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Ang Lee erhielt den Oscar als bester Regisseur. Als besten Film krönte die Academy jedoch überraschend "L.A. Crash".

Von Dennis Klein

(queer.de) - Gleich zu Beginn der Oscar-Show steigt Moderator Jon Stewart in einem Sketch mit Schauspieler George Clooney ins Bett – nur eines der kleinen Hinweise, dass mit acht Nominierungen der Favorit dieser Gala ein kleiner Film über schwule Cowboys war. Am Ende hat es nur für drei Oscars gereicht: Beste Filmmusik, bestes adaptiertes Drehbuch und beste Regie für Ang Lee. Die Trophäe für den besten Film ging jedoch völlig überraschend an "L.A. Crash", ein Großstadtdrama über ethnische Spannungen mit Sandra Bullock und Matt Dillon.

"Brokeback Mountain" hatte zuvor einen Preis nach dem anderen eingeheimst und gewann unter anderem den britischen Bafta-Award als bester Film, den Golden Globe als bestes Drama und den Golden Löwen in Venedig. Bei der 78. Oscar-Verleihung lief es dann nicht so rund, auch nicht für die beiden Schauspieler: Jake Gyllenhaal musste sich in der Kategorie "bester Nebendarsteller" George Clooney geschlagen geben. Auch Hauptdarsteller Heath Ledger muss auf seine erste Trophäe warten: Als bester Schauspieler wählten die Juroren erwartungsgemäß Philip Seymour Hoffman, der für seine grandiose Rolle in "Capote" ausgezeichnet wurde.

Auch er spielte allerdings einen Schwulen: Den exzentrischen Schriftsteller Truman Capote, der in den 60er Jahren mit seinem Roman "Kaltblütig" einen Meilenstein der Literatur verfasste. Der Film ist vergangenen Donnerstag in Deutschland angelaufen (siehe queer.de-Artikel).

Kein Erfolg dagegen für Felicity Huffman. Der "Desperate Housewives"-Star hat in "Transamerica" grandios eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle im gespielt und war dafür als beste Hauptdarstellerin nominiert worden. Sie hatte bereits einen "Golden Globe" als beste Hauptdarstellerin in einem Drama gewonnen. Der Oscar ging allerdings an Reese Witherspoon für "Walk the Line". Auch Dolly Parton, die für den Titelsong von "Transamerica” nominiert worden war, ging leer aus. In dieser Kategorie gewann der Rap-Song "It’s Hard Out Here For A Pimp" für die Ghetto-Geschichte "Hustle & Flow". "Transamerica" soll ab dem 16. März in die deutschen Kinos kommen.

Kein Film gewann mehr als drei Oscars: Neben "Brokeback" ist auch "L.A. Crash", "Die Geisha" und "King Kong" drei Mal ausgezeichnet worden.

Insgesamt ging die Show mehr als routiniert über die Bühne. Der sonst so bissige Satiriker Jon Stewart zeigte sich diesmal recht brav. Und das, obwohl in diesem Jahr so viele politische und kontroverse Filme wie nie nominiert waren.

Kritik an den vielen Nominierungen von kleinen Filmen mit schwierigen Themen kam vor der Preisverleihung vor allem aus der fundamentalistischen Ecke: So beschwerte sich das einflussreiche "Parents Television Council", dass bei der Verleihung zu viele Low-Budget-Produktionen nominiert worden seien und keine "Familienfilme" wie "Star Wars" oder "Narnia", die ohne schwulen Schweinkram oder politisch umstrittene Statements auskommen.

Einen schlechten Tag hat unterdessen Tom Cruise erwischt: Der Schauspieler, der jeden verklagt, der ihn auch nur ansatzweise als "schwul" bezeichnet, hat die "Goldene Himbeere" als "nervigster Star" gewonnen. Die parallel zur Oscar-Verleihung ausgetragene Zeremonie "prämiert" jedes Jahr die schlechtesten Leistungen in Hollywood. Cruise hat sich den Preis unter anderem durch seinen Auftritt in der Talkshow "Oprah" verdient: Dort hüpfte er vergangenes Jahr auf dem Sofa herum wie ein Huhn auf Rügen, um seine angebliche Liebe zu Katie Holmes ("Dawson’s Creek") medienwirksam zu inszenieren.

6. März 2006



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66 Kommentare

#1 Georgios!Anonym
  • 06.03.2006, 06:19h
  • Immer getreu dem Motto: "Lassen wir dem Schwulenfilm mal seine acht Nominierungen, damit wir möglichst liberal darstellen...am Ende küren wir den "Schwulenfilm" sowieso nicht zum besten Film!"

