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Der deutsche Vorentscheid zum Grand Prix 2006 ist vorbei. Überraschung: Nicht Vicky fährt nach Athen, sondern Texas Lightning!

Von Jan Gebauer

Da waren es nur noch drei: Schlager-Diva Vicky Leandros, die Country-Band Texas Lightning und und Ex-Modern-Talking-Sänger Thomas Anders werden am 9. März in der ARD-Sendung "Der deutsche Vorentscheid 2006 - Die Gala zum Grand Prix" im Deutschen Schauspielhaus Hamburg ihr Lied für Athen präsentieren. Da aber drei Lieder à drei Minuten kein Programm füllen, dürfen die Künstler je noch einen Grand-Prix-Klassiker trällern. Ansonsten sorgen etliche bekannte Gäste für Stimmung und das richtig Eurovisionsfeeling. Moderiert wird die Sendung von Thomas Hermanns, für den als bekennenden Eurovisions-Fan ein Lebenstraum in Erfüllung geht: "Der Tag, an dem ich den deutschen Vorentscheid 2006 moderiere, wird der schönste Tag meines Lebens." Ähnlich begeistert äußert sich Olli Dittrich, Schlagzeuger von "Texas Lightning", der als "Dittsche" vor allen Dingen als Comedian bekannt ist: "Bei diesem Wettbewerb dabei zu sein, bedeutet für mich, dass ein Kindheitstraum wahr wird. Die Helden meiner Jugend waren nämlich Uwe Seeler und Udo Jürgens. Der eine gewann die Deutsche Fußball-Meisterschaft, der andere den Grand Prix de la Chanson. Lange wusste ich nicht, wem ich nacheifern soll, doch jetzt habe ich mich entschieden: Sorry, Uwe."

Neben den Teilnehmern präsentiert Thomas Hermanns eine illustre Schar von Gästen aus der über 50-jährigen Grand-Prix-Geschichte wie die Olsen Brothers, Dana International, Brotherhood of Man, Michelle, Corinna May, Ingrid Peters, Lou und die unverwüstliche Joy Fleming. Als "Superfans" sind dabei: Dirk Bach, Georg Uecker, Ex-No-Angel Lucy Diakovska und Hape Kerkeling, der einen besonderen Grand-Prix-Song vorbereitet hat, begleitet von dem 30-köpfigen St. Pauli Kurorchester. Als Ehrengast erwartet Thomas Hermanns Lys Assia, die Gewinnerin des ersten internationalen Grand Prix-Wettbewerbs von 1956 mit "Refrain".

Die ungewöhnliche Entscheidung nur drei Teilnehmer zum Vorentscheid zu zu lassen trafen die ARD-Unterhaltungschefs in internen Meetings. Dabei verließen sie sich auf Vorschläge der deutschen Phono-Industrie. Zu den Auswahlkriterien zählten vor allem eine hohe Show-Akzeptanz und ein hervorragender musikalischer Standard. An den Sieger des Vorentscheids sind hohe Erwartungen geknüpft: Die deutsche Musikszene hofft auf größere Anerkennung und Präsenz auf internationaler Ebene. Die hätte man eventuell mit Thomas Anders, der im Duo Modern Talking international etliche Hits landen und Millionen von Platten absetzen konnte. Auch Vicky Leandros steht für herausragende Erfolge, die allerdings schon einige Jährchen zurückliegen. 1972 gewann sie den Eurovision Song Conest mit "Après toi" - 1967 hatte sie mit "L'amour est bleu" noch den vierten Platz belegt. Beide Titel verkauften sich in Europa hervorragend und das ältere Semester hat die Schlager-Ikone sicher noch im Gedächtnis.

Leider präsentieren sowohl Leandros als auch Anders nur schmalziges Balladen-Einerlei, wie man es schon hunderte Male beim Eurovision Song Contest gehört hat. Besonders textlich wird kein Klischee ausgelassen: Während Anders von den "Songs That Live Forever" philosophiert, wozu sein Titel sicher nicht gehört, zitiert Leandros im englischen Text zu "Don't Break My Heart" banale Klischees aus 1000 und einem Liebessong.

