Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4481

Der erfolgreiche Einsatz des tschechischen Premierministers zeigt, dass Osteuropa nicht nur aus Schwulenhassern besteht.

Von Dennis Klein

Die Verfassung Lettland verbietet die Homo-Ehe. In Moskau rufen Politiker und Religionsvertreter zur Ächtung von Schwulen auf - manche sogar zum Mord. Polens neuer Präsident ist davon überzeugt, dass die ungezügelte, gleichgeschlechtliche Liebe zum Aussterben der Menschheit führen wird. Fazit: Ganz Osteuropa ist von homophoben Horden besetzt. Ganz Osteuropa? Nein. Ein von unbeugsamen Tschechen bevölkertes Land hört nicht auf, den Intoleranten Widerstand zu leisten. Und das nicht dank eines Zaubertranks, sondern dank eines Politikers: Jiri Paroubek, Premierminister der Tschechischen Republik.

Der 1952 geborene Sozialdemokrat hat gegen den erbitterten Widerstand des konservativen Präsidenten Vaclav Klaus die Einführung der Homo-Ehe durchgesetzt. Dabei hätte das Ganze auch in die Hose gehen können: Selbst in seiner eigenen Partei wollten ihm nicht alle Abgeordneten folgen - sie missbrauchten ihren katholischen Glauben als Entschuldigung, eine ganze Bevölkerungsgruppe zu diskriminieren. Bis zuletzt war nicht sicher, ob Paroubek das Gesetz durchbringen würde. Dann die Entscheidung: 101 von 200 Abgeordneten unterstützten den Premierminister. Dabei setzte der in Tschechien als "politischer Bulldozer" bezeichnete Politiker seine politische Zukunft aufs Spiel. Hätte er den Machtkampf gegen Präsident Klaus verloren, hätte dessen demokratische Bürgerpartei den nach Reformen geschwächten Paroubek in Bedrängnis gebracht.

Jetzt aber ist Tschechien das erste ehemalige Ostblockland, das Schwulen und Lesben mit Eingetragenen Partnerschaften weitgehend die gleichen Rechte gibt wie heterosexuellen Paaren. Auch für nicht heiratswillige Homosexuelle ist diese Entscheidung wichtig, da sie gleichgeschlechtliche Liebe sichtbarer macht - und damit weniger bedrohlich erscheinen lässt. Der Anfang ist gemacht. Bleibt zu hoffen, dass der Funke auf die Nachbarländer überspringt. Für seine Durchsetzungskraft hat der "Bulldozer" einen ganz großen Homo-Orden verdient.

17. März 2006



23 Kommentare

#1 rudolfAnonym
  • 17.03.2006, 19:05h
  • Eine sehr gute Entscheidung! Hoffentlich laßt Ihr dem tschechischen Premier seinen Orden auch irgendwie zukommen, damit er auch etwas von seinem Glück erfährt.

    Nach dem (v.a. kirchlichen) Gegenwind der letzten Monate könnte dieser mutige Politiker ein wenig offene Unterstützung gut gebrauchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AnsakAnonym
#3 MichaAnonym
  • 18.03.2006, 00:05h
  • Ähem.... und was ist mit Ungarn, welches seit 1996 gesetzlich gleichgeschlechtlichen Paaren mehr Rechte zugesteht?

    Nicht sauber recherchiert, dieser Artikel!

    Ungarn gesteht zusammenlebenden Paaren (egal welchen Geschlechts) seit 1996 einige wenige Rechte zu (z.B. im Renten- und Erbschaftsrecht). Eingetragene Partnerschaften gibt es jedoch nicht. Red.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SaschaAnonym
  • 18.03.2006, 00:18h
  • Wie das Beispiel Jiri Paroubeks zeigt, gibt es sie also doch noch:

    Diese seltene Spezies von Politikern, für die Demokratie, Freiheit und Gleichheit nicht nur leere Worthülsen sind, die man alle vier oder fünf Jahre im Wahlkampf zum Besten gibt.

    Nein, einige wenige "Volksvertreter" haben diesen Namen auch tatsächlich verdient und stellen Verantwortungsbewusstsein über kurzfristiges, opportunistisches Kalkül!!!

    Eine ermutigende Nachricht aus der Tschechischen Republik, die sich damit an der Spitze der Demokratieentwicklung in Osteuropa positioniert hat!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 gerdAnonym
  • 18.03.2006, 13:26h
  • Auch ich bin mit diesem Orden sehr einverstanden.

    Herr Paroubek hat sehr gut und richtig gehandelt und mit voller Kraft sich eingesetzt. Es freut mich auch für die europäischen Sozialdemokraten, dass Sie einen Herrn Paroubek in Ihren Reihen haben.

    Gleiche Stärke und Durchsetzungskraft würde ich mir von ALLEN Sozialdemokraten in Europa wünschen, wenn es um Bürgerrechte und insbesondere um die Rechte von homosexuellen Menschen geht.

    Zwar haben bereits auch Slowenien, Ungarn und Kroatien abgeschwächte Rechtsinstitute mit teilweisen Rechten für homosexuelle Paare aber Tschechien ist jetzt doch als der erste richtige "Durchbruch" in Osteuropa zu werten.

    Herzlichen Dank schulden homosexuelle Menschen Herrn Paroubek in Tschechien.

    -----------
    Nächstes Ziel in Europa MUSS es sein, den Sturz von Berlusconi zu erreichen und Prodi zum Sieg zu verhelfen..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LinkerCacheAnonym
  • 18.03.2006, 22:18h
  • @gerd: Du hättest vielleicht schreiben sollen, das du die ECHTEN SOZIALDEMOKRATEN meinst. nämlich die jenigen, die das Wort "SOZIAL" und dessen Bedeutung auch noch kennen. Ausschliessen möchte ich in diesem Zusammenhang sehr viele, ich nenne keine namen, Mitglieder der so genannten "S"PD....

    Denn, viele dieser HerrenDamen haben Ihr soziales Gewissen mit dem Betreten des jeweiligen Landtages/des Bundestages weggeworfen..
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MichaAnonym
  • 19.03.2006, 00:14h
  • Liebe Redaktion, es ist zwar nett, dass Sie nochmals meinen Kommentar kommentieren. Meine Stellungsnahme zum Artikel bezieht sich aber auf etwas anders: Zitat: "Fazit: Ganz Osteuropa ist von homophoben Horden besetzt. Ganz Osteuropa? Nein. Ein von unbeugsamen Tschechen bevölkertes Land hört nicht auf, den Intoleranten Widerstand zu leisten."

    Obwohl dieses Zitat aus Asterixbüchern evtl. witzig gemeint ist, geht davon klar hervor, dass Sie ausser Tschechien den ganzen ehemaligen Ostblock als lesben- und schwulenfeindlich einstufen. Es ist aber nicht so, dass all die Staaten, die keine eingetragene Partnerschaft haben partout homophob sind. Ungarn ist ein gutes Beispiel. Es hat zwar keine eingetragene Partnerschaft, hat aber schon weit vor Deutschland in gewissen rechtlichen Bereichen die gleichgeschlechtliche Partnerschaft bewusst egalisiert.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 SaschaAnonym
  • 22.03.2006, 04:15h
  • @LinkerCache:

    Ja, und vor allem mit Betreten der Vorstandsetagen der allmächtigen Konzerne...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 tomAnonym
  • 29.03.2006, 16:42h
  • Von mir aus kann im Bett jeder machen was er will. Die Ehe war und ist aber nicht
    für gleichgeschleechtliche Beziehungen gedacht. Von mir aus sollen Schwule und Lesben die gleichen Rechte steuerlich wie Ehepaare bekommen, aber ich finde "Ehe" darf es nicht heißen,dieser Begriff ist bereits belegt. Die Menschheit würde aussterben, wenn alle das gleiche Geschlecht "heiraten". Schon mal darüber nachgedacht..
  • Antworten » | Direktlink »
#10 DavidAnonym
  • 29.03.2006, 17:25h
  • Au ja, der Geburtenrückgang, alles nur weil jeder gleichgeschlechtlich heiraten will und nicht weil soviele Ehepaare sich dagegen entscheiden und weil die Erde eine Scheibe ist.

    DIE NATUR KENNT KEINE!!! EHE!
    Also kann die Menschheit auch nicht aussterben.

    Die Menschheit würde aussterben, würde sich jeder an die katholische Sexualmoral halten und nicht heiraten, weil sie Sex vor der Ehe verbietet und somit einem beträchtlichem Teil der Menscheit (der NICHT aus der Ehe hervorgegangen ist) das Existenzrecht ABSPRECHEN.
    Schonmal daran gedacht?
  • Antworten » | Direktlink »