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Das Oberlandesgericht stoppt den Kinostart von "Rohtenburg", um die Persönlichkeitsrechte des "echten" Kanibalen zu schützen.

Von Dennis Klein

"Rohtenburg" wird nicht wie geplant ab dem 9. März die Zuschauer schocken: Das Oberlandesgericht (OLG) sah die Persönlichkeitsrechte des heute 44-jährigen Armin Meiwes verletzt, der im März 2001 einen 43-jährigen Berliner mit dessen Einverständnis erstochen, ausgenommen und teilweise gegessen hatte. Der 14. Zivilsenat in Kassel befand nun, dass der Filmschocker die Persönlichkeitsrechte von Meiwes verletzt habe. Das wiege schwerer als die Kunst- und Filmfreiheit, so Richter Bodo Nordmeier. In erster Instanz hatte das Landgericht Kassel am 27. Januar den Antrag von Meiwes auf Erlass einer einstweiligen Verfügung noch abgelehnt.

"Rohtenburg" ist ein in Deutschland auf Englisch gedrehter Schocker mit Hollywood-Schauspieler Thomas Kretschmann ("King Kong", "Der Untergang") in der Hauptrolle. Die Story: Die amerikanische Kriminalpsychologie-Studentin Katie Armstrong (Keri Russel) begibt auf die Spuren des deutschen Kannibalen Oliver Hartwin (Kretschmann). Im Internet hatte sich nach einem Partner gesucht, der sich einverständlich von ihm töten und danach verspeisen lassen würde. Simon Grombek (Thomas Huber) hatte sich bereit erklärt und gab sein Leben. Sie findet im nordhessischen Heimatdorf des Kannibalen Indizien für ein isoliertes Leben in Einsamkeit unter der Knute einer dominanten Mutter und für immer weiter ausufernde Gewaltfantasien. Und schließlich wird ihr anonym ein Video zugespielt. Darauf hat Hartwin die letzten Stunden im Leben von Simon Grombek minuziös festgehalten.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Kretschmann hatte in einem Interview mit der "Super-Illu" noch versichert, dass der Film "frei erfunden" sei und lediglich von der Tat des "Kannibalen von Rotenburg" inspiriert. Allerdings hatte Armin Meiwes beantragt, den Thriller zu stoppen, weil 88 Einzelheiten mit seinem Leben übereinstimmten. Das fängt bei seiner Kindheit an, zudem hat auch er sein Opfer im Internet gefunden. Außerdem spielt auch der Film in Nordhessen und der Namen des Wohnorts (Rohtenburg/Rotenburg) sei auch kein Zufall. Das Gericht nannte diese Übereinstimmungen "hinrechend glaubhaft".

Der fünf Millionen Dollar teure Film darf nun nicht in Deutschland aufgeführt werden, ansonsten droht der amerikanischen Produktionsfirma Atlantic Streamline ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder bis zu sechs Jahren Gefängnis. Der deutschen Verleiher Senator Film nannte das Urteil "verfassungswidrig" und will gegen das Aufführungsverbot kämpfen.

Nach Ansicht der Filmkritiker ist das Verbot kein großer Verlust: "Ein unspektakulärer Thriller" (critic.de) ist noch das harmloseste Urteil. "Eine billige und plumpe amerikanische Produktion, über die man eigentlich gar nicht schreiben sollte", meint MovieMaze. Hier werde versucht, mit einem aktuellen Thema "schnell und einfach das große Geld zu machen". Allein der Trailer von "Rohtenburg" war von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft ab 18 Jahren freigebenen worden.

Der "echte Kannibale" Meiwes wurde im Januar 2004 vom Landgericht Kassel wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil löste wegen seiner Milde Empörung aus. Die Staatsanwaltschaft erreichte daraufhin die Aufhebung des Urteils durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Derzeit wird der Prozess vor dem Landgericht neu aufgerollt.