Mit großen Gesten und viel Tamtam versuchen beide Künstler ihre Songs zu untermalen – schließlich haben Inbrunst, betroffene Mimik und überschäumende Gefühle schon so manchem Song zu einem Platz auf dem Siegertreppchen verholfen. Allerdings ist es auch schon runde zehn Jahre her, dass eine echte Ballade gewonnen hat: 1996 war Eimear Quinn mit der irischen Ballade "The Voice" siegreich. Danach folgten Mid- und Up-Tempo-Sieger – und in den letzten Jahren vor allen Dingen viel Choreographie! Flott geht es denn auch bei Texas Lightning und ihrem erfrischend lockeren Country-Pop-Song "No No Never" zu. Die Musik klingt authentisch und die Musik sind mit Enthusiasmus bei der Sache, auch wenn Leadsängerin Jane Comerford (Solo-Hit: "I Feel Herzschmerz") etwas bemüht jung wirkt. Der Song ist allerdings den anderen Konkurrenten um Einiges voraus und könnte frischen Wind aus Germany signalisieren.

Der deutsche Vorentscheid 2006 - Die Gala zum Grand Prix: Das Erste/ARD, 20:15, die nationale Vorauswahl zum Eurovision Song Contest am 20. Mai in Athen

9. März 2006



#1 StefanAnonym
  • 09.03.2006, 15:42h
  • Ich hab mir gerade mal die Hörproben reingetan zu den drei Liedern heute Abend. Dafor war ich für Frau Leandros. Ihr Gekrächtze würde uns aber leider nur Mitleidspunkte geben und diese haben schon der Blinden mit dem Tremor nichts gebracht. Wir gewinnen eh nur mit einer geilen Performance, der Song ist egal. Bin gespannt wer es wird.

    kritischundgruen.blogg.de
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#2 VollkornmannAnonym
  • 09.03.2006, 22:03h
  • Au weia. Ficky Leandros, schriller Hörschaden meiner frühen Kindheit (Thééééééjoooooooh...!), und ein ModernTalking-Bruchstück wetteifern darum, den deutschen Schlager erneut eurovisionsweit zu blamieren.
    Wo sie sowieso schon samt und sonders auf englisch singen: Müssen sie dann überhaupt noch erwähnen, welches Land sie geschickt hat?
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#3 happy2401
  • 10.03.2006, 07:07h
  • Ich kann nur eines sagen:

    Texas Lightning hat es nur verdient. Es war einfach das beste Lied und vor allem die beste Präsentation. Bei der von mir bevorzugten Vicky reichte es einfach nicht für einen Liveauftritt.
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#4 DavidAnonym
  • 11.03.2006, 10:51h
  • Also was ist da bitte eine "Sensation" bei gerade mal 3 Teilnehmern? Jeder ging mit einer Chance von 1:3 ins Rennen...
    Wenn, dann ist die Teilnahme Finnlands mit "Lordi" eine Sensation :-)
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#5 helmutAnonym
  • 11.03.2006, 18:09h
  • na gut, es hätte besser sein können, aber es hätte auch viel schlechter sein können. also texas lightning mit der niedlichen jane comerford - haben gewonnen - und das geht voll in ordnung. ein netter frischer song - country ist im moment auch in europa angesagt, dank Johnny Cash film - wird uns sicher wieder in die Top Ten bringen und die Single wird auch ein Verkaufshit werden! by the way, das Album dazu "meanwhile, back at the ranch" ist auch echt gut und witzig frisch. viele coverversionen als countrysong!
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#6 PascalAnonym
  • 12.03.2006, 11:10h
  • hohe rmusikalische standard...
    nach diesem kriterium hat die phono-industrie die 3 kandidaten vorgeschlagen.

    wenn die phono-industrie nach diesem kriterium auch neue platte auf dem markt bringt, wundern einem die verkaufszahlen nicht mehr. nicht die tauschbörsen und raubkopien sind schuld, sondern die herrschaften selber, die entweder taub sind, oder schon zu viel (butter)schmalz in den ohren haben!

    vicky leandros traf keinen einzigen ton
    thomas anders trällerte eine ballade anno dazumal, und schaute dabei in die kamera wie ein verschnitt aus george michael und elton john
    und ja, auch texas lightning fand ich eher langweilig. der einspieler 'like a virgin' von madonna hatte witz, charme und esprit - das vorgestellte 'no no never' nichts dergleichen. lediglich das hocker-sitzen-und-nacktes-bein-schwingen von der sängerin könnte punkte bescheren.

    vielleicht reicht es aber für den vorletzten oder vor-vorletzten platz - mehr ist nicht drin
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#7 seb1983
  • 12.03.2006, 12:35h
  • wie ich beim Bäcker beim Anstehen auf der Titelseite der BILD, queers meistzitierte Zeitung *g*, lesen durfte, hat Vicky jetzt mal heftig gegen den Grand Prinx rumgezickt hehe :-))
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