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Einst sang sie Schlager, nun startet sie ihre Disco-Karriere. Doch wer verbirgt sich hinter Tanja Thomas wirklich? queer.de war beim Showcase.

Von Jan Gebauer

Donnerstagabend, 20 Uhr, Triple A in Köln. Rund 400 Leute – darunter vor allen Dingen Schwule – haben sich in dem kleinen Club versammelt, um die Auferstehung einer Schlager-Prinzessin zu erleben. Jedenfalls wurde sie bisher unter diesem Label vermarktet. Von Schlager merkt man in der glitzernd dekorierten Location allerdings wenig: Der Sound klingt eindeutig nach 70s-Disco, der Chic könnte aus der gleichen Zeit sein und an den Wänden sieht man die lasziven Fotos einer Frau, die mit Rollenschuhen bekleidet, den ultimativen Schritt in die Vergangenheit wagt. Tanja Thomas ist ihr Name –dahinter verbirgt sich keine Geringere als Tanja Hewer-Oberloher. Besser bekannt ist diese allerdings als Michelle (34). Immer gut für einen Skandal und einen Hit in den Schlagercharts ("Dein Püppchen tanzt nicht mehr", "Der letzte Akkord", "Idiot"). Und dort verkauft sie seit Jahren fast konkurrenzlos, wäre da nicht Andrea Berg.

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Michelle macht eine Pause und lässt ihrem neuen Alterego Tanja Thomas den Vortritt. Mit langen Haarteilen, grellen Glitzerklamotten und sichtlich guter Laune wird aus der ehemaligen Hundesalon-Besitzerin eine leicht durchgeknallte Disco-Maus. Und die Rolle steht der Sängerin von "Wer Liebe lebt" (Eurovision Song Contest 2001, Platz 8) überraschend gut. Die allgegenwärtigen 14 Cover-Songs des neuen Albums "My Passion" mischen die Fangemeinde mächtig auf. Selbst die zahlreichen Journalisten und Fotografen können sich das Mitwippen nicht verkneifen und spätestens nach dem kurzen Playback-Auftritt der Künstlerin heißt es "Tanzfläche frei und Abtanzen". Auch die überaus sympathische Schlager-Newcomerin Helene Fischer und Ex-No-Angel Lucy Diakovska sind mit von der Partie und steppen zu Gassenhauern wie "Yes Sir, I Can Boogie" (Baccara), "Lay Love On You" (Luisa Fernandez) oder "Lady Bump" (Penny McLean), von denen man eigentlich dachte, sie wären uncoverbar.

Die Produzenten Florian Richter und Chris Zippel mitsamt ihrer Tanja Thomas haben sich bei den Songs sehr stark an die Original-Arrangements der 70er Jahre gehalten. Der Sound und die Beats wurden aufgefrischt, ohne dass die Remakes zu billigen Kopien verkommen. Auch die englische Aussprache der Sängerin hat sich gegenüber dem holprigen Versuch von 2001 ("To Live For Love") extrem verbessert. Dem Schlager hat sie damit aber nicht abgeschworen, wie sie mir versichert: "Im Herbst wird es ein neues Michelle-Album geben und darauf wird dann wieder Schlager zu hören sein." Bis dahin heißt es: "Dance Little Lady" (Tina Charles)! Und sollten die Fans im CD-Laden nicht gleich drauf anspringen, bleibt noch die Nebeneinkunft durch ihre heißen Nacktbilder im aktuellen Playboy. Die sieht "unsere Michelle" quasi als Befreiung an: "Angebote für Nacktfotos hatte ich ja schon immer. Aber irgendwann habe ich mir gesagt: Ich habe einen schönen Körper, ich brauche mich nicht zu verstecken. Die Fotos helfen außerdem, mein neues Selbstbewusstsein zu stärken."

17. März 2006



28 Kommentare

#1 BertiAnonym
  • 17.03.2006, 16:26h
  • Wenn ich diese Frau sehe, verstehe ich, warum ein Teil der männlichen Bevölkerung heterosexuell geworden ist.
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#2 SvenAnonym
  • 17.03.2006, 16:27h
  • Michelle ist eine von Deutschlands ganz großen Sängerinnen. Ich habe all ihre Alben und sie hat sich toll entwickelt. Auch das neue Experiment gefällt mir total gut. Mach weiter so Tanja!!!
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#3 seb1983
#4 SaschaAnonym
  • 19.03.2006, 13:22h
  • Tja, und wenn sie auch noch so sehr ihren Busen raushängen oder halbnackt herumlaufen: Frauenkörper bleiben eben Körper, die zum Großteil aus Wasser und Fett bestehen...Und muskulös-knackige, kantige Formen kann ich da auch bei noch so viel Medienpropaganda nicht entdecken...

    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was jemand, der auf das Maskuline steht, daran "attraktiv" finden soll...

    Aber man(n) übernimmt ja gern (bzw. aus psychosozialen Gründen)die "Idealvorstellungen", die einem von der Gesellschaft rund um die Uhr eingetrichtert werden!
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#5 seb1983
  • 20.03.2006, 14:04h
  • leider haben die meisten Männer auch alles andere als feste und kantige Formen :-))
    Könnte dir dafür 2 Mädels zeigen die ich ausm Training kenne an denen sich 90% aller Männer eine große Scheibe abschneiden könnten. Es sind und bleiben aber Frauen und ich schwul. Attraktiv können sie trotzdem sein :-)
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#6 DizAnonym
  • 20.03.2006, 14:14h
  • Oh Mann!
    Es geht doch nicht darum, ob sie tolle Titten hat! Davon steht noch nicht mal was im Bericht!
    Ich persönlich finde, dass sie nicht singen kann und nach Mick Mouse auf Speed klingt.
    Ihr Brustvergrößerung, Fettablagerungen oder sonstiges sind mir ziemlich schnurz.

    Manche Klischees über uns Schwule sind leider in vielen Fällen so wahr!
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#7 SaschaAnonym
  • 20.03.2006, 14:37h
  • @Diz:

    Also, wer sich für schwabbelnde "Titten" von Frauen interessiert, sollte seine sexuelle Identität nochmals überdenken...

    Das ist ja geradezu lächerlich! Aber manche "Schwule" brauchen wohl Bestätigung vom anderen Geschlecht, um sich vollwertig zu fühlen...
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#8 SaschaAnonym
  • 20.03.2006, 14:44h
  • @seb1983:

    Entweder verkehrst du mit den falschen Männern oder du achtest auch im realen Leben mehr auf Röcke und Hängebusen...

    Oder beides?!
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#9 KurtAnonym
  • 20.03.2006, 14:49h
  • Also ich finde Frau Hewer absolut super. Die neue Platte ist der Hit. Ich finds unmöglich hier von Hängebusen zu reden, wo ihre doch schön prall sind.
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#10 XenaAnonym
  • 20.03.2006, 14:52h
  • Hier sind ja viele Frauenhasser unterwegs. Schwule, macht uns Lesben doch nicht alles nach: WIR hassen zwar Männer, aber IHR habt gefälligst brallbusige Ikonen á la Michelle oder Dolly Parton zu verehren!
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