Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4512

Das Comeback des Jahres, die Wiederbelebung eines Toten und ein blasbegabter Jazzer: drei heiße CD-Tipps.

Von Jan Gebauer

Barry Manilow – "The Greatest Songs of the Fifties"

Wer hätte das gedacht? In den USA stand Barry Manilow (62) , dem wir den Liebesklassikers schlechthin – "Mandy" – verdanken, mit "The Greatest Songs of the Fifties" auf Platz eins der Album-Charts. Damit darf er sich schon jetzt Hoffnungen auf den Titel "Comeback des Jahres" machen. Immerhin war es seine erste Nummer eins seit fast 30 Jahren! Alte Herren scheinen also wieder gefragt zu sein, nachdem auch Rod Stewart mit seinen CDs mächtig abräumt und Platin scheffelt wie in den 70er Jahren. Mit Stewart verbindet Manilow vor allen Dingen den gleichen Produzenten, Clive Davis (Boss von J Records, das Label auf dem Stewart veröffentlicht). Dieser ist vor allen Dingen durch die phänomenale Karriere von Whitney Houston bekannt geworden. Auch Manilow wird Davis mehr als dankbar sein, denn ihm verdankt er ein Hochglanz-Album der Luxus-Klasse. Die entstaubten Klassiker der 50er Jahre, darunter "Unchained Melody", "Venus", "Love is a Many-Splendored Thing" und "Beyond The Sea", funkeln allesamt als wenn sie erst gestern geschrieben worden wären. Mit viel Aufwand und der nötigen Portion Theatralik und Kitsch klingt Manilow so lebendig wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Da schmelzen sicher nicht nur zahlreiche Hausfrauen dahin, sondern auch viele sentimentale Schwule aller Altersklassen, die nicht genug bekommen können, von ein paar der schönsten Lieder, die jemals geschrieben wurden.

Offizielle Barry-Manilow-Homepage

Chris Botti – "To Love Again"

Auch richtig blasen will gekonnt sein – und Chris Botti (43) beherrscht dieses Metier vortrefflich. Im Jazz-Bereich zählt Botti derzeit zu den heißesten Trompetern. Erst kürzlich stand er mit seinem neuen Album "To Love Again" auf Platz eins der entsprechenden Charts. Die CD enthält 13 neue Songs, teilweise instrumental oder mit einem hochkarätigen Stargast besetzt. So geben sich Stars aus Rock und Jazz die Klinke in die Hand: Sting frönt seiner heimlichen Musik-Liebe mit "What Are You Doing The Rest of Your Life?", dass ja auch schon die Streisand trällerte. Traummann Michael Bublé gibt ein famoses "Let There Be Love" zum Besten und Gladys Knight schlafwandelt quasi durch "Lover Man" – gekonnt ist eben gekonnt. Botti ist kein Purist: Sein Jazz klingt locker-leicht und dürfte für manchen durchaus in die Kategorie Easy-Listening gehören. Dennoch blitzt natürlich immer wieder sein beeindruckendes Können auf der Trompete auf, das ihm Vergleiche mit Chet Baker und Miles Davis einbrachte. Das Album wurde sauber und klanglich erstklassig produziert. Etwas mehr Kanten wären hier und da vielleicht schön gewesen, tun dem gelungenen Hörvergnügen aber keinen Abbruch. Und da das Auge ja bekanntlich mithört, bleibt noch zu sagen, dass Botti auch überaus attraktiv ist. Wann laufen denn mal hier so gut aussehende 43-Jährige rum?

Offizielle Chris-Botti-Homepage

Steve Tyrell – "Songs of Sinatra"

"Nicht noch ein Sinatra-Tribut-Album", mag der ein oder andere vorschnell urteilen, wenn ihm der Titel von Steve Tyrells aktueller CD "Songs of Sinatra" unterkommt. Doch das selbst produzierte Werk ist mehr als nur ein müder Versuch, alte Klassiker zum Leben zu erwecken oder sich an den von Robbie Williams losgetretenen Hype solcher Musik anzuhängen. Dafür ist es ohnehin zu spät, denn der massive Wirbel hat sich wieder gelegt. Tyrell hat einen ganz eigenen Klang in seiner Stimme, der hinlänglich bekannten Songs wie "I Get a Kick Out of You", "Fly Me to the Moon" oder "Night and Day" tatsächlich neue Seiten abgewinnt. Ein bisschen klingt Tyrell als wenn er in seinem Leben schon einiges durchgemacht und mit Whiskey seinen Kummer hinuntergespült hat. In seiner Stimme schwebt feine Melancholie, ohne dass diese die Lebensfreude ausschließt. Tyrell bleibt recht dicht an den Original-Aufnahmen, was natürlich nicht besonders einfallsreich oder innovativ ist, dafür aber durchaus vertraut und wärmend. Immerhin erhielt er auch den Segen von den Kindern Sinatras: Sowohl Frank Jr. und Tina Sinatra stellten die Original-Arrangements zur Verfügung, um "diese großartigen Sinatra-Standards zu modernisieren, das Original-Feeling zu erhalten und dem originalen Vibe Tribut zu zollen" (O-Ton Tyrell). Das ist ihm auch gelungen: ein schönes, entspanntes Album von einem charismatischen Sänger.

Offizielle Steve-Tyrell-Homepage

22. März 2006



#1 helmutAnonym
  • 25.03.2006, 09:47h
  • 1) ja stimmt, das barry manilow album ist wirklich top geworden. da hat sich der "alte" herr mal wieder richtig mühe gegeben und dabei nicht wirklich ein reines "barry manilow-Album" (mit dem entsprechen manilw-sound) gemacht, sondern hat den charme diese wunderschönen songs tatsächlich in die heutzeit rübergebracht! First Class!

    Toll, wenigstens kriegt man hier auch mal Hinweise auf wirklich ungewöhnlich schöne cd's, die sonst untergehen würden. hab mir dann darauf hin gleich die Chris Botti - to love again - geordert und verfüge schon heute am Samstag über genau die richtige Musik zu diesem sch... Wetter! Dies ist wirklich ein unglaublich angenehmes Album geworden mit erstaunlich guten Gastsängern und einem fantastischen Bläser. Das ist Sonntagmorgen im Bett mit Frühstück und Freund Musik! Danke, dass da mal einer ist, der Lust auf Musik hat und auch die entsprechende Ahnung und man ihn auch schreiben lässt und das erkennt - Glückwunsch queer.de!!
  • Antworten » | Direktlink »