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  • 22. September 2003, noch kein Kommentar

Trotz der angeblich heißblütigen Männer gilt Italien nicht gerade als schwules Reiseziel. Die Szene ist im Vergleich zu Deutschland sehr klein und auch politisch haben Homo-Feinde wie Ministerpräsident Silivio Berlusconi und Papst Johannes Paul II die Oberhand. Dennoch, mit seiner reichen Kultur, gutem Essen und Wein sowie seiner Mode ist Italien natürlich gay-tauglich.

Die schwul-lesbische Hauptstadt Italiens ist Mailand – hier gibt es die größte Szene und zahlreiche Unternehmen der Community. Die 1,3 Millionen Einwohner zählende Metropole ist noch am ehesten mit Homo-Hochburgen wie Köln oder Berlin vergleichbar, jedoch ist die Szene hier nicht so kommerzialisiert und familiärer.

Ein weiteres schwulenfreundliches Ziel ist Bologna, wo auch die schwule Lobbygruppe Arcigay zu Hause ist. Der Verein hat bereits über 100.000 Mitglieder. Die Mitgliedschaft berechtigt auch zum Eintritt in viele Szenelokale, die aufgrund der restriktiven Gesetzeslage als Privatclubs gelten. Für Nicht-Italiener bieten diese Läden eine einen Monat gültige "Arcigay Card" für sechs Euro an, die am Einlass erhältlich ist.

Und was ist mit Rom? Trotz des Europrides 2000 befindet sich das "ewige Dorf" erst an dritter Stelle im "gayfriendly ranking". Es gibt dort eine lebhafte, aber für einen Millionenstadt doch recht kleine Szene. Alte historisch bekannte Orte mit schwul-lesbischer Geschichte wie Venedig, Pisa und Florenz befinden sich dagegen augenblicklich noch im (Szene-)Tiefschlaf.

Man spürt deutlich die Zurückhaltung von italienischen Schwulen – viele verstecken nach wie vor ihre Homosexualität. Ein Coming-out in einem Land, das von Machismo und der katholischen Kirche geprägt ist, ist in der Familie und im sozialen Umfeld schwierig. Außerdem ist es durchaus üblich, dass der Sohn bis zum 35. Lebensjahr bei den Eltern wohnt – und sich so mit seinen Eltern arangieren muss.

"Italian Gay Lifestyle" meint daher vor allem sexuelle Beziehungen - sonst bleibt alles in den eigenen vier Wänden. Was für schwule Touristen ja nicht unbedingt von Nachteil ist...