    Zum Kotzen und ganz klar eine poltische Entscheidung! Ich bin ohne Ende enttäuscht und dafür hab ich mir auch noch die Nacht um die Ohren geschlagen! :( Rassismus wird jeden Tag in Filme gepackt, aber Rassismus gegenüber Schwulen oder ein Hollywood Film über eine schwule Liebe "darf" ja anscheinend niemals zu einem der "besten" Filme gekürt werden...so weit geht die Toleranz dann doch nicht! Verlogenes Volk!
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#2 MoviefreakAnonym
  • 06.03.2006, 06:41h
  • Tja, etwas enttäuscht bin ich schon, auch wenn es die Beste Show seit der 72. Academy Awards (2000) war!! Aber ich wüsste nicht was an "L. A. Crash" so neues sein soll. Rassenunruhen werden doch oft in Filmen thematisiert! Schwule Cowboys in nem Drama ist mal was neues!! :-))
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#3 mist!Anonym
  • 06.03.2006, 06:49h
  • dieser film hätte alle neune abräumen sollen....

    aber leider ist das mit dem konservatismus, der teilweise schon in faschismus umschlägt, wohl nicht nur in den ländlichen gegenden des "gelobten landes" so.....
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#4 skydiverProfil
  • 06.03.2006, 08:59hStuttgart
  • Da blieb selbst so einem coolen Hund wie Jack Nicholson die Spucke weg: Er sollte bei der diesjährigen Oscar-Verleihung den Sieger-Film verkünden - und es war nicht der haushohe Favorit "Brokeback Mountain", sondern "L.A. Crash". Die Acadamy mochte wohl keine knutschende Cowboys und setzte auf ein Rassismus-Drama. Auch gut. Ein großartiger Film wurde von einem ebenfalls großartigen Film geschlagen.
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#5 lepetitroiAnonym
  • 06.03.2006, 09:06h
  • also wer hat den film denn schon gesehen..........bitte erst mal ansehen und dann versuchen objektiv zu urteilen........
    natürlich ist es toll, daß es filme mit schwulen Themen schaffen ins grosse kino zu kommen - aber im augenblick kann man ganz gute geschäfte damit machen - selbst im deutschen kino sieht man szenen, die man früher nur in spez.filmen sah (experimentarteilchen)
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#6 HansAnonym
  • 06.03.2006, 09:30h
  • Hauptsache der Nichtskönner und ewige Selbstdarsteller und Grinsemann George Clooney hat endlich seinen Oscar.

    Ich bin sehr enttäuscht das Brokeback Mountain nur 3 Oscars erhalten hat. Im nachhinein war es wohl aus dem prüden Amerika nicht anders zu erwarten.
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#7 LarsAnonym
  • 06.03.2006, 09:41h
  • Nicht nur für Brokeback Mountain bin ich enttäuscht.

    Schlimmer finde ich, dass eine mittelmäßige Reese Witherspoon den Vorzug gegenüber Felicity Huffman bekam. Das sehe ich auch politisch. Kein Oskar für Transsexuellen-Film.
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#8 SaschaAnonym
  • 06.03.2006, 10:28h
  • Typisch!!!

    Herausragende Kritiken, acht (!!!) Nominierungen, aber am Ende hat wie immer die pure Homophobie gesiegt.

    Aber haben wir von einem verklemmten, reaktionären und vor Scheinmoral strotzenden Haufen wie Hollywood allen Ernstes etwas anderes erwartet???

    Hätte es sich um eine vergleichbare heterosexuelle Liebesromanze gehandelt (und klar: Brokeback Mountain ist weit mehr als nur eine "Romanze"), sie wäre ohne jede Abstriche zum besten Film gekürt worden!

    Die gesellschaftlichen Zustände im Jahre 2006 kotzen mich an!!!
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#9 splattergayAnonym
  • 06.03.2006, 10:43h
  • Ob das Urteil nun wirklich politisch begründet ist, darüber kann man streiten. der Film wurde vielleicht im vorhinein zu sehr als Gewinner gehandelt, da sah sich die Oscar-Jury vielleicht genötigt, ihn nicht als bestrn Film auszuzeichnen. Viel schlimmer find ich eigentlich die Reaktionen, die der Film schon im voraus auslöste, z.b. das Aufführungsverbot in einigen US-Kinos. Der Film ist doch eigentlich ein Rückfall in 60-iger jahre Ideologie, wo das thema noch mit vielen Tabus belegt war. Zurückhaltender u. pessimistischer kann das Thema Homosexualität heute wohl kaum noch behandelt werden. Die Zeiten werden halt wieder konservativer.
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#10 SaschaAnonym
  • 06.03.2006, 11:29h
  • @splattergay:

    Falls es dir entgangen sein sollte: Der Film spielt in den 60er und 70er Jahren und zudem in einem Umfeld, das bis heute von Prollhetentum und Homophobie bestimmt ist.

    Daher ist der Film kein Rückfall in "überholte Ideologien", sondern eine längst überfällige Auseinandersetzung mit Klischees, Stereotypen und sowie der Unterdrückung homosexueller Identität und Liebe.

    Dass die Entscheidung der Academy homophoben Gesinnungen zu verdanken ist, liegt für jeden kritischen Beobachter auf der Hand...Wir müssen lange in der Geschichte des Oscar suchen, um einen vergleichbaren Fall zu finden, in dem ein derart haushoher Favorit am Ende nicht auch zum besten Film gekürt wurde!

    Deinen größten Denkfehler offenbarst du aber mit der Aussage, die Zeiten "würden halt" konservativer: Die Zeiten "werden" überhaupt nichts, sondern vielmehr ist es uns offenbar nicht gelungen, vehement und mit entsprechendem Selbstbewusstsein um unsere Rechte zu kämpfen!!!
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