst würd ich dann nämlich auf sexuelle Belästigung klagen! :-)))

    Nee mal im Ernst...selbst wenn so ne Klage durchkommt wird wohl kaum ne Frau in einen solchen Club gehen! Viel hätte sie ja nicht davon...denn ich denke sie würde aus jedem Cruisingbereich achtkantig rausfliegen oder die Typen würden ihr die Darkroomtür vor der Nase zuschlagen! :-))))))

    Wie gesagt ich kann mir nicht helfen, aber ich muss darüber wirklich eher schmunzeln! Frag mich nur grad welche Gerichte sich ernsthaft mit sowas befassen? :-)

    Ich seh schon Zeugen Jehowas in schwulen Saunen wie sie rufen: Ihr Sünder, schmort in der Hölle..aber am Ende lässt sich doch sowieso mindestens die Hälfte von denen dann sicher auch gern mal so richtig durchf*****...wer weiß! :-)))
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#5 AndréAnonym
  • 01.03.2006, 10:54h
  • also ich finde auch, dass es nur fair wäre wenn ne frau in ne schwulensauna gehen dürfte, das Recht würde ihr dann schon zu stehen.
    Ob ein Hetreo jetzt in ne Homo-Lokation gehen will liegt bei ihm/ihr selber
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#6 ACopAnonym
  • 01.03.2006, 15:40h
  • das werden sich die Frauen schnell wieder anders überlegen,
    wenn der erste Mann klagt um ins Frauenhaus zu kommen...
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#7 TimAnonym
  • 01.03.2006, 16:46h
  • Da versuchen wohl Konservative uns auf diesem Weg den Schutz madig zu machen, aber wer glaubt denn, dass Heteros oder Frauen plötzlich in eine schwule Sauna wollen? Und wenn ein Hetero da mal hin will und es auch mal andersrum probieren will, wieso nicht.

    Ansonsten könnte man ja auch gleich die getrennten Duschen in Schwimm- und Sporthallen ebenso wie getrennte Toiletten abschaffen...

    Schutz vor Diskriminierung heißt ja nicht, dass Männer auf einmal in Damenduschen, Damensaunen, Damentoiletten dürfen und umgekehrt!...

    Dem sehe ich also sehr gelassen entgegen und das ist nur der Versuch uns für dumm zu verkaufen, so dass wir freiwillig auf Schutz vor Diskriminierung verzichten.

    Aber auch wenn manche Konservative das vielleicht hoffen: so leicht fallen wir nicht auf deren Räuberpistolen rein!
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#8 NichtRegistriertAnonym
  • 01.03.2006, 19:01h
  • Also also,

    Ich finds okay. Es heist "können" nicht müssen. Als ob die britische Regierung jetzt Gruppen von Heteros in die Gaybars zwingt.
    Schwule wollen ja auch mal in nen Heteroclub. Wäre die Schwulenszene nicht so sexlastig hätten wir keine Darkrooms in denen dann plötzlich Frauen auftreten könnten
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#9 PeterAnonym
  • 01.03.2006, 21:40h
  • Ich seh ja schon erzkonservative Frauen in langen Bademänteln demonstrativ in Schwulensaunen sitzen um den(oder sogar ihren eigenen) Kerlen den Spass zu versauen. Da läuft dann irgendein Schwuler mit dem Teil in der Hand rum und die Frauen klagen auf sexuelle Belästigung. ;-)
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#10 joshAnonym
  • 28.04.2006, 12:42h
  • na und? lasst sie doch kommen, vielleicht greifen sie sich dann mal unter ihre erzkonservativen bademäntel und haben spass!
    wovor habt ihr angst? ich will keine bars und clubs in den nur bestimmte leute reinkommen. und wenn ich als schwuler nicht diskriminiert werden will, dann auch weg mit unseren eigenen ghettos! *g* also liebe heteros rein in die schwulensauna, vielleicht haben wir einfach alle spass.
    wäre das so schlimm?
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