3. März 2006



Die Rückkehr des schwulen Kannibalen

Eine Seele so krank, eine Tat so unvorstellbar. Die Geschichte des Kannibalen von Rotenburg startet jetzt doch im Kino. Ein Gericht hob das Verbot auf.
Kannibalen-Film nicht mehr verboten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in letzter Instanz das Verbot des Horrorschockers "Rohtenburg" aufgehoben. Der Film mit Thomas Kretschmann ("King Kong", "Der Untergang") basiert auf dem Leben von Armin Meiwes, dem "Kannibalen von Rotenburg".
#1 skydiverProfil
  • 03.03.2006, 20:53hStuttgart
  • Ich finde es richtig, das der Film vorerst gestoppt wurde in Deutschland (!!!) So lange der neue Prozess noch gegen Meiwes läuft, wäre kein fairer Prozess gewährleistet (!!!) Sind schon ein bisschen viel Ähnlichkeiten.... um genau zu sein 88 (!!!) Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden nach der Beendigung des Prozesses den Streifen in die Kinos zu bringen (!!!)
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#2 splattergayAnonym
  • 04.03.2006, 13:25h
  • Ich glaube nicht, daß das etwas mit dem laufenden Verfahren zu tun hat. Das Urteil finde ich aber einen Skandal. Meiwes hat seine Geschichte schon öfters vermarktet und ist damit zu einer öffentlichen Person geworden. Damit hat er sein Recht verwirkt, den Fall aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Die Richter haben m.M nach eine reine Geschmackszensur getroffen. Sie haben ja durchblicken lassen, daß wenn der Fall nicht als HORRORfilm aufbereitet worden wäre, das
    Urteil anders ausgefallen wäre. Es ist ja auch so schön, 80 Mio. Bürgern vorzuschreiben, was sie sehen dürfen und was nicht.
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#3 BflasterAnonym
  • 05.03.2006, 00:25h
  • Da ist nichts gegen einzuwenden (???) Ich glaube doch (!!!)
    Wenn jemand mit so einer Geschichte an der Kinokasse Geld machen will und es Leute gibt, die ihr Geld auch noch dafür ausgeben wollen, dann wundere ich mich langsam über gar nichts mehr. Als Dokumentation, ok. Im Kino, nein danke.
    Welche Filme kann man dann in Zukunft erwarten, Kindermorde in allen Details? Vergewaltigungen? Halt, den gibt es ja auch schon.
    Will man die Leute wachrütteln, oder doch einfach nur das schnelle Geld mit der, wie sagt man, Sensationsgier der Zuschauer machen.
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#4 GeorgAnonym
  • 05.03.2006, 15:22h
  • Ich halte das (vorläufige!) Aufführungsverbot für richtig, weil das Strafverfahren gegen Meives noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist und in der Tat die Gefahr einer Boulevardisierung des schrecklichen Geschehens besteht. Opfer à la Pasolini, Sedlmeir, Mooshammer oder so ähnlich haben wir nun weiß Gott genug!

    Aber: Selbstverständlich gehört der Fall aufgearbeitet. Rosa von Praunheim will ihn ja auch verfilmen; wie, ist mir scheißegal, es darf gerne wieder ein Schocker sein. Hoffentlich bestellt das Gericht kompetente Gutachter, die klar machen können, dass sich in der causa cannibala - im Zeichen des Internets - eine schreckliche Wahrheit auftut. Täter und Opfer, schwul und ungeoutet! Warum konnten sie sich nicht outen? Sind nicht beide Opfer einer zutiefst homophoben Gesellschaftsstruktur geworden, in der man sich nur noch im Geheimen zu "verbotenen Sachen" trifft??
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#5 HansAnonym
  • 09.03.2006, 17:09h
  • Meiwes war wohl so Geldgeil das er die Rechte ZWEI Mal verkauft hat.
    Nun hat einer von beiden das nachsehen.

    Da Meiwes während seiner Haft kein Geld verdienen darf und wenn er es auch könnte würde wohl alles für seine vielen Anwälte drauf gehen.

    Meiwes ist ein Fuchs...Wehe dem der böses dabei denkt.
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#6 alfredAnonym
  • 11.03.2006, 21:47h
  • wir haben ja ausser 5 millionen arbeitlose und einen riesigen schuldenberg nichts anderes zu tun als uns über solche fälle zu diskutieren. solche menschenverachtenden dinge sollten lieber da bleiben wo sie hingehören nähmlich in den akten der justiz. einführung des § 60 und 90 des Stgb der DDR wäre hier absolut angebracht, im namen des volkes und knall. das wars . einer weniger von solchen verbrechern
    ach und nochwas. die das noch unterstützen gleich mit ab an die wand. dies soll keine hetze sein sondern nur eine kleine gerechtigkeit. denn wer ein anderen das leben stiehlt wie in solchen fällen der darf auch nicht leben. humanität hin oder her
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#7 MannyAnonym
  • 12.03.2006, 12:04h
  • Persönlichkeitsrechte des Kannibalen?

    Was ist mit den Persönlichkeitsrechten, des Opfers???
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#8 OlliAnonym
  • 13.03.2006, 11:18h
  • Ich denke man muss nicht jeden scheiß verfilmen, sobald mal etwas außer norm passiert stürzen sich die filmproduzenten drauf weil einfach alle denkbaren themen schon verfilmt wurden...
    Ich finde es auch gut dass die persönlichkeitsrechte geschützt werden bzw respektiert werden und der film gestoppt wurde. Ob der streifen wirklich filmischer schund ist kann ich natürlich nicht beurteilen ohne ihn gesehn zu haben...
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