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  • 20. März 2006, noch kein Kommentar

Casting-Show-Tussi oder starke Rock-Lady? Kelly Clarkson erstürmt deutsche Konzerthallen. queer.de war dabei.

Von Jan Gebauer

Da können Alexander, Daniel Küblböck, Elli und Co. nur neidisch über den großen Teich schauen: Kelly Clarkson gewann 2002 die erste Staffel des amerikanischen Äquivalent zu "Deutschland sucht den Superstar" "American Idol". Im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen hat sie aber in den USA nicht nur mächtig Preise abkassiert (u. a. zwei Grammys), sondern auch eine überaus konstante Hitserie hingelegt. Derzeit tourt die Lady durch Europa und gibt sich auch bei vier Terminen in Deutschland die Ehre. queer.de hat sich am 18. März ins Kölner Palladium begeben, um die auch bei vielen Schwulen beliebte Sängerin live zu erleben. Clarkson hat spätestens bei der diesjährigen Grammy-Verleihung bewiesen, dass sie über eine starke Live-Stimme verfügt. Das grandiose "Because of You", ihre aktuelle Hit-Single, kommt denn auch im Konzert genauso stark rüber wie bei der Show im Fernsehen. Die 23-jährige Sängerin hat sich ihre unbekümmerte Frische bewahrt und lässt sich scheinbar vom großen Durchbruch im Show-Geschäft (ihr zweites Album "Breakaway" ging in den USA bereits vier Millionen mal über die Ladentische) nicht verbiegen.

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So wirkt Clarkson auf der Bühne immer noch ein bisschen wie das kleine Mädchen, für dass sich soeben der große Traum von der großen Pop-Karriere erfüllt. So flötet sie amerikanisch-naiv ins Publikum und bringt die Fans zum kreischen, wenn sie ihnen mitteilt, dass da und dort unverkennbar die besten Mitsinger stehen. Musikalisch setzt sie auf Rock, auch bei den Songs die ursprünglich auf dem ersten Album in einem poppigen Gewand erschienen. Ihre Stimme ist stark, kippt manchmal aber auch in Gekreische ab, wenn zum Beispiel die Wucht der E-Gitarren zu heftig wird. Das scheint aber keinem der anwesenden Fans aufzufallen, denn alle schütteln weiter kräftig ihre Häupter. Große Überraschung macht sich aber breit, als Clarkson bereits nach knapp einer Stunde von der Bühne verschwindet und letztendlich nur eine Zugabe in Form des Songs "Breakaway" singt. Bei allem Verständnis für den Anfang ihrer Karriere (mangelndes Material?!): Nana Mouskouri singt mit 71 Jahren drei Stunden und hat vier Zugaben auf der Pfanne. Aber das ist vielleicht auch eine andere Liga.

Die kommenden Konzerte am 21. März in Berlin und 22. in München sind bereits ausverkauft.

20. März 